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11.05.2017

13:34 Uhr

Adidas-Hauptversammlung

Gut, aber nicht gut genug

VonJoachim Hofer

Adidas ist glänzend in Form, darin sind sich die Aktionäre mit Vorstandschef Kasper Rorsted einig. Allerdings fordern die Anteilseigner des Sportartikelherstellers höhere Margen. Denn die Konkurrenz ist profitabler.

„Nur wer nachhaltig einen positiven Beitrag zum Wert dieses Unternehmens leistet, kann auch Teil des Unternehmens sein“, sagte Kasper Rorsted. AP

Adidas

„Nur wer nachhaltig einen positiven Beitrag zum Wert dieses Unternehmens leistet, kann auch Teil des Unternehmens sein“, sagte Kasper Rorsted.

FürthRekordgewinn und Rekordumsatz: Der neue Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag glänzende Nachrichten zu verkünden. Vergangenes Jahr hat sich der fränkische Sportkonzern in jeder Hinsicht verbessert. „Adidas ist gut in Form“, rief der 55-Jährige den Anteilseignern in der Stadthalle Fürth zu.

Kein Wunder, dass der erst seit Oktober amtierende Vorstandsvorsitzende viel Lob bekam. „Adidas hat sich zum absoluten Liebling von uns Aktionären entwickelt“, betonte Gerhard Jäger von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um rund ein Fünftel geklettert, binnen Jahresfrist beträgt das Plus sogar fast 60 Prozent. 

Gleichwohl mahnten die Anteilseigner weitere Verbesserungen an. Erzrivale Nike sei wesentlich profitabler, hielt Jäger dem Management vor. Die Rendite sei  „nicht befriedigend“. Damit nicht genug, auch die defizitäre US-Tochter Reebok sei ein Ärgernis. „Die Marge ist schlecht“, unterstrich Ines Straubinger von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Der ehemalige Henkel-Chef Rorsted kam den Kritikern entgegen. „Unsere operative Marge stieg vergangenes Jahr von 6,5 Prozent auf 7,7 Prozent. Sie liegt aber weiterhin deutlich unter den Werten vieler unserer Konkurrenten“, sagte der Unternehmensführer. Rorsted hatte bereits im Frühjahr angekündigt, die Marge bis 2020 auf elf Prozent zu steigern. Damit hätte er Weltmarktführer Nike aber noch immer nicht erreicht. Die Amerikaner kamen zuletzt auf 15 Prozent.

Rorsted versprach zudem, dass sich die angeschlagene US-Tochter Reebok erholt. Bis 2020 würden Umsatz und Ertrag deutlich steigen. Ansonsten gebe es keine Zukunft für die Marke im Konzern. „Nur wer nachhaltig einen positiven Beitrag zum Wert dieses Unternehmens leistet, kann auch Teil des Unternehmens sein“, so Rorsted.

Der ehemalige Henkel-Chef kündigte an, dass sich das Traditionsunternehmen aus Herzogenaurach im laufenden Jahr in allen Bereichen verbessern werde. Er versprach „starke Zuwächse beim Umsatz und deutliche Verbesserungen der Profitabilität“. Rorsted nutzte die Hauptversammlung, um den Anteilseignern sein neues Vorstandsteam vorzustellen. Die wichtigste Personalie: Der langjährige Finanzvorstand Robin Stalker hat an diesem Donnerstag seinen letzten Arbeitstag. Ihm folgt Harm Ohlmeyer, der zuletzt für den E-Commerce der Marke zuständig war. Die bisherige Personalchefin Karen Parkin zieht am Freitag als erste Frau in das Führungsgremium ein. Die Engländerin übernimmt das Personalressort. Der Franzose Gil Steyaert soll im Herbst die Aufgaben von Glenn Bennett übernehmen, der bislang als Chief Operating Officer für die Beschaffung zuständig ist. Alle neuen Vorstände sind schon seit Jahren im Konzern tätig.

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Kasper Rorsteds erste Hauptversammlung als Adidas-Chef dürfte sehr entspannt verlaufen. Der Konzern befindet sich in guter Form – wenn auch Nike weiter klar die Nummer eins ist. Ein Blick auf die Stärken und Schwächen.

Nur drei Anteilseigner stellten Fragen auf dem Aktionärstreffen. Das lag wohl auch daran, dass es wenig zu mäkeln gibt. Deutschlands größter Turnschuh-Hersteller ist topfit. Im ersten Quartal ist der Umsatz von Adidas um fast ein Fünftel auf knapp 5,7 Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Der Gewinn ist sogar um 30 Prozent auf 455 Millionen Euro geklettert. Damit hat Vorstandschef  Rorsted die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Der Däne bekräftigte am Donnerstag zudem seine Prognose, wonach der Umsatz dieses Jahr zu konstanten Wechselkursen um bis zu 13 Prozent steigen wird. Der Gewinn soll um rund ein Fünftel auf etwa 1,2 Milliarden Euro zulegen.

Nach drei Stunden war die Hauptversammlung bereits vorüber. Einen besseren Einstand hätte sich Rorsted nicht wünschen können.

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