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18.08.2016

19:36 Uhr

Air Berlin

Behörde moniert freie Plätze am Notausgang

Air Berlin verlangt für die zusätzliche Beinfreiheit am Notausgang Gebühren. Wenn die Plätze nicht gebucht werden, bleiben sie frei. Angesichts dieser Praxis gibt es bei den Behörden jetzt aber Sicherheitsbedenken.

Die Fluggesellschaft lässt nicht gebuchte Sitze am Notausgang leer. dpa

Air Berlin

Die Fluggesellschaft lässt nicht gebuchte Sitze am Notausgang leer.

BerlinDas Luftfahrt-Bundesamt hält die Praxis der Fluggesellschaft Air Berlin für fragwürdig, nicht eigens gebuchte Sitze an den Notausgängen leer zu lassen. Ein Luftfahrtunternehmen müsse dafür Sorge tragen, „dass alle verfügbaren Notausgänge oder Notausstiege im Notfall unverzüglich geöffnet werden können“, teilte die Behörde der Berliner „tageszeitung“ auf deren Anfrage hin mit. Air Berlin verteidigte dagegen gegenüber der „taz“ ihr Vorgehen.

Air Berlin verlangt für die Plätze an den Notausgängen, die wegen der größeren Beinfreiheit als besonders komfortabel gelten, einen Aufpreis. Wenn kein Passagier diesen bezahlen will, bleiben die Plätze leer. „Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, dass auf diesen Plätzen jemand sitzen muss“, sagte Air-Berlin-Sprecherin Janina Mollenhauer dazu der „taz“.

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„Die Forderung, dass an einem nicht mit einem Flugbegleiter besetzten Notausstieg grundsätzlich eine geeignete Person, die im Notfall diesen Notausstieg öffnen kann, zu platzieren ist“, lasse sich „aus den Bauvorschriften für große Flugzeuge CS-25 ableiten“, zitierte das Blatt dagegen aus der Stellungnahme des Luftfahrt-Bundesamts. Die Behörde verwies darauf, dass ein Flugzeug innerhalb von 90 Sekunden komplett evakuiert werden können muss. Dafür gebe es vorgeschriebene Tests, bei denen auch die Plätze an den Notausgängen besetzt seien.

„Die Notausgänge dienen der Sicherheit“, sagte auch der Luftfahrtexperte Elmar Giemulla der „taz“. „Da darf es keine Abstriche geben, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen.“ Air Berlin zeigte für die Sicherheitsbedenken dagegen kein Verständnis. Bei Bedarf würden die Ausgänge „vom ersten Passagier geöffnet, der sie erreicht“, zitierte die „taz“ die Unternehmenssprecherin.

Von

afp

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