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04.04.2016

18:45 Uhr

Air France

Stewardessen wehren sich gegen Kopftuchpflicht

Die Fluglinie Air France hat eine Ausnahmeregelung für Flüge in den Iran getroffen: Flugbegleiterinnen und Pilotinnen, die beim Verlassen der Maschine kein Kopftuch tragen wollen, sollen für andere Flüge eingeteilt werden.

Stewardessen und Pilotinnen sind angehalten, Hose, eine leichte Jacke und ein Kopftuch zu tragen, wenn sie in Teheran die Maschine verlassen. Das weibliche Personal der Fluglinie Air France wehrt sich dagegen. dpa

Flugbegleiterin

Stewardessen und Pilotinnen sind angehalten, Hose, eine leichte Jacke und ein Kopftuch zu tragen, wenn sie in Teheran die Maschine verlassen. Das weibliche Personal der Fluglinie Air France wehrt sich dagegen.

ParisNach Protesten von Flugbegleiterinnen gegen eine Kopftuchpflicht bei Landungen in Teheran plant die französische Fluggesellschaft Air France eine Ausnahmeregelung. Stewardessen und Pilotinnen, die aus persönlichen Gründen beim Verlassen der Maschine im Iran kein Kopftuch tragen wollten, sollten für andere Flüge eingeteilt werden, sagte Personalchef Gilles Gateau dem Radiosender Europe 1 am Montag vor einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern. Sie sollten nicht zu Flügen nach Teheran gezwungen werden.

Air France hatte seine Flüge in den Iran 2008 ausgesetzt und nimmt sie am 17. April wieder auf, nachdem die westlichen Sanktionen gegen das Land aufgehoben wurden.

Die Unternehmensleitung hatte die Mitarbeiter nach Gewerkschaftsangaben in einem internen Schreiben darüber informiert, dass weibliches Kabinenpersonal auf Flügen nach Teheran Hosen und eine locker sitzende Jacke tragen und beim Verlassen des Flugzeugs das Haar mit einem Tuch bedecken müsse.

Wirtschaftsstandort Iran – Geschäfte am Golf

Wirtschaft

Iran ist den meisten in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem als Rohstoffland bekannt. Dort lagern die weltweit drittgrößten Erdöl- und die zweitgrößten Erdgasreserven. Weitere wichtige Sparten sind die Textilwirtschaft, die Autoproduktion und der Bausektor. Die Wirtschaft gilt als zentralisiert, schreiben mehrere Think Tanks. Religiöse Stiftungen kontrollieren demnach rund 80 Prozent der Wertschöpfungskette.

Handel

Wegen zahlreicher Embargos des Westens gegen Iran ist der Handel mit Deutschland stark eingeschränkt. Deutsche Unternehmen verkauften laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertags 2014 Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro in die Islamische Republik. Vor den Sanktionen waren es noch zwei Milliarden mehr. Nur noch rund 80 deutsche Firmen haben dort eine offizielle Niederlassung.

Die Kopftuchvorschrift gilt bereits für einige Länder, unter anderem Saudi-Arabien. Die Gewerkschaften forderten, dass die Zusammensetzung der Crew auf freiwilliger Basis erfolgen müsse und dass Flugbegleiter, die wegen der Kopftuchvorschrift nicht in den Iran fliegen wollen, keine Gehaltsabzüge bekommen dürften. Auch dürfe die Weigerung nicht in der Personalakte notiert werden.

Die Gewerkschaften verweisen auf frühere Ausnahmeregelungen, die während der Ebola-Krise für Flüge nach Conakry in Guinea sowie 2011 nach der Atomkatastrophe von Fukushima für Flüge nach Tokio galten.

Von

afp

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