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06.11.2014

09:41 Uhr

Adidas über Erwartungen

Nach Lagerräumung bleibt ein passabler Gewinn

Russland und USA sind die Problemmärkte von Adidas. Der Sportartikelhersteller hat doch Ware mit Rabatten losgeschlagen. Das bringt Umsatz. Der Gewinn geht zwar zurück, dennoch jubeln die Anleger.

Der Gewinn bei Adidas ist nicht so stark eingebrochen wie erwartet. Reuters

Der Gewinn bei Adidas ist nicht so stark eingebrochen wie erwartet.

MünchenAdidas hat den Umsatzeinbruch seiner Golf-Sparte mit einem starken Fußball- und Laufschuhgeschäft ein wenig abgefedert. Der Gewinn des Sportausrüsters brach im dritten Quartal nicht so stark ein wie Branchenexperten erwartet hatten. Der Überschuss ging um elf Prozent auf 282 Millionen Euro zurück, wie der Sportausrüster am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Gewinn von 271 Millionen Euro gerechnet.

Dank Zuwächsen in Europa und China stieg der Konzernumsatz unerwartet stark um sechs Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war die Kernmarke Adidas mit Ausrüstungen für den Leistungssport. Die Anleger feierten den Zwischenbericht an der Börse: Die Adidas-Aktien zählten am Morgen mit einem Plus von knapp fünf Prozent zu den größten Dax-Gewinnern.

Der Wertverlust ausländischer Währungen und die Probleme auf den wichtigen Märkten Nordamerika und Russland lasten schwer auf dem weltweit zweitgrößten Sportausrüster, der im Rennen gegen den Branchenprimus Nike zuletzt immer weiter zurückfiel. Vor allem im Geschäft mit Golfausrüstungen hat sich Adidas verkalkuliert. Als Marktführer in diesem Segment trifft die Deutschen besonders hart, dass die Amerikaner immer seltener den Schläger schwingen. Der Umsatz der Marke TaylorMade-adidas Golf brach im dritten Quartal um 34 Prozent ein und drückte die Erlöse in Nordamerika um zwei Prozent auf 801 Millionen Euro.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Doch nicht nur in den USA musste Adidas Ware mit Preisnachlässen losschlagen, sondern auch in Russland. Damit blieb für den Konzern weniger Geld hängen, die Bruttomarge sank um 1,9 Prozentpunkte auf 47,4 Prozent. Vorstandschef Herbert Hainer bestätigte zwar seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr, schraubte aber das Ziel für die Bruttomarge auf 48,0 bis 48,5 Prozent zurück.

Bisher hatte er einen Wert zwischen 48,5 und 49,0 Prozent angepeilt. DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm lobte allerdings, dass Adidas damit immerhin seine Lager zu einem großen Teil geräumt habe.

Im kommenden Jahr erwartet Hainer eine abflauende Umsatzdynamik. Während die Erlöse 2014 währungsbereinigt um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz wachsen sollen, rechnet Hainer 2015 lediglich mit einem mittleren einstelligen Wachstum. Der Vorstandschef, der bis 2017 einen Nachfolger aufbauen und sich dann zurückziehen will, kündigte nun die Vorstellung der künftigen Strategie für März 2015 an.

Hainer will Adidas selbst aus der Misere ziehen und stützt sich dabei besonders auf die Vorstandsmitglieder Eric Liedtke und Roland Auschel. Beide werden als Favoriten für Hainers Nachfolge gehandelt.

Von

rtr

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