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15.05.2013

11:53 Uhr

Air Berlin

Mehdorn-Nachfolger will auf Etihad-Hilfen verzichten

Von einer Besserung der Lage ist bei der Fluggesellschaft Air Berlin nichts zu sehen. Der Verlust ist zuletzt weiter gestiegen, dennoch setzt der neue Vorstandschef auf Genesung – obwohl das Eigenkapital aufgezehrt ist.

Verkehr am Flughafen Berlin-Tegel. Reuters

Verkehr am Flughafen Berlin-Tegel.

FrankfurtAir Berlin will trotz der aufgezehrten Kapitaldecke ohne neue Geldspritzen von Großaktionäre Etihad über die Runden kommen. „Unser Ziel ist ganz klar: Wir müssen unser Überleben aus eigener Kraft schaffen“, sagte Airline-Chef Wolfgang Prock-Schauer am Mittwoch. Er war dem heutigen Chef der Berliner Flughäfen, Hartmut Mehdorn, Anfang des Jahres ins Amt gefolgt.

Das laufende Sanierungsprogramm sei aufgelegt worden, damit die Eigenständigkeit gesichert werde. Air Berlin hatte die kapitalkräftige Etihad Ende 2011 an Bord holen können – das Unternehmen aus dem Golf-Emirat Abu Dhabi stieg mit knapp 30 Prozent bei der Fluglinie ein und half immer wieder mit Finanzspritzen aus. Im ersten Quartal 2013 verbrannte Air Berlin wegen eines hohen Verlustes sein Eigenkapital komplett. Bis Jahresende soll die Kennziffer wieder positiv werden.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Der Nettoverlust im ersten Quartal war auf fast 200 Millionen Euro gestiegen (Vorjahresquartal. 164 Millionen Euro). Der Umsatz des Lufthansa-Konkurrenten fiel um 2,6 Prozent auf 791,9 Millionen Euro. Prock-Schauer strebt dennoch weiterhin im Gesamtjahr eine schwarze Null im operativen Geschäft an.

Mit dem Sparprogramm kommt die Airline nach eigenem Bekunden voran. „Zwei Drittel der für das Gesamtjahr 2013 eingeplanten Ergebnisbeiträge des 'Turbine'-Programms haben wir bereits abgesichert. Wir sind davon überzeugt, die Zielgröße von 200 Millionen Euro in diesem Jahr zu erreichen. Die 'Turbine'-Effekte werden sich ab dem dritten Quartal im Ergebnis positiv niederschlagen“, so Prock-Schauer.

Air Berlin bezifferte das Eigenkapital nach dem schwachen ersten Quartals auf minus 53,1 Millionen Euro. „Das Eigenkapital ist aufgrund der saisonbedingt traditionell schwachen Ertragslage sowie der Einmalbelastungen negativ. In den Folgequartalen wird allerdings die übliche saisonale Geschäftsbelebung wieder eintreten und das Eigenkapital stärken“, prognostizierte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. Das Ziel bleibe weiterhin, mittelfristig eine Eigenkapitalquote von 15 bis 20 Prozent zu erreichen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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mehdornhausen

15.05.2013, 12:53 Uhr

im klartext ETIHAD wirft schlechtem geld kein gutes mehr hinterher und übernimmt lieber die konkursmasse gegen ein nasenwasser

AIR BERLIN ein laden der ebenso ,wie HEIDELBERGER DRUCK und BAHN nach hartmut MEDDORNS abgang erstmal im chaos versinkt.

der EXKANZLER SCHRÖDER freund MEHDORN kann jetzt den berliner flughafen ins endgültige fiasko managen

hartmutm

18.05.2013, 00:19 Uhr

was hat das mit Mehdorn zu tun? Die Lage bei AB war nie gut. Viel frecher finde ich, dass schon wieder behauptet wird, dass man ein positives EBIT erreichen will. Wer fällt denn noch auf dieses Gelaber rein?

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