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19.06.2017

17:08 Uhr

Adidas gegen Puma

Adidas feiert Etappen-Sieg im Schuh-Streit

Seit Jahren streiten Adidas und Puma um eine Schuhsohle. Vor Gericht hat Adidas nun einen Etappensieg eingefahren. Der Sportartikelhersteller kann den Bestseller „Stan Smith Boost“ weiter verkaufen.

Ein „Stan Smith Boost“ vor dem Landgericht Braunschweig – Adidas darf den Schuh weiter verkaufen. Konkurrent Puma sah in der Sohle die Nachahmung eines eigenen Designs. dpa

Der Schuh des Anstoßes

Ein „Stan Smith Boost“ vor dem Landgericht Braunschweig – Adidas darf den Schuh weiter verkaufen. Konkurrent Puma sah in der Sohle die Nachahmung eines eigenen Designs.

BraunschweigAdidas gegen Puma - seit Jahrzehnten sind die beiden Weltunternehmen aus Herzogenaurach erbitterte Rivalen. Vor dem Landgericht Braunschweig ging es nun um das Design eines Schuhmodells - konkret um die Sohle des Adidas-Modells „Stan Smith Boost“, deren Design Puma für sich beansprucht.

Puma aber zog am Montag den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück, wie das Gericht mitteilte. Zuvor hatte die zuständige Kammer des Gerichts nach einer vorläufigen Beratung mitgeteilt, dass das „angegriffene Schuhmodell die europäischen Geschmacksmuster der Klägerin“ nicht verletze.

Im Unterlassungsantrag von Puma hatte es geheißen, man habe auf Form und Aussehen der Sohle zwei sogenannte Geschmacksmuster angemeldet. Dieser Schutz sei durch die Sohle des „Stan Smith Boost“ verletzt worden. In der mehrstündigen Verhandlung habe die Kammer die rechtlichen Aspekte mit beiden Parteien erörtert und dabei auch den Schuh mit einem hinterlegten Bild des Geschmacksmusters verglichen, teilte das Gericht mit. Ergebnis: Aus Sicht der Kammer seien „wesentliche Unterschiede“ zu erkennen.

Was aussieht wie zusammengeklebte Styropor-Kügelchen, gilt unter Branchenexperten als das Modell der Zukunft. Die Sohle mit der sogenannten eTPU-Technologie soll beim Laufen extrem federn und dem Träger angeblich Energie zurückgeben. Weil das bei den Kunden sehr gut ankommt, geht es um Milliardensummen auf dem Sportschuh-Markt.

Wenn ein Produkt bundesweit vertrieben wird, kann sich laut Gerichtssprecherin der Kläger aussuchen, wo er die aus seiner Sicht verletzen Rechte einklagt. Puma wählte dafür Niedersachsen, wo das Landgericht Braunschweig für Streitigkeiten über die Verletzung europäischer Geschmacksmuster zuständig ist.

Anders als bei Patenten, die technische Erfindungen schützen, geht es bei Geschmacksmustern um das Design eines Produktes. Seit den 1920er Jahren hatten die Brüder Rudolf und Adolf „Adi“ Dassler im bayerischen Herzogenaurach Schuhe gefertigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zerstritten sie sich und spalteten die Schuhfabrik. Rudolf gründete 1948 Puma, Adi ein Jahr später Adidas.

Von

dpa

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