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28.07.2017

13:07 Uhr

Air France-KLM

Delta und China Eastern kaufen sich ein

Zukauf beim französisch-niederländischen Konkurrenten: Delta Airlines und China Eastern Airlines steigen bei Air France-KLM ein. Die Kooperationen sollen den Fluggesellschaften neuen Schub bringen.

Delta Airlines und China Eastern Airlines steigen bei Air France-KLM ein. Reuters

Fluggesellschaft

Delta Airlines und China Eastern Airlines steigen bei Air France-KLM ein.

ParisAir France-KLM forciert mit einem milliardenschweren Geflecht aus Querverbindungen die Kooperation mit Partner-Airlines. Ziel ist eine Stärkung der Präsenz auf Transatlantik-Flügen und ein Ausbau der Routen nach China. Dazu arbeitet der französisch-niederländische Lufthansa-Rivale künftig enger mit der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines und der britischen Virgin Atlantic auf Routen über den Atlantik zusammen: Zwei überlappende Gemeinschaftsunternehmen für diese Strecken werden zu diesem Zweck verschmolzen, und Air France-KLM kauft einen Virgin-Anteil von 31 Prozent. Zudem steigen Delta und China Eastern Airlines mit je zehn Prozent bei Air France-KLM ein. Es ist das erste Investment einer der drei großen staatlichen Fluggesellschaften aus der Volksrepublik bei einer westlichen Airline.

Die beiden bestehenden Joint Ventures aus Air France-KLM, Delta und Alitalia sowie Air France-KLM, Delta und Virgin gehen ineinander über. Alitalia könne hier künftig weiter als Geschäftspartner kooperieren, teilte Air France mit. Der Einstieg von Air France-KLM bei Virgin für rund 220 Millionen Euro soll der britischen Fluggesellschaft zudem alle Möglichkeiten für den Ausgang der Brexit-Verhandlungen geben. Der Anteil des britischen Firmengründers Richard Branson sinkt dadurch auf 20 Prozent, kann aber je nach Ausgang der EU-Austrittsgespräche wieder zurückverkauft werden. Der Sitz der Mehrheit ist entscheidend für Flugrechte in der Europäischen Union.

Air-France: Die neue Tochter heißt Joon

Air-France

Die neue Tochter heißt Joon

Air-France will mit seiner neuen Tochter-Airline besonders auf hart umkämpften Flugstrecken punkten. Die Airline, die mit dem Namen Joon an den Start geht, soll die Konkurrenz dabei durch niedrige Kosten ausstechen.

Delta hält 49 Prozent an Virgin Atlantic. Dem Deal müssen die Kartellämter noch zustimmen. Die drei Partner kommen mit ihm bei den Transatlantik-Flügen zusammen auf einen Kapazitätsanteil von 27 Prozent und liegen damit vor der Konkurrenz. Der Einstieg von Delta und China Eastern bei Air France-KLM über den Kauf neuer Aktien hat ein Volumen von 751 Millionen Euro. Dank der Allianz übernehme man am Knotenpunkt Shanghai unter den europäischen Gesellschaften eine führende Rolle, erklärte Air France. Delta hält 3,2 Prozent an China Eastern. Die drei Unternehmen arbeiten bereits in der Allianz SkyTeam zusammen. Lufthansa ist dagegen in der Star Alliance engagiert.

Air France-KLM erhofft sich von den Kooperationen einen zusätzlichen Schub, nachdem bereits das zweite Quartal besser lief als erwartet. Dank wieder verstärkter Nachfrage nach Flugreisen stieg der operative Gewinn binnen Jahresfrist um knapp 57 Prozent auf 496 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte eine Serie islamistischer Anschläge in Frankreich das Geschäft belastet. Der Umsatz legte um 1,5 Prozent zu, nachdem er im Vorquartal noch leicht gesunken war. Auch hinsichtlich der Preisgestaltung und der Buchungen für den Rest des Jahres zeigte sich Air France-KLM optimistischer als Rivalen wie Lufthansa und die Billigflieger Ryanair und Easyjet, die dank boomenden Reisegeschäften ebenfalls solide Bilanzen vorgelegt hatten.

Von

rtr

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