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03.11.2014

16:22 Uhr

Air Berlin wechselt Prock-Schauer aus

Vorstandschef – cancelled

Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer tritt zum 1. Februar 2015 zurück – will aber weiter im Management von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft mitarbeiten. Ein neuer Vorstandschef ist bereits gefunden.

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Air Berlin bekommt einen neuen Chef: Wolfgang Prock-Schauer werde zum 1. Februar 2015 sein Amt auf eigenen Wunsch niederlegen, teilte die Fluglinie am Montag mit. Auf dem Verwaltungsrat wird er nicht mehr angehören. Allerdings bleibe Prock-Schauer dem erweiterten Management künftig als Strategie- und Planungschef erhalten. Der Österreicher war erst Anfang 2013 zum Nachfolger von Hartmut Mehdorn ernannt worden.

Zu seinem Nachfolger habe der Aufsichtsrat Stefan Pichler bestimmt. Der 56-jährige Pichler ist derzeit Chef von Fiji-Airlines; davor leitete er die Geschäfte von Jazeera Airways in Kuwait. Er war auch schon bei der Virgin Gruppe in Australien und bei der Lufthansa tätig. Vier Jahre bis 2004 lenkte Pichler den Reisekonzern Thomas Cook.

Mit dem Abschied von Prock-Schauer endet eine weitgehend glücklose Ära bei Air Berlin. Die Fluggesellschaft steckt wegen eines übereilten Expansionskurses tief in der Krise und hat in den vergangenen fünf Jahren nur einmal Gewinne geschrieben. Just an diesem Montag musste eine weitere Anleihe bedient werden. Die arabische Airline Etihad kaufte 2011 knapp 30 Prozent der Aktien und hält die Berliner seither mit Finanzspritzen in der Luft.

Etihads finanzielles Engagement bei Air Berlin

Aktienanteil

Bislang hält die arabische Airline knapp 30 Prozent Aktienanteil an Air Berlin.

Weitere finanzielle Verbandelungen

Dazu kommen jedoch weitere finanzielle Verbandelungen, etwa die 300-Millionen-schwere Wandelanleihe, die Etihad Air Berlin im Mai zugesichert hat, Kreditlinien in Höhe mehrerer hundert Millionen Euro, sowie der Kauf des Air Berlin Bonusprogramms für 70 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Aktuelle Prüfung des LBA

Aktuelle läuft bereits eine Prüfung des LBA zur Anteilseignerstruktur von Air Berlin. Die Fluglinie selbst gibt sich optimistisch: „Air Berlin ist und bleibt eine deutsche Fluggesellschaft“.

Prock-Schauer hatte im August einen grundlegenden Umbau angekündigt und wollte Ende September Details nennen. In den vergangenen Tagen hatte Prock-Schauer eingeräumt, dass die bisherigen Sparanstrengungen nicht ausreichen, um die Airline zurück in die Gewinnzone zu bringen. Daher sollten weitere 200 Stellen gestrichen werden. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten bereits 900 Stellen gekürzt.

Am bisherigen Geschäftsmodell wollte Prock-Schauer aber festhalten. Air Berlin sei mit den drei Segmenten Europa, Touristik und Langstrecke genau richtig positioniert. Dazu passt, dass mit Pichler bald ein Urgestein der deutschen Tourismus- und Reisebranche an der Spitze steht.

Air Berlin – schneller Aufstieg, jahrelange Turbulenzen

Die Anfänge

Vor 37 Jahren hob der erste Air-Berlin-Flieger ab. Alles begann mit alliierten Sonderrechten zur Landung im geteilten Berlin. Gegründet wurde Air Berlin als Chartergesellschaft durch den Ex-Pan-Am-Pilot Kim Lundgren. Der Erstflug ging am 28. April 1979 von Tegel nach Mallorca. Die Flotte umfasste zunächst zwei Maschinen. Nach der Wende wuchs Air Berlin zur Nummer Zwei am Himmel über Deutschland heran, doch inzwischen steckt die Fluglinie seit Jahren in der Krise.

1990er-Jahre

1991: Im April kauft der LTU-Manager Joachim Hunold die Mehrheit der Anteile. Es gibt kurz darauf 15 Flüge pro Tag. Air Berlin expandiert und stationiert zunehmend auch Flugzeuge auf Regionalflughäfen.

1998: Mit dem Mallorca Shuttle Einstieg ins Linienfluggeschäft.

2004-2007

2004: Einstieg bei der Fluggesellschaft Niki des früheren Rennfahrers Niki Lauda

2006: Börsengang und Kauf der Fluggesellschaft dba

2007: Kauf des Ferienfliegers LTU, damit auch Interkontinentalflüge

2008

2008: Air Berlin rutscht in die roten Zahlen, legt das erste Sparprogramm auf: Strecken fallen weg, Flugzeuge werden ausgemustert. Die Übernahme des Ferienfliegers Condor scheitert.

2010

Air Berlin kündigt für 2012 den Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld an.

2011

Hunold wirft das Handtuch, Hartmut Mehdorn übernimmt. Ein weiteres Sparprogramm soll das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. 18 der 170 Maschinen werden verkauft.

2012

Die arabische Staatsairline Etihad erhöht ihren Anteil von knapp 3 auf 29,2 Prozent und stützt die Airline mit einem 255-Millionen-Dollar-Kredit. Ein neues Sparprogramm beginnt. Der Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad bringt nur vorübergehend wieder schwarze Zahlen.

2013

Wolfgang Prock-Schauer wird Vorstandschef und verschärft das von Mehdorn im Vorjahr aufgelegte neue Sparprogramm. Jeder zehnte Arbeitsplatz fällt weg, die Flotte schrumpft auf 142 Maschinen. 400 Millionen Euro sollen bis Ende 2014 eingespart werden.

2015

Im Februar löst Stefan Pichler den glücklosen Prock-Schauer ab. Air Berlin macht 447 Millionen Euro Verlust - so viel wie nie.

2016

Nach einem juristischen Tauziehen kann Air Berlin den größten Teil der wichtigen Gemeinschaftsflüge mit Etihad weiter anbieten. Die Zahlen bessern sich nicht. Gespräche mit Lufthansa über einen Verkauf von Geschäftsteilen beginnen. Mit einem tiefgreifenden Umbau und der Streichung von bis zu 1200 Arbeitsplätzen will Air Berlin seine Krise überwinden.

2017

Air Berlin bekommt einen neuen Chef. Der Lufthansa-Manager und früheren Germanwings-Chef Thomas Winkelmann wird Vorstandschef. Air Berlin führt ihren Flugbetrieb in zwei getrennten Geschäftsfeldern weiter: Langstreckenflüge und Städteverbindungen in Europa werden zusammengefasst, Urlaubsflüge unter der Marke Niki geführt. Lufthansa erklärt sich bereit, Air Berlin zu übernehmen, wenn der Großaktionär Etihad zuvor die Schulden übernähme.

15. August 2017

Air Berlin meldet Insolvenz an. Zuvor hatte Etihad seine finanzielle Unterstützung eingestellt. Ein 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes soll den Flugbetrieb zunächst sichern.

Kommentare (1)

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Herr Stefan Schultz

03.11.2014, 17:09 Uhr

"Air Berlin-Chef bekommt einen neuen Chef: Wolfgang Prock-Schauer werde zum 1. Februar 2015 sein Amt auf eigenen Wunsch niederlegen, teilte die Fluglinie am Montag mit. Auf dem Verwaltungsrat wird er nicht mehr angehören."

Liebe HB-Redaktion,

bitte den Abschnitt nochmal lesen und die Fehler korrigieren. Beim nächsten mal am besten vor Veröffentlichung die Rechtschreib- und Grammtikprüfung 'drüberlaufen' lassen.

Danke

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