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07.05.2015

14:34 Uhr

Adidas-Hauptversammlung

Aktionäre rechnen mit Hainer ab

VonJoachim Hofer

Drei Streifen, viele Probleme: Die Investoren sind unzufrieden mit der Entwicklung des fränkischen Sportkonzerns. Auf der Hauptversammlung erheben sie schwere Vorwürfe gegen den Vorstand um Herbert Hainer.

Vor dem Beginn der Veranstaltung hatte Vorstandschef Herbert Hainer noch gut lachen. AFP

Adidas-Hauptversammlung

Vor dem Beginn der Veranstaltung hatte Vorstandschef Herbert Hainer noch gut lachen.

MünchenSeit 14 Jahren führt Herbert Hainer den Sportkonzern Adidas. So viel Kritik wie dieses Jahr musste sich der 60-Jährige auf der Hauptversammlung aber noch nie anhören.

Viele Anleger sind schwer enttäuscht angesichts des aus ihrer Sicht katastrophalen Jahrs 2014. „Adidas hechelt der Konkurrenz hinterher“, ätzte Gerhard Jäger von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Weltmarktführer Nike und der aufstrebende amerikanische Wettbewerber Under Armour seien viel besser in Form, kritisierte der Kleinaktionärsvertreter an diesem Donnerstag in der Stadthalle Fürth.

So wie Jäger ärgern sich viele Aktionäre darüber, dass der Gewinn vergangenes Jahr um annähernd 40 Prozent auf nur noch 490 Millionen Euro einbrach und der Aktienkurs fast genauso stark in den Keller ging. Damit war Europas größter Turnschuh-Hersteller der größte Verlierer im Dax. „Der Glanz der Marke Adidas hat gelitten“, unterstrich Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Zahlreiche Anteilseigner warfen Hainer und seinen Top-Managern vor, dass sie viel zu zögerlich und zu langsam reagiert hätten. „Alle Probleme waren seit langem bekannt“, ereiferte sich SdK-Sprecher Jäger. So gebe es seit Jahren einen Abwärtstrend im Golfmarkt, doch Hainer und seine Leute hätten erst vergangenes Jahr auf die Bremse gedrückt und die Division zurechtgestutzt.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Das schwache Geschäft der Golfsparte ist ein Grund, warum Adidas vergangenes Jahr die selbst gesteckten Ziele meilenweit verfehlt hat. Zudem wurde Europas größter Turnschuh-Hersteller von den Sanktionen gegen Russland hart getroffen. Die Marke mit den drei Streifen ist Marktführer in dem Land, doch viele Russen haben momentan andere Sorgen, als sich neue Turnschuhe zu kaufen. Zudem litt Adidas 2014 darunter, dass die Währungen in wichtigen Schwellenländern wie Brasilien, Argentinien, der Türkei und Russland einbrachen. Alles in allem kletterte der Umsatz daher nur um zwei Prozent auf 14,5 Milliarden Euro – viel weniger als Adidas ursprünglich versprochen hatte. Dazu kommt, dass Hainer vergangenen Sommer auch den Langfristplan „Route 2015“ kassieren musste, die Ziele waren unerreichbar geworden.

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