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05.07.2017

14:35 Uhr

Airbus

China bestellt Flieger für fast 20 Milliarden Euro

Er kam nach Berlin – und hatte einen Großauftrag im Gepäck: Am Rande des Besuchs von Chinas Präsident Xi Jinping hat Airbus einen Milliarden-Deal mit China bekanntgegeben. Ein weiterer Auftrag zeichnet sich bereits ab.

Pariser Luftfahrtmesse

Gerücht bestätigt: Airbus ergattert Milliarden-Deal

Pariser Luftfahrtmesse: Gerücht bestätigt: Airbus ergattert Milliarden-Deal

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BerlinDer europäische Luftfahrtkonzern Airbus wird in den kommenden Jahren 140 Flugzeuge nach China liefern. Einen entsprechenden Rahmenvertrag im Wert von 22,8 Milliarden US-Dollar (20,1 Mrd. Euro) schloss Airbus mit der staatlichen chinesischen Luftfahrt-Handelsgesellschaft CAS. Das Abkommen wurde am Mittwoch in Berlin im Beisein des chinesischen Präsidenten Xi Jinping von Airbus-Chef Tom Enders und CAS-Vizepräsident Sun Bo unterzeichnet. Auch andere deutsche Konzerne wie Siemens oder Daimler bauen ihre Geschäfte mit China aus und unterzeichneten entsprechende Vereinbarungen.

Bei den bestellten Airbus-Maschinen handelt es sich um 100 aus der A320-Familie für die Kurz- und Mittelstrecke sowie 40 Exemplare des A350 XWB für die Langstrecke. Sie sollen „in den nächsten fünf bis sechs Jahren“ an die chinesischen Airlines ausgeliefert werden, sagte Enders vor Journalisten in Berlin. Bislang keinen Auftrag aus China gibt es für das Großraumflugzeug A380, das derzeit weltweit kaum nachgefragt wird. Enders sieht dennoch für die A380 ein Marktvolumen von rund 100 Flugzeugen in China.

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Von den 100 bestellten A320-Maschinen soll nach Worten von Enders knapp die Hälfte in China selbst gebaut werden. Dort betreibt der Konzern in Tianjin ein Werk. Die 40 A350-Flugzeuge würden ausschließlich in Europa montiert, allerdings mit einem wachsenden Anteil an Bauteilen aus China. Im vergangenen Jahr seien 50 von insgesamt 700 Airbus-Fliegern in China hergestellt worden.

In den chinesischen Airline-Flotten sind bereits 1440 Airbusse im Einsatz (Stand: Ende Mai 2017), darunter 1230 Exemplare der A320. „China ist heute einer der weltweit wichtigsten Luftfahrtmärkte“, sagte Enders. Im ersten Quartal sei die Zahl der Passagiere dort im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent gestiegen.

Siemens-Chef Joe Kaeser unterzeichnete am Rande des Besuchs von Präsident Xi Jinping in Berlin zwei Absichtserklärungen für strategische Partnerschaften im Bereich der Digitalisierung. Der Autobauer Daimler will eine Kooperation für Elektroautos vertiefen und ein Batteriewerk in China errichten. Der Technologiekonzern Voith will mit einem chinesischen Partner beim Projekt eines Wasserkraftwerks in Afrika zusammenarbeiten.

Xi traf am Mittwoch auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Dabei sollte auch der G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag in Hamburg vorbereitet werden. Dort geht es vor allem um den Klimaschutz und den Welthandel.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Von

dpa

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