Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2014

12:05 Uhr

Airbus A380

Indien öffnet Flughäfen für Lufthansa-Riesenflieger

Gute Nachrichten für die Lufthansa: Schon bald darf die deutsche Airline indische Flughäfen mit dem Airbus A380 anfliegen. Dadurch wird das Schwellenland deutlich attraktiver. Auch Passagiere profitieren.

Neben der Lufthansa profitiert auch Emirates von der Öffnung der indischen Flughäfen. dapd

Neben der Lufthansa profitiert auch Emirates von der Öffnung der indischen Flughäfen.

Ein bislang geltendes Landeverbot für Flugzeuge vom Typ Airbus A380 in Indien ist von den Behörden des Landes aufgehoben worden. Damit kann das größte Passagierflugzeug der Welt prinzipiell auf vier indischen Flughäfen landen, wie das Zivilluftfahrtministerium am Montag mitteilte. Wichtige Betreiber des Großraumfliegers wie die Deutsche Lufthansa und Emirates können damit das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt mit dem doppelstöckigen Flieger anfliegen.

Neben Neu Delhi und Mumbai sind der Mitteilung zufolge auch die Flughäfen in Bangalore und Hyderabad auf A380-Flüge vorbereitet. Verbindungen mit dem Flugzeugtyp bedürfen aber weiterhin der Absprache mit den Behörden.

Angaben des Ministeriums zufolge ist auch Singapore Airlines an einem Betrieb des Superjumbos auf Strecken in den Wachstumsmarkt Indien interessiert. Um die heimischen Fluggesellschaften zu schützen, galt bislang ein Verbot des Betriebs von Flugzeugen, die größer waren als die bewährte Boeing 747.

Das sind die neuen Flieger der Lufthansa

Spritsparende Modelle

Die Lufthansa hat im Herbst 2013 für 14 Milliarden Euro die neuesten Langstrecken-Jets von Boeing und Airbus bestellt. Die Airline deckt sich mit zweistrahligen Langstrecken-Jets ein, die wesentlich weniger Sprit verbrauchen sollen als derzeitige Modelle. Das ist wichtig, da die Tankrechnung einer der größten Kostenposten der Airline ist. Mit 300 bis gut 400 Sitzen sind die neuen Flieger eine Nummer kleiner als das Lufthansa-Flaggschiff, der Airbus A380.

A350 – Leichtbauweise und neue Triebwerke

Der A350 ist das neueste Kind des europäischen Flugzeugbauers: Erstmals hob der Jet mit zwei Triebwerken im Juni ab. Das vollkommen neu konstruierte Flugzeug besteht zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, die das Gewicht senken. Die Leichtbauweise und neue Triebwerke sollen dafür sorgen, dass der Spritverbrauch im Vergleich zu heutigen Maschinen um ein Viertel sinkt.

A350 – Platz für bis zu 350 Passagiere

Im A350 haben je nach Variante 270 bis 350 Passagiere Platz. Der von der Lufthansa bestellte Typ A350-900 zählt 314 Sitze. Derzeit liegen 707 Bestellungen für den laut Listenpreis bis zu gut 320 Millionen Dollar teuren Prestigeflieger vor. Das erste Exemplar soll 2014 an Qatar Airways ausgeliefert werden.

777X – Lufthansa Erstkunde?

So weit wie Airbus ist Boeing mit seinem Nachfolger des Bestsellers 777 lange nicht. Offiziell ist der Bau der zweistrahligen Maschinen noch nicht beschlossen - der US-Hersteller sammelt derzeit noch Bestellungen ein. Die Lufthansa hat gute Chancen, Erstkunde für die sogenannte 777-9X zu werden. Auch Emirates spielt eine Großorder durch. Die Auslieferung der Jets dürfte erst Ende des Jahrzehnts starten.

777X – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Die von der Lufthansa favorisierte Variante zählt 414 Sitze. Nach der Pannenserie beim Dreamliner 787 setzten die Boeing-Ingenieure aber nicht ganz so viel neue Technologie ein. Nicht das ganze Flugzeuge, sondern lediglich die Flügel und die Triebwerke werden neu konstruiert. Damit soll der Kerosinverbrauch um 20 Prozent sinken. Das Flugzeug ist eine Fortentwicklung des Bestsellers 777, der seit den 90er Jahren fliegt.

Mit dem Betrieb der A380 werde den indischen Flughäfen mehr Umsatz ermöglicht und den Passagieren würden vermehrte Reisemöglichkeiten geboten, wie es vom Ministerium weiter hieß. Die Entscheidung für die A380 sei getroffen worden in Absprache mit der Flughafen-Aufsichtsbehörde und der Zivilluftfahrt- Aufsicht.

Emirates betreibt die derzeit größte A380-Flotte. Gemeinsam mit der Lufthansa kam von hier der Wunsch nach Flügen in Indien auf. Im Land werden laut einer Prognose der Branchenvereinigung IATA bis 2016 107,2 Millionen Flugpassagiere erwartet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×