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24.02.2015

12:39 Uhr

Aer Lingus

Höherer Gewinn gibt Fusionskritikern Auftrieb

Die British-Airways-Mutter IAG will die irische Aer Lingus übernehmen. Doch die Airline legt nun gute operative Zahlen für 2014 vor. Das Gewinnplus ruft die Kritiker des Deals in der irischen Politik auf den Plan.

Werden die Iren britisch? Reuters

Aer-Lingus-Flieger in Dublin

Werden die Iren britisch?

DublinDie irische Fluggesellschaft Aer Lingus erhöht mit einem kräftigen Gewinnplus die Hürden für die Übernahme-Pläne der British-Airways-Mutter IAG. Zwar befürwortet das Management ein Zusammengehen mit der International Consolidated Airlines Group (IAG), die in ihrem dritten Vorstoß mittlerweile rund 1,4 Milliarden Euro auf den Tisch legen will.

Aber die am Dienstag präsentierte deutliche Gewinnsteigerung im vorigen Jahr dürfte die Kräfte in der irischen Regierung stärken, die aus Sorge um die Arbeitsplätze Aer Lingus als selbstständiges Unternehmen erhalten wollen. Der Staat hat mit einer Beteiligung von 25 Prozent ein gehöriges Wort mitzureden.

Für 2014 wies Aer Lingus einen Anstieg des Betriebsgewinns vor Sonderposten von 18 Prozent auf 72 Millionen Euro aus. Der deutsche Vorstandschef Christoph Müller, der nach sechs Jahren im Amt zur angeschlagenen Malaysia Airlines wechselt, begründete den Aufwärtstrend vor allem mit Erfolgen auf der Langstrecke. „Unsere Kostenvorteile auf der Langstrecke und unsere geografische Lage haben dazu beigetragen, dass Dublin zum siebtgrößten europäischen Hub für Transatlantik-Flüge wurde“, sagte er. Allein auf den langen Verbindungen habe es einen Passagierzuwachs von mehr als 20 Prozent gegeben.

Wegen Einmaleffekten auf der Kostenseite stand unter dem Strich dennoch ein Verlust von mehr als 95 Millionen Euro. Der Umsatz schoss um gut neun Prozent auf 1,6 Milliarden Euro in die Höhe. Die Ertragskraft des Unternehmens ist für die Fusionsgegner in der Regierung ein wichtiges Argument. Auch die Gewerkschaften machen gegen das Übernahmevorhaben Front, weil sie massive Stellenstreichungen befürchten.

Der irischen Zeitung „Independent“ zufolge dringen Politiker der Labour-Partei, die in der Koalition der Juniorpartner ist, auf eine Blockade. Sie bereiten demnach für den Parteikongress in dieser Woche einen Antrag vor, der eine Veräußerung des Staatsanteils verhindern soll. Ohne diesen Verkauf käme der gesamte Deal nicht zustande.

Die Führung von Aer Lingus dagegen verspricht sich von einer Übernahme Unterstützung im Kampf gegen die wachsende Konkurrenz. „Um die exzellenten Ergebnisse zu verbessern und das Wachstum von Aer Lingus zu beschleunigen, sollte das Unternehmen nach Auffassung des Verwaltungsrates nun die Gelegenheit ergreifen und sich mit IAG zusammenschließen“, erklärte der Gremiumsvorsitzende Colm Barrington.

IAG ist vor allem wegen der Start- und Landerechte am Londoner Großflughafen Heathrow an Aer Lingus interessiert, wo ein Ausbau der Kapazitäten der Tochter British Airways an Grenzen stößt.

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