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29.10.2014

12:40 Uhr

Air France-KLM

Die Folgen eines Pilotenstreiks

Rund 330 Millionen Euro kostet die Air France-KLM der Streik der französischen Piloten im September, die Fluggesellschaft muss Gewinn- und Umsatzeinbrüche hinnehmen. Eine Erholung der Lage ist sobald nicht zu erwarten.

Air France-KLM-Chef Alexandre de Juniac: Zusätzlich zu Gewinneinbrüchen kündigte sein Finanzchef auch noch einen verschärften Sparkurs an. ap

Air France-KLM-Chef Alexandre de Juniac: Zusätzlich zu Gewinneinbrüchen kündigte sein Finanzchef auch noch einen verschärften Sparkurs an.

ParisDer wochenlange Pilotenstreik verhagelt dem Lufthansa -Rivalen Air France-KLM die Geschäfte. Der operative Gewinn brach im dritten Quartal um über 60 Prozent auf 247 Millionen Euro ein, wie der zweitgrößte Luftfahrt-Konzern Europas am Mittwoch mitteilte. Der massive Ausstand der Air-France-Flugzeugführer, die sich gegen den Ausbau einer Billigtochter wehrten, riss ein Loch von einer halben Milliarde Euro in die Bilanz. Der Konzern will nun auf die Kostenbremse treten. Finanzchef Pierre-Francois Riolacci dementierte aber erneut Medienberichte, wonach es bei KLM einen Abbau von einem Viertel aller Stellen geben könne.

"Es gibt keine drastischen Notfallmaßnahmen, die angekündigt werden müssten", sagte Riolacci. Allerdings werde das Marktumfeld auch im vierten Quartal schwierig bleiben, unter anderem wegen des Ebola-Ausbruchs in Westafrika. Wegen des Gewinneinbruchs ist der bisherige Ausblick für dieses Jahr nicht mehr zu halten: Die Airline erwartet nunmehr noch 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro Betriebsergebnis. Anleger reagierten enttäuscht: Die Aktien brachen bis zu vier Prozent ein. In den vergangenen sechs Monaten waren die Papiere bereits um 40 Prozent gefallen.

Air France kämpft wie viele ehemalige Staats-Fluglinien gegen rasch expandierende Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet. Um angesichts der Konkurrenz mithalten zu können, treibt die Konzernführung den Ausbau des eigenen Günstig-Ablegers Transavia voran. Gegen die Pläne gingen die Piloten jedoch auf die Barrikaden - mit Erfolg. Neue Transavia-Flieger werden nicht wie geplant in ganz Europa an den Start gehen, sondern nur in Frankreich. Endgültig beigelegt ist der Konflikt aber noch nicht, da an dem ausformulierten Tarifvertrag noch gefeilt wird. Nach Aussage von Luftfahrt-Analyst Robin Byde von Cantor Fitzgerald hat Air France-KLM noch mehr Baustellen als nur die Piloten. "Unsere eigentliche Sorge ist, dass drei von vier Geschäftsfeldern der Gruppe weiterhin 'strukturelle' Probleme haben." Dabei handle es sich um das Passagiergeschäft auf der Kurz- und Langstrecke sowie die Frachtsparte.

Rücknahme der Billigflug-Pläne: Air France knickt vor den Piloten ein

Rücknahme der Billigflug-Pläne

Air France knickt vor den Piloten ein

Im Streit um den Ausbau der Air France Billigflugtochter Transavia ist das Management zu einem weitreichenden Angebot bereit: Die Fluggesellschaft bietet den streikenden Piloten die Rücknahme des Vorhabens an.

Ähnlich wie bei Air France ist der Arbeitskampf bei der Lufthansa gelagert - auch dort kämpfen die Piloten hinter den Kulissen vor allem gegen von der Konzernführung geplante Billig-Airlines. Offiziell gehst es ihnen aber um ihre Altersversorgung. Die Kranich-Linie will am Donnerstag ihre Quartalszahlen vorstellen, Rivale British Airways-Iberia folgt einen Tag später. Neben den Belastungen durch Streiks dürfte die Airline-Branche aber auch Rückenwind bekommen, da die Kerosinpreise stark gesunken sind. Noch im Juni kostete ein Barrel Öl 116 Dollar - seitdem purzelte der Preis auf zwischenzeitlich gut 82 Dollar, ein Minus von 30 Prozent.

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