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27.01.2015

08:23 Uhr

Aer Lingus akzeptiert IAG-Angebot

Iren wollen britisch werden

Aer Lingus akzeptiert das Übernahmeangebot der British-Airways-Mutter IAG. Die Airline-Gruppe hatte ihr Gebot am Montag aufgestockt. Nun entscheidet ausgerechnet der Rivale Ryanair mit, ob der Deal zustande kommt.

Flugzeug von Aer Lingus in Dublin: Die Iren akzeptieren das Übernahmeangebot der British-Airways-Mutter IAG. dpa

Flugzeug von Aer Lingus in Dublin: Die Iren akzeptieren das Übernahmeangebot der British-Airways-Mutter IAG.

DublinDie irische Fluggesellschaft Aer Lingus hat das Übernahmeangebot von IAG akzeptiert. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Die British-Airways-Mutter IAG hatte am Montag einen dritten Anlauf zur Übernahme der Airline gestartet. Die International Consolidated Airlines Group (IAG) habe ihr Angebot um rund sechs Prozent auf 1,36 Milliarden Euro aufgestockt, teilte Aer Lingus am Montag mit. Die beiden vorherigen Vorstöße hatte das Management abgelehnt.

Nun ist die Frage, ob auch der irische Staat und der heimische Rivale Ryanair der Übernahme zustimmen – sie sind die größten Aktionäre von Aer Lingus. Ryanair war selbst bereits drei Mal bei Aer Lingus abgeblitzt.

Vor allem wegen der Start- und Landerechte von Aer Lingus auf dem größten europäischen Flughafen London Heathrow bleibt IAG so hartnäckig am Ball. Denn der Airport arbeitet an der Grenze seiner Kapazität, weshalb British Airways auf seinem Heimatdrehkreuz nicht mehr zulegen kann. IAG, zu der auch die spanische Iberia gehört, hob deswegen nun das Angebot auf 2,55 Euro je Aktie an. Davon sollen 2,50 Euro in bar und fünf Cent in Form einer Dividende fließen. Erst im Januar hatte Aer Lingus eine Offerte über 2,40 Euro abgelehnt.

Der Übernahme-Poker wird aber rund ein Jahr vor der Parlamentswahl in Irland zunehmend auch zu einem Politikum. Die beiden größten Oppositionsparteien fordern, auf einen Verkauf des Staatsanteils von 25 Prozent zu verzichten, den die Regierung vor fünf Jahren im Kampf gegen die Schuldenkrise ins Auge gefasst hatte. Die Folgen für Irland würden dramatisch heruntergespielt, warnen sie.

Die Gewerkschaften befürchten den Verlust von bis zu 1200 Arbeitsplätzen und damit etwa einem Viertel aller Stellen bei Aer Lingus. Verkehrsminister Paschal Donohoe kündigte am Sonntag an, die Offerte und deren Auswirkungen auf die Mitarbeiter, das Unternehmen und den Flughafenstandort Dublin mit großer Sorgfalt zu prüfen.

In die Karten spielen könnten IAG Experten zufolge allerdings die guten Beziehungen von Konzern-Chef Willie Walsh. Er stammt aus Dublin und war früher Chef von Aer Lingus, wo er auch seine Karriere als Pilot begonnen hatte. Zudem ist er Verwaltungsratsvorsitzender der irischen Schuldenagentur und könnte vor allem in dieser Funktion Bedenken der Regierung zerstreuen.

Ryanair hatte sich zuletzt zu den IAG-Plänen bedeckt gehalten. Europas größter Billigflieger kämpft derzeit vor Gericht gegen eine Auflage der Wettbewerbshüter, seinen Anteil an Aer Lingus von knapp 30 auf fünf Prozent zu senken.

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