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29.11.2016

15:38 Uhr

Airbus streicht über 1100 Jobs

Au revoir, Ottobrunn!

Airbus-Chef Tom Enders baut seinen Luftfahrtkonzern weiter um. Nun streicht das Unternehmen 1164 Stellen – Deutschland ist besonders stark davon betroffen. Damit verlegt Airbus seinen Hauptsitz endgültig nach Toulouse.

In Ottobrunn bei München sollen 429 Jobs wegfallen. Reuters

Airbus

In Ottobrunn bei München sollen 429 Jobs wegfallen.

ToulouseDer europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus streicht 1164 Stellen. Davon entfallen 429 auf Deutschland, vor allem am Standort Ottobrunn bei München, wie ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag in Toulouse sagte.

Airbus-Chef Tom Enders hatte bereits Ende September angekündigt, das Management des Konzerns zu straffen. Im Kern geht es darum, das Management der bisher in einer Tochtergesellschaft geführten Passagierjet-Sparte mit der Leitung des Dachkonzerns zusammenzubringen. Enders will damit den Konzern beweglicher machen. Das Unternehmen beschäftigt gut 136.000 Mitarbeiter.

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„Mit der Fusion wird das Unternehmen seinen Hauptsitz endgültig von Paris und München nach Toulouse verlegen und damit 325 Stellen verlagern“, berichtete das Unternehmen. Auf Paris und München entfalle jeweils die Hälfte der verlagerten Stellen, ergänzte der Sprecher. Die verlagerten Stellen zählten nicht beim Stellenabbau.

Eine Einigung mit den Sozialpartnern über den Stellenabbau soll es bis Mitte kommenden Jahres geben. Gewerkschaften hatten in Frankreich bereits vor rund einer Woche darüber berichtet, dass bei dem Konzern über 1000 Stellen zur Disposition stehen.

In Frankreich sind beim Abbau rund 640 Stellen betroffen. Der Standort Suresnes bei Paris soll aufgelöst werden. In Spanien geht es um 39 Stellen, in Großbritannien um 54. Nähere Angaben zu den Standorten, die in Deutschland außer Ottobrunn betroffen sind, machte der Sprecher nicht. Die Verhandlungen mit den Sozialpartnern liefen. Insgesamt gehe es um Jobs in der Verwaltung und der Forschung, nicht in der Produktion.

Enders erklärte, Airbus werde aus der Integration gestärkter hervorgehen. „Mit diesen schlankeren Strukturen werden wir die Leistung und Teamarbeit im Unternehmen weiter verbessern.“ Die Konzernzentrale des früheren deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmens war bereits vor drei Jahren nach Toulouse verlagert worden, wo auch die Flugzeugsparte sitzt.

Nach dem Triebwerk-Desaster beim Militärtransporter A400M und Produktionsproblemen beim neuen Langstreckenjet A350 steht das Unternehmen unter Druck. Hinzu kommt die schleppende Nachfrage beim Großraum-Jet A380. Zugleich kann der Konzern aber prall gefüllte Auftragsbücher für kleinere Passagierjets vorweisen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Tom Schmidt

29.11.2016, 16:45 Uhr

Aja... die Formulierungen werden klarer. sonst heißt es immer: Abbau in der Verwaltung.

Jetzt heißt es: Abbau in der Verwaltung und äh... so ein wenig in der Forschung, aber natürlich nicht in der Produktion (die kann man dann ja je nach Auftragslage langsam ausbluten lassen).

Tja... das ist der Deal und das deutsch-französische "Gleichgewicht", damit Reuters-Zögling Enders als Deutscher den Job machen darf, müssen halt die deutschen Standorte etwas bluten. Aber dafür haben wir ja unseren Major Tom! Ist das nicht schön? (wenigstens den, weil eine eigene Regierung haben wir offensichtlich nicht!!!)

Herr chris schnitzler

29.11.2016, 17:53 Uhr

sehr richtig Herr schmidt- in china wird ein 2 Flugzeugwerk eröffnet und die 6000 Leiharbeiter in Finkenwerder können sich schon mal auf eine Umschulung einrichten. Bei Lh Technik in HH werden ebenfalls jobs abgebaut weil die Flugzeugüberholung in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig ist- die Stadt Hamburg auf dem Weg ins Armenhaus der Republik und herr Enders wird gefeiert-
Gute Nacht Deutschland

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