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13.01.2014

14:40 Uhr

Air Berlin und Etihad

Deutsch-arabische Luftnummer

Mit einem gemeinsamen Flugzeug wollen die angeschlagene Air Berlin und Etihad neue Kunden anlocken. Anleger hatten offenbar auf die Übernahme durch die Araber gesetzt. Immerhin: Es soll kein neues Sparprogramm geben.

Gute Miene zur neuen Maschine: Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer (Mitte links), Etihad-Chef James Hogan und Flugbegleiterinnen. AFP

Gute Miene zur neuen Maschine: Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer (Mitte links), Etihad-Chef James Hogan und Flugbegleiterinnen.

BerlinErwartungen geschürt, Erwartungen enttäuscht: Vor der gemeinsamen Pressekonferenz von Air Berlin und Etihad machten Gerüchte die Runde, die deutsche Fluggesellschaft könnte von den Arabern komplett übernommen werden. Eine Eingliederung von Air Berlin in die neue gegründete Gesellschaft Etihad Regional schien möglich. Die Papiere von Air Berlin schnellten um bis zu 16 Prozent in die Höhe.

Doch dann folgte an der Börse die Ernüchterung: Die Beteiligung von derzeit 29 Prozent an Air Berlin solle nicht erhöht werden, sagte Etihad-Chef James Hogan. Bis zum Montagnachmittag büßte die Aktie rund ein Drittel ihrer Gewinne wieder ein.

Was vom gemeinsamen Auftritt bleibt, ist ein frisch lackiertes Hybrid-Flugzeug. Per Knopfdruck enthüllten Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer und Hogan im neuen Flughafen in Berlin einen Airbus A320. Die Maschine vereint die Schriftzüge der beiden Airlines in einem gemeinsamen Design. Bei Twitter waren bereits vor einigen Tagen Fotos des Mittelstreckenjets Maschine aufgetaucht – erst abgeklebt und dann unverhüllt:

Die Vorstellung des Flugzeugs soll den Auftakt bilden zu einer gemeinsamen Werbekampagne. Zusätzlich wollen Air Berlin und Partner Etihad das gemeinsame Streckennetz ausbauen: Von Februar an sind wöchentlich 49 Flüge zwischen Deutschland und Abu Dhabi vorgesehen, sagte Prock-Schauer. Mit Etihad werden acht neue Ziele in Indien erreichbar sein.

Etihad-Chef Hogan lobte den deutschen Partner: Air Berlin sei eine großartige Airline. „Wir werden weiter wachsen – mit Air Berlin“, sagte Hogan und bekräftigte, dass seine Gesellschaft als langfristiger Partner an der Seite der Deutschen stehe. Prock-Schauer konnte ihm am Montag Argumente liefern, weiter an Bord zu bleiben. Es sei nicht geplant, dass derzeitige Sanierungsprogramm namens Turbine zu verlängern, sagte der Air-Berlin-Chef. „Wir benötigen kein Turbine 2.“ Er sei mit den Erfolgen zufrieden. Mit dem Konzernumbau will die zweitgrößte deutsche Airline 2013 und 2014 jeweils 200 Millionen Euro einsparen.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Nach einem rasanten Expansionskurs steckt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft seit Jahren in der Zwickmühle und hat sich deshalb eine Rosskur verordnet. Da die Sanierung noch nicht den gewünschten Erfolg bringt, hat Etihad wiederholt Geld zugeschossen und den Partner insgesamt mit dreistelligen Millionensummen unterstützt. Nach früheren Angaben erwartet Air Berlin trotz des Sparprogramms für 2013 einen Verlust – wie schon in den Jahren 2008 bis 2011.

Im vergangenen Jahr hat die Airline deutlich weniger Passagiere befördert, zugleich aber die Auslastung ihrer Flugzeuge erhöht. Die Zahl der Fluggäste sank im Vergleich zu 2012 wegen eines deutlich gekappten Flugangebots um 5,4 Prozent auf 31,5 Millionen. Die Sitzplätze waren zu 84,9 Prozent besetzt, das waren 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Im Dezember weitete das Unternehmen das Angebot vor allem auf der Langstrecke wieder aus, die Zahl der Fluggäste sank jedoch verglichen mit dem Vorjahresmonat um 1,5 Prozent auf 1,82 Millionen.

Kommentare (2)

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Gast

13.01.2014, 14:45 Uhr

"Eine Eingliederung von Air Berlin in die neue gegründete Gesellschaft Etihad Regional schien möglich"
Da muss man schon zu völlig absurden Gedankengängen neigen.

Account gelöscht!

13.01.2014, 15:49 Uhr

neues vom Exekutor?

>“Immerhin: Es soll kein neues Sparprogramm geben. „<
Sparprogramm - wie soll ich das denn verstehen?

Der Luftfahrtunternehmenslenker bei >AIR-Beriln<,
das war doch dieser Eisenbahn-Mogul aus OSTEN,
der >Die Deutsche Bundesbahn< jetzt D-Bahn ins 3. Jahrtausend zu katapultieren sich
vorgenommen hatte, – der Super Mehdorn – und Großflughafenbauer >Berlin BER<, Der 100te Mill. Dollar Mann Liqidator Bundesdeutscher Konzerne (Elektroingenieur - anerkannt versteht sich - und M.f.S? [Lebenslauf abgeleitet] bestes Pferd im Stall) aus der Dritten Welt,
also letztes fünftel der Dritten Welt – ja, wenn`s den nicht fristlos gefeuert hätten, dann aber ...

*Die Sonnenbrillen tun Not*
... angekommen,
aus der aufgehenden Sonne geritten gekommen,
die Sonne im Rücken und alle geblendet,
um 10:00 wart schon klar,
Alles Flitsch Original verpackt!

(skadenz für S.-K.)

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