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07.01.2015

09:10 Uhr

Air Berlin

Schwacher Dezember macht Sanierung schwerer

Air Berlin verbucht im Gesamtjahr 2014 einen leichten Anstieg an Fluggästen. Der Dezember verlief dagegen schwach – und der Vorstand rechnet mit dem höchsten Verlust der Firmengeschichte.

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BerlinNach einem schwachen Weihnachtsgeschäft hat die Fluggesellschaft Air Berlin 2014 nur ein kleines Passagierplus verzeichnet. Im Gesamtjahr stieg die Zahl der Fluggäste um 0,6 Prozent auf 31,7 Millionen, wie Deutschlands zweitgrößte Fluglinie am Mittwoch mitteilte. Die Auslastung der Maschinen verschlechterte sich im Jahresvergleich um 1,4 Prozentpunkte auf 83,5 Prozent.

Im Dezember musste die angeschlagene Rivalin der Lufthansa einen Passagierrückgang um 0,9 Prozent auf 1,8 Millionen hinnehmen, nachdem die Ticketverkäufe mit dem deutlich ausgeweiteten Flugangebot nicht mithalten konnten. Die Auslastung verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozentpunkte auf 79,0 Prozent.

Air Berlin – schneller Aufstieg, jahrelange Turbulenzen

Die Anfänge

Vor 37 Jahren hob der erste Air-Berlin-Flieger ab. Alles begann mit alliierten Sonderrechten zur Landung im geteilten Berlin. Gegründet wurde Air Berlin als Chartergesellschaft durch den Ex-Pan-Am-Pilot Kim Lundgren. Der Erstflug ging am 28. April 1979 von Tegel nach Mallorca. Die Flotte umfasste zunächst zwei Maschinen. Nach der Wende wuchs Air Berlin zur Nummer Zwei am Himmel über Deutschland heran, doch inzwischen steckt die Fluglinie seit Jahren in der Krise.

1990er-Jahre

1991: Im April kauft der LTU-Manager Joachim Hunold die Mehrheit der Anteile. Es gibt kurz darauf 15 Flüge pro Tag. Air Berlin expandiert und stationiert zunehmend auch Flugzeuge auf Regionalflughäfen.

1998: Mit dem Mallorca Shuttle Einstieg ins Linienfluggeschäft.

2004-2007

2004: Einstieg bei der Fluggesellschaft Niki des früheren Rennfahrers Niki Lauda

2006: Börsengang und Kauf der Fluggesellschaft dba

2007: Kauf des Ferienfliegers LTU, damit auch Interkontinentalflüge

2008

2008: Air Berlin rutscht in die roten Zahlen, legt das erste Sparprogramm auf: Strecken fallen weg, Flugzeuge werden ausgemustert. Die Übernahme des Ferienfliegers Condor scheitert.

2010

Air Berlin kündigt für 2012 den Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld an.

2011

Hunold wirft das Handtuch, Hartmut Mehdorn übernimmt. Ein weiteres Sparprogramm soll das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. 18 der 170 Maschinen werden verkauft.

2012

Die arabische Staatsairline Etihad erhöht ihren Anteil von knapp 3 auf 29,2 Prozent und stützt die Airline mit einem 255-Millionen-Dollar-Kredit. Ein neues Sparprogramm beginnt. Der Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad bringt nur vorübergehend wieder schwarze Zahlen.

2013

Wolfgang Prock-Schauer wird Vorstandschef und verschärft das von Mehdorn im Vorjahr aufgelegte neue Sparprogramm. Jeder zehnte Arbeitsplatz fällt weg, die Flotte schrumpft auf 142 Maschinen. 400 Millionen Euro sollen bis Ende 2014 eingespart werden.

2015

Im Februar löst Stefan Pichler den glücklosen Prock-Schauer ab. Air Berlin macht 447 Millionen Euro Verlust - so viel wie nie.

2016

Nach einem juristischen Tauziehen kann Air Berlin den größten Teil der wichtigen Gemeinschaftsflüge mit Etihad weiter anbieten. Die Zahlen bessern sich aber nicht. Im September kündigt Air Berlin eine Restrukturierung an und streicht bis zu 1200 Stellen. Die Lufthansa übernimmt per Leasing 40 Maschinen.

Air Berlin hat nach jahrelangen Verlusten ein weiteres Sanierungsprogramm angeschoben. Für 2014 rechnet der Vorstand mit dem höchsten Verlust der Firmengeschichte. Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer übergibt die Unternehmensführung am 1. Februar an den früheren Lufthansa-Manager Stefan Pichler.

Von

dpa

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