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08.03.2012

16:06 Uhr

Agrarhändler

Steigende Getreidepreise beflügeln Agravis

Auch die Preisexplosion bei Futtermitteln ist ein Segen für den landwirtschaftlichen Handelsriesen. Für die Zukunft sind die Agrarmanager aber nur vorsichtig optimistisch.

Ein Mitarbeiter des Agravis-Kraftfutterwerkes in Oldenburg überprüft Tierfutter. dpa

Ein Mitarbeiter des Agravis-Kraftfutterwerkes in Oldenburg überprüft Tierfutter.

MünsterDie hohen Getreidepreise haben Europas zweitgrößtem Agrarhändler Agravis einen satten Umsatzsprung beschert. Die Erlöse stiegen 2011 um rund 20 Prozent auf eine Bestmarke von 6,5 Milliarden Euro, wie am Donnerstag in Münster mitgeteilt wurde. Auch der Vorsteuergewinn lag mit 48,2 Millionen Euro um 65 Prozent über dem Vorjahr - und so hoch wie noch nie seit der Gründung der Agravis im Jahr 2004. „Das Jahr 2011 hat uns gefallen: Positive Marktsignale und starke Investitionsbereitschaft der Landwirte“, sagte Vorstandschef Clemens Große Frie. Auch die Wetterkapriolen, die Debatte um Antibiotika und die EHEC-Krise hätten das nicht getrübt.

Das laufende Jahr betrachtet der Vorstandschef aber mit gedämpften Erwartungen. Die Manager rechnen mit einem leichten Umsatzrückgang auf 6,3 Milliarden und erwarten einen Vorsteuergewinn „oberhalb von 40 Millionen Euro“. Angesichts großer Preisschwankungen sei die Zukunft schwer vorhersehbar. Die Umsatzentwicklung 2011 sei etwa zur Hälfte von den steigenden Preisen getrieben gewesen. Vor allem verteuerten sich Getreide und Futtermittel. Ebenso hätten steigende Marktanteile und Zukäufe zu dem Umsatzboom beigetragen. Die Agravis Raiffeisen AG (Münster/Hannover) ist nach der BayWa (München) europaweit die Nummer zwei.

Sehr gut liefen die Geschäfte auch in den Bereichen Landtechnik, Tierfutter und Pflanzen - unter Letzteres fallen zum Beispiel Düngemittel, Saaten und Futterrohstoffe wie Soja. Im Bereich Energie sorgten der lange Winter und die unruhige Lage in der arabischen Welt für einen Preisanstieg. Der Umsatz in dem Segment kletterte von 1,32 Milliarden Euro auf 1,45 Milliarden Euro. Große Frie: „Das Volumen ist nicht gewachsen. Das ist ausschließlich die Preisentwicklung.“

Der Firmenchef stellte klar, dass Agravis nicht in alternative Energien investieren wird. Man habe sehr schlechte Erfahrungen mit Beteiligungen an zwei Biodieselanlagen gemacht. „Politische Festlegungen haben eine Halbwertszeit von sechs Monaten.“ Zwar werde man weiter Dienstleistungen wie das Errichten von Biogasanlagen anbieten. „Wir werden als Agravis aber nicht investieren.“

Von

dpa

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