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25.09.2015

09:54 Uhr

Adidas-Konkurrent

Nike ist einfach nicht zu stoppen

VonJoachim Hofer

Nike läuft der Konkurrenz davon: Adidas und Puma wachsen zwar prozentual beachtlich, doch in absoluten Zahlen hängt der größte Sportkonzern der Welt sie ab. Einen Konkurrenten muss Nike aber im Blick behalten.

Zum neunten Mal in Folge übertrifft Nike mit dem Quartalsergebnis die Erwartungen. Der Abstand zur Konkurrenz wird damit immer größer. Reuters

Niketown-Laden in New York

Zum neunten Mal in Folge übertrifft Nike mit dem Quartalsergebnis die Erwartungen. Der Abstand zur Konkurrenz wird damit immer größer.

MünchenAusdauernd wie ein Marathon-Läufer und trotzdem schnell wie ein Sprinter: Wirtschaftlich ist Nike der Konkurrenz längst meilenweit enteilt. Trotzdem gelingt es dem größten Turnschuhanbieter der Welt, Quartal für Quartal kräftig zuzulegen.

So auch in dem am 31. August beendeten ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs. Prozentual fällt das Absatzplus mit fünf Prozent zwar eher bescheiden aus. Doch in absoluten Zahlen zeigt sich, wie sehr die Marke von der amerikanischen Westküste die Sportindustrie dominiert.

Um gut 400 Millionen Dollar, umgerechnet 356 Millionen Euro, ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr geklettert. Insgesamt kam Nike damit auf Erlöse von rund 8,4 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro). Das teilte der Konzern in der Nacht zu Freitag mit.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Der Abstand zu den Verfolgern ist gewaltig. Zuletzt waren zwar auch die beiden deutschen Wettbewerber gut in Fahrt: Im zweiten Quartal schoss der Adidas-Umsatz um 15 Prozent in die Höhe, Puma legte sogar 20 Prozent zu. Trotzdem wäre es vermessen, von einer Aufholjagd der Rivalen zu sprechen.

Schließlich erzielte Adidas als weltweit zweitgrößter Produzent mit 3,9 Milliarden Euro lediglich gut die Hälfte des Umsatzes, den die Amerikaner verbuchen konnten. Die 773 Millionen von Puma entsprechen sogar nur gut einem Zehntel von Nikes Umsatz. Dabei ist Puma die Nummer drei im Geschäft mit Shirts, Shorts und Turnschuhen.

Größe ist in der Sportbranche kein Selbstzweck. Wer mehr Geld einnimmt, kann mehr ausgeben für das lebenswichtige Marketing. Weil die Hersteller stets einen fixen Prozentsatz der Erlöse in Werbung und Sponsoring stecken, hat Weltmarktführer Nike einen wesentlichen Vorteil gegenüber den deutschen Verfolgern Adidas und Puma.

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Golf erreicht die Massen nicht wie erhofft – eine teure Lektion für viele Sportausrüster. Branchenriesen wie Adidas oder Nike, aber auch kleine Unternehmen haben sich heftig verschätzt – und reagieren.

Auch unterm Strich lässt der Branchenführer die beiden fränkischen Turnschuh-Produzenten schlecht aussehen. Der Gewinn im vergangenen Quartal ist um fast ein Viertel auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) in die Höhe geschossen. Adidas kam zwischen März und Ende Juni auf einen Überschuss von lediglich 146 Millionen Euro, Puma fuhr sogar einen Verlust von gut drei Millionen Euro ein.

Kein Wunder, dass Nike-Chef Mark Parker zufrieden ist. „Wir sind ausgezeichnet ins neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte der Unternehmenslenker vergangene Nacht in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Konkurrenz macht Parker derzeit kaum zu schaffen, der starke Dollar dagegen sehr. So sehen seine Zahlen schlechter aus, als sie eigentlich sind. Währungsbereinigt wäre der Umsatz sogar um 14 Prozent geklettert.

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