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19.01.2010

08:17 Uhr

Airline

Blue Wings wehrt sich gegen Vorwürfe

VonJens Koenen , Thomas Wiede

Die Stimmung zwischen der Fluggesellschaft und ihrem russischen Investor bleibt weiterhin frostig: Lebedew wirft der Unternehmensführung Unfähigkeit vor, im Gegenzug spricht die Firma von nicht eingehaltenen finanziellen Zusagen. Jetzt steht das Aktionärstreffen und damit ein offener Schlagabtausch an.

Ein Airbus der deutschen Fluggesellschaft Blue Wings. dpa

Ein Airbus der deutschen Fluggesellschaft Blue Wings.

FRANKFURT/MOSKAU. Der Streit zwischen dem Management der angeschlagenen Fluggesellschaft Blue Wings und dem Großaktionär Alexander Lebedew eskaliert. Blue Wings wehrte sich gestern gegen Lebedews Vorwurf des Missmanagements: "Wir weisen die Behauptungen entschieden zurück", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. "Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie ein Großaktionär sein Investment seit Monaten in Misskredit bringt."

Die in Bocholt beheimatete Airline, an der Lebedew mit 49 Prozent beteiligt ist, befindet sich in Schwierigkeiten. Löhne wurden nicht gezahlt und die Flugzeuge müssen am Boden bleiben. Lebedew macht dafür die Unfähigkeit des Managements um den Gründer und CEO von Blue Wings, Jörn Hellwig, verantwortlich. Heute werden Lebedew und Hellwig wohl auf einem Aktionärstreffen in Zürich aufeinander treffen.

Die Stimmung dürfte gereizt sein. Lebedew erhebt gegen Hellwig schwere Vorwürfe und würde ihn am liebsten auswechseln. Selbstverständlich habe er immer pünktlich die erforderlichen Summen in die Fluggesellschaft nachgeschossen, beteuert er. Hellwig habe das Geld aber in von ihm gegründete Firmen gesteckt, die für Blue Wings arbeiteten, anstatt die Gehälter auszuzahlen. In einer Pressemitteilung seiner Holding NRC ist gar die Rede vom Verdacht eines organisierten Bankrotts.

"Wenn Herr Lebedew behauptet, er habe alle finanziellen Zusagen gehalten, so ist das die Unwahrheit", kontert der Sprecher von Blue Wings. "Wir setzen alles daran, unser Unternehmen und die 250 Arbeitsplätze zu erhalten und den Flugverkehr bald wieder aufzunehmen."

Dagegen findet es Lebedew merkwürdig, dass kein Geld bei den Angestellten der Fluglinie angekommen sei. "Ich dachte, dass in Deutschland zuerst die Gehälter bezahlt werden müssen", sagte Lebedew.

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