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03.03.2017

10:42 Uhr

Airbus-Transporter

Weiteren Milliardenkosten beim A400M?

Airbus-Chef Tom Enders hat die Käuferstaaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien vor weiteren Problemen mit dem Pannenflieger A400M gewarnt. Im schlimmsten Fall könnte es um Milliardenbeträge gehen.

Aufgrund von neuen technischen Problemen warnt der Airbus-Chef die Käuferstaaten nun vor weiteren Milliardenkosten. Reuters, Sascha Rheker

Tom Enders

Aufgrund von neuen technischen Problemen warnt der Airbus-Chef die Käuferstaaten nun vor weiteren Milliardenkosten.

London/ToulouseAirbus-Chef Tom Enders zeichnet vor den erhofften Verhandlungen mit den Käuferstaaten über den Pannenflieger A400M ein düsteres Bild für das Unternehmen. „Da hängt ein großes finanzielles Damokles-Schwert über uns“, sagte Enders der „Financial Times“. Im schlimmsten Fall könnte es um Milliardenbeträge gehen. Immer neue technische Probleme und weitere Verzögerungen bei der Auslieferung des Militärtransporters hatten Airbus 2016 bereits mit 2,2 Milliarden Euro belastet.

Dabei ging es vor allem um Schäden an den Getrieben der Turboprop-Triebwerke. So fliegt von den acht an die Bundeswehr ausgelieferten A400M-Exemplaren derzeit nur eines. Deutschland und andere Staaten fordern von Airbus daher Schadenersatz. Wie hoch die Forderungen insgesamt sind, will Airbus nicht sagen. Laut „FT“ sollen sich die Vertragsstrafen auf fast eine Milliarde Euro belaufen.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Vor sieben Jahren hatten Käuferstaaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien das A400M-Projekt mit einer Finanzspritze vor dem Aus bewahrt. Die Staaten beteiligten sich mit 3,5 Milliarden Euro an den bis dahin absehbaren Zusatzkosten von über 5 Milliarden Euro. Im Gegenzug kappten sie die Zahl der bestellten Maschinen. Airbus-Chef Enders hatte vergangene Woche angekündigt, mit den Käuferstaaten über Schadenersatzansprüche verhandeln zu wollen.

Jüngst wurden bei den A400M der Bundeswehr in zehn Triebwerken Risse entdeckt. Die Risse seien typische Verschleißerscheinungen und beeinflussten den Flugbetrieb nicht, sagte ein Sprecher der Luftwaffe vergangene Woche. Sie müssten aber immer wieder kontrolliert werden. Wenn sie größer würden, könne es Probleme geben.

Von

dpa

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