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14.04.2017

08:39 Uhr

Adidas und Puma in der ARD

Zwei Weltkonzerne im Bruderzwist

VonJoachim Hofer

Der Streit der Gründer von Adidas und Puma kommt erneut ins Fernsehen. Die ARD widmet sich in „Die Dasslers“ sehenswert der Familienfehde. Die Feindschaft ist heute vorbei – die erbitterte Konkurrenz lebt aber weiter.

Aus dem Streit der Brüder Adi (Christian Friedel, links) und Rudi (Hanno Koffler) Dassler entwickelte sich ein tiefes Zerwürfnis. dpa

Szene aus „Die Dasslers“

Aus dem Streit der Brüder Adi (Christian Friedel, links) und Rudi (Hanno Koffler) Dassler entwickelte sich ein tiefes Zerwürfnis.

MünchenEs war der „Weltfriedenstag“ 2009. Nach 60 Jahren erbitterter Rivalität gingen Adidas und Puma erstmals aufeinander zu. Gemeinsam standen an jenem Septembertag Mitarbeiter beider Konzerne auf dem Fußballplatz. In zwei gemischten Teams lieferten sich die Beschäftigten der beiden größten europäischen Turnschuh-Hersteller ein munteres, faires Spiel. Mit dabei auf dem Feld: der damalige Adidas-Boss Herbert Hainer und Jochen Zeitz, der zu jener Zeit Puma führte. Die PR-Strategen zwei Sportausrüster verkündeten einen „historischen Handschlag“.

Das war nicht untertrieben. Der Friede von Herzogenaurach, er war alles andere als selbstverständlich. Obgleich die Gründerfamilien schon lange nichts mehr zu sagen hatten, blieben Management und Mitarbeiter beider Seiten auf Distanz. So war es fast immer seit Ende der 1940er-Jahre, seit sich die Geschwister Dassler zerstritten.

Adidas und Puma bei RTL: Drei Streifen, zwei Brüder, eine Fehde

Adidas und Puma bei RTL

Drei Streifen, zwei Brüder, eine Fehde

Der Bruderzwist zwischen Adolf und Rudolf Dassler fasziniert seit Jahrzehnten. Doch erst jetzt kommt der Streit der Gründer von Adidas und Puma ins TV. Die Sportkonzerne sind nicht unbedingt glücklich mit dem Film.

Um den Ursprung der Auseinandersetzung zwischen Puma-Gründer Rudolf Dassler und Adolf „Adi“ Dassler ranken sich viele Gerüchte. Eigentlich ein Wunder, dass es so lange dauerte, bis der erste Spielfilm des Bruderzwists ins Fernsehen kam. Vor genau einem Jahr, am Karfreitag 2016, hatte RTL den Streit der fränkischen Alphatiere auf den Bildschirm gebracht. Der Streifen beschränkte sich jedoch auf die Zeit zwischen 1924 und 1954.

Die ARD beleuchtet am Wochenende nun das spannungsreiche Verhältnis der Geschwister über einen längeren Zeitraum, über fünf Jahrzehnte. Der erste Teil des dreistündigen Familiendramas „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ läuft an Karfreitag zur besten Sendezeit nach der Tagesschau, der zweite Teil auf demselben Sendeplatz am Karsamstag.

Die Baustellen von Adidas

Anspruchsvolles Erbe

Für den Sportartikelkonzern Adidas läuft es zur Zeit richtig gut. So gut, dass sich der seit rund einem halben Jahr amtierende Vorstandschef Kasper Rorsted schon des Öfteren die Frage gefallen lassen musste, ob es nicht eine Bürde sei, die Führung eines Unternehmens zu übernehmen, das in so guter Verfassung ist. Um eine Antwort nicht verlegen, konterte der 55-jährige Däne stets mit einem Bild aus der Welt des Fußballs: Lieber trainiere er einen Club aus der Champions League als einen Verein aus der zweiten Liga. Einige Baustellen hat Rorsted indes von seinem Vorgänger Herbert Hainer geerbt.

US-Geschäft braucht weitere Investitionen

Die USA waren vor einigen Jahren noch ein Problemmarkt. Um das zu ändern, pumpte Langzeit-Chef Hainer viel Geld ins Marketing und orientierte sich stärker am Geschmack der Amerikaner. Inzwischen ist Adidas bei der jungen Zielgruppe wieder angesagt. Rorsted muss aber weiterhin viel in den USA investieren. Der Abstand zu Marktführer Nike ist noch immer gewaltig und auch die anderen Konkurrenten schlafen nicht. „Der Wettbewerb wird intensiver werden“, prophezeit Matt Powell, Analyst beim Marktforscher NPD Group. Innovative Produktionswege, Schnelligkeit und Nachhaltigkeit seien entscheidend, um langfristig Erfolg zu haben.

Unsicherheitsfaktor Trump

Welche Auswirkungen die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump auf deutsche Unternehmen hat ist derzeit noch ein Rätsel. Sollte es allerdings zu den befürchteten Importsteuern kommen, könnte das Adidas oder auch Puma empfindlich treffen, glaubt Julian Easthope von der britischen Bank Barclays. Die meisten Waren der Sportartikelhersteller würden in Asien hergestellt. Es sei gut möglich, dass die Konzerne erwägen, bald mehr lokal zu produzieren.

Schwebender Golf-Verkauf

Beim Verkauf der Golfmarken Taylormade, Adams und Ashworth hakt es. Anders als geplant hat Adidas derzeit noch keinen Käufer. Die Verluste der Marken seien viel höher als angenommen, schrieb die „New York Post“ vergangene Woche. Fakt ist, dass immer weniger Menschen Golf spielen, der Markt schrumpft. Adidas will sich daher auf die Produktion von Kleidung und Schuhen für den Sport beschränken. Die Investitionen hierfür sind deutlich geringer als diejenigen für die Entwicklung neuer Schläger oder Bälle.

Ungewisse Reebok-Zukunft

Der Druck auf die Fitness-Tochter nimmt zu. Reebok wächst nur außerhalb des amerikanischen Heimatmarkts und weitaus schwächer als die Hausmarke Adidas. Seit Jahren wird spekuliert, wann sich Adidas von der 2006 zugekauften Tochter wieder trennt. Rorsted scheint zumindest ungeduldiger zu sein als sein Vorgänger. In jedem Sport müsse jedes Mannschaftsmitglied seinen Beitrag zum Gesamterfolg des Teams leisten, hatte er im Herbst gesagt und erste Einschnitte eingeleitet. Dazu gehört der Abbau von 150 Jobs. Zudem wird etwa die Hälfte der Outlets und Läden von Reebok in Nordamerika geschlossen.

Digitalisierung soll Chancen eröffnen

Rorsted will Adidas noch digitaler machen. Bereits jetzt schon vernetzt sich der Konzern mit seinen Konsumenten, studiert das Kaufverhalten und die Sportgewohnheiten, um besser auf Wünsche reagieren zu können. Digitaler heißt auch schneller. Im fränkischen Ansbach testet Adidas seit dem vergangenen Jahr Automatisierungstechniken für die Herstellung von Schuhen. In der so genannten Speed-Factory sollen Roboter eine halbe Million Paar pro Jahr fertigen. Eine weitere Anlage ist in den USA geplant. Test gab es auch kürzlich mit Klamotten. In einem Pop-up-Store in Berlin konnte man sich für kurze Zeit seinen persönlichen Pullover stricken lassen.

Quelle: dpa

Der hoch emotionale Zweiteiler beginnt und endet im Jahr 1974 mit den letzten Monaten im Leben von Rudolf Dassler. Im ersten, anderthalbstündigen Part werden die Anfänge der Dassler-Brüder beschrieben, die Aufbau-Jahre der gemeinsamen Schuhfabrik in ihrer fränkischen Heimat Herzogenaurach nach dem Ersten Weltkrieg.

Es folgen die triumphalen Olympischen Spiele 1936, in denen die Brüder den amerikanischen Superstar Jesse Owens gegen den Widerstand der Nazis mit ihren Schuhen ausrüsteten; bis zu dem bitteren Moment, als Rudi zur Wehrmacht eingezogen wird, Adi jedoch die Firma weiter führen darf.

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