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29.03.2012

16:32 Uhr

Agrarhandelskonzern

BayWa wird mit Solar-Aufträgen „zugeschüttet“

Weizen, Wind und Sonne füllen derzeit den Geldspeicher der BayWa ansehnlich auf. Preissteigerungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und gute Geschäfte mit erneuerbaren Energien stellen die Münchner zufrieden.

Das Logo der BayWa auf Einkaufswagen in Burghausen. dpa

Das Logo der BayWa auf Einkaufswagen in Burghausen.

MünchenDer bayerische Agrarhandelskonzern BayWa will dank guter Geschäfte mit Feldfrüchten und erneuerbaren Energien das hohe Ertragsniveau des Vorjahres halten. Vorstandschef Klaus Josef Lutz visiert für das laufende Jahr ein Ergebnis etwa auf der Höhe von 2011 an, als das Unternehmen knapp 70 Millionen Euro an Überschuss erwirtschaftete. Der traditionell vorsichtige Prognostiker dämpfte die Erwartungen auf starke Zuwachsraten. „Die Bäume wachsen auch nicht in den Himmel“, sagte er am Donnerstag. An der Börse gab die BayWa-Aktie um rund ein Prozent nach. Im vergangenen Jahr hatte der Handelsriese seinen Umsatz um gut ein Fünftel auf 9,6 Milliarden Euro nach oben geschraubt. Der operative Gewinn war um gut 17 Prozent auf 151,4 Millionen Euro gestiegen.

Die jüngste Ernte sei so ausgefallen, dass mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen sei, sagte Lutz. Hinzu kämen die neuen Einnahmen nach der Übernahme des neuseeländischen Obsthändlers Turners & Growers, mit dem die Münchner zu einem der fünf weltgrößten Apfelhändler aufsteigen.

Durch die Preissteigerungen für ihre Erzeugnisse in den vergangenen Jahren seien die Bauern gut bei Kasse und steckten das Geld in neue Technik. Allein im Dezember habe BayWa gut 1000 Traktoren verkauft, sagte Lutz. Die niedrigen Anlagezinsen führten außerdem zu guten Baustoffgeschäften. Das operative Ergebnis dieses Segments habe sich binnen Jahresfrist verdoppelt. Die Sparte galt nach der Trennung von den Bau- und Gartenmärkten als letztes verbliebenes Sorgenkind des Konzerns.

Glänzend laufe es auch im jungen Geschäftsfeld mit erneuerbaren Energien. Die BayWa entwickelt Solar- und Windenergieprojekte und verkauft sie weltweit an Investoren weiter. Damit hätten sich zuletzt Margen von „weit über zehn Prozent“ erreichen lassen. Von einer Flaute infolge der Solarkrise und der Kürzung der Fördermittel merkt die BayWa noch nichts. „Wir werden mit Photovoltaik-Aufträgen aus Deutschland zugeschüttet“, sagte Lutz.

Anleger hatte die BayWa mit einem überraschend hohen Dividendenplus entzückt. Für das vergangene Jahr will der Konzern seinen Anteilseigner 60 Cent je Aktie abgeben, ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Analysten äußerten sich begeistert. „Wir halten es für sehr positiv, dass die BayWa die Dividende so massiv erhöht hat“, erklärte DZ-Bank-Analyst Heinz Müller.

Anders als in den vergangenen Jahren peilt Vorstandschef Lutz für dieses Jahr keine größeren Zukäufe an, der Schwerpunkt liege auf organischem Wachstum. Auf Sondereinnahmen kann er durch den Verkauf von Immobilien, darunter die Zentrale im Münchner Nordosten, hoffen. Insgesamt sollen die Transaktionen zwischen 150 und 300 Millionen Euro in die Firmenkasse spülen.

Von

rtr

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