Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.07.2014

10:38 Uhr

Adidas-Konkurrent

Puma bricht Gewinn weg, Einkaufsvorstand geht

Beim Sportausrüster Puma läuft es nicht ganz so schlecht wie von Analysten erwartet. Der Überschuss fällt allerdings um mehr als drei Viertel. Vorstandschef Gulden muss einen überraschenden Personalwechsel vornehmen.

Im Fußballgeschäft läuft es für den Konkurrenten Adidas besser, dennoch sind die Gewinne bei Puma nicht so stark eingebrochen wie befürchtet. dpa

Im Fußballgeschäft läuft es für den Konkurrenten Adidas besser, dennoch sind die Gewinne bei Puma nicht so stark eingebrochen wie befürchtet.

MünchenDeutschland ist Weltmeister, doch davon merkt Puma nichts – im Gegenteil. Die Gewinne des Konzerns sind im zweiten Quartal trotz des Fußballfests in Brasilien um 76 Prozent eingebrochen, der Sportausrüster machte lediglich einen Überschuss von 4,2 Millionen Euro. Auch der operative Gewinn (Ebit) knickte deutlich ein: Dort musste Puma ein Minus von 60 Prozent verbuchen. Unter dem Strich stehen dort nun 12,6 Millionen Euro zu Buche.

Das einzig Positive an den Zahlen: Das ist nicht so schlimm, wie Experten befürchtet hatten. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Überschuss von 3,6 Millionen und ein Betriebsergebnis von 10,4 Millionen Euro erwartet.

Grund für den starken Gewinneinbruch: Währungsverluste. Die Schwäche von Rubel, Real und Rupie frisst die Gewinne des angeschlagenen Sportausrüsters auf. Weil die Währungen wichtiger Absatzmärkte wie Russland, Lateinamerika, Indien und Japan an Wert verloren, blieb für Puma nach dem Umtausch in die Heimatwährung im abgelaufenen Quartal kaum mehr etwas übrig. Im ersten Halbjahr lag der Puma-Umsatz bei 1,337 Milliarden Euro, 6,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2013. Der Konzerngewinn brach mit knapp mit 40 Millionen Euro um 41,3 Prozent ein.

Doch nicht nur die Zahlen sind alles andere als gut. Auch beim Personal läuft es nicht rund: Puma muss nach kaum mehr als einem Jahr einen neuen Einkaufsvorstand einwechseln. Andy Koehler, der bisher als Chief Operating Officer (COO) für Beschaffung und IT zuständig ist, verlasse das Unternehmen zum Monatsende aus persönlichen Gründen, teilte der Konzern mit. Nachfolger werde der bisher in Koehlers Mannschaft tätige Manager Lars Soerensen.

Der Däne arbeitet seit November bei Puma und hatte zuvor Führungsaufgaben bei Adidas, Esprit und Lego. Koehler war erst Anfang Juli 2013 von Adidas zu Puma gekommen – gleichzeitig mit Vorstandschef Björn Gulden, der das Unternehmen wieder auf Vordermann bringen soll.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Doch das könnte noch ein ganzes Stück Arbeit bedeuten. Puma stecke derzeit in einem Transformationsprozess, erläuterte der Vorstand am Dienstag. Das ist noch euphemistisch ausgedrückt. Lag der Konzerngewinn von Puma im Jahr 2010 – in der ebenfalls eine WM stattfand – noch bei 202 Millionen Euro, kamen die Bayern im vergangenen Jahr nur noch auf ein knappes Plus von 5,3 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der andere deutsche Sportausrüster Adidas konnte seinen Gewinn von 2010 auf 2013 um 272 Millionen Euro auf 839 Millionen Euro steigern.

Die Quartalszahlen vom Dienstag bestätigen den Abwärtstrend von Puma. Und dass das Unternehmen nicht einmal von der Weltmeisterschaft profitieren kann, zeigt, wie ernst die Lage ist.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Volker Höpfner

29.07.2014, 12:32 Uhr

Warum wundert man sich das Puma nicht von der WM profitiert hat? Bis auf Italien nur No Name Teams und die Italiener waren gleich raus. Adidas hatte das Glück wenigstens Den WM und den Vice unter Vertrag zu haben... aber die echten Top Teams mit den größten Märkten dahinter hat Nike sich geangelt... USA, Brasilien England da spielt die Musik und da sind die Ehemaligen Deutschen Firmen schwach. Von daher war die WM für Puma keine Gewinn... International hat man mit BVB und Arsenal 2 Top Clubs unter Vertrag, aber in der BL mit Stuttgart und Hoffenheim keine Teams in denen dann auch Top Spieler glänzen. Die Top Spieler der Welt tragen alle Wettbewerbsprodukte... Aber die Strategie ist ja schnelle Sportarten auszustatten, was immer man darunter verstehen mag, Eishockey, Tischtennis, Handball alles schnelle Sportarten nur da sind Puma Produkte eher selten anzutreffen. In den USA findet man Nike und Addidas Stores in den Outletcentern, Puma??? Fazit tolle Marke, die aber evtl. zu sehr am Gängelband der Franzosen hängt, die ja immer alles besser wissen als die Deutschen und daher auch möglichst nur ausländische Manager auf die Top Positionen bringen, wie man bei Puma sehen kann und bei Airbus sind es dann eben die eigenen Leute...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×