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25.05.2016

10:52 Uhr

Airlines und das Öl

Löst sich der Boom in Luft auf?

VonJens Koenen

Das billige Kerosin hat Airline-Manager und die Aktionäre der Fluggesellschaften in Euphorie versetzt. Doch der Boom könnte schon wieder zu Ende gehen: Der Gegenwind nimmt zu, die Kurse der Airlines fallen bereits.

Der durch billiges Kerosin angetriebene Höhenflug der Airlines könnte bald zu Ende sein. dpa

Lufthansa-Maschine im Landeanflug

Der durch billiges Kerosin angetriebene Höhenflug der Airlines könnte bald zu Ende sein.

FrankfurtEs waren deutliche Worte, die Pierre-Francois Riolacci, Finanzchef der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM, vor einigen Tagen fand. „Wir sehen einen Markt, der noch mehr unter Druck geraten ist, und wir sind sehr, sehr vorsichtig, besonders was das zweite Quartal betrifft.“ Die guten Zeiten, in denen vor allem niedrige Ölpreise den Airline-Managern ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte, könnten schon wieder vorbei sein.

Die etablierten Netzwerk-Airlines jedenfalls rüsten sich für schwierigere Zeiten. Sie nutzen dazu jenes Werkzeug, das am schnellsten einzusetzen ist: eine Reduzierung des eigenen Angebots. Die Lufthansa etwa wollte die Kapazität in diesem Jahr eigentlich um 6,6 Prozent ausbauen, jetzt werden es weniger als sechs Prozent werden. Drei Airbus A340 werden im Sommer an den beiden Drehkreuzen in Frankfurt und München aus dem Programm genommen.

Mit diesen Extras verdienen die Airlines gutes Geld

Lufthansa

Im Jahr 2014 hat die Lufthansa ihre Einnahmen aus dem Vielfliegerprogramm Miles & More mehr als verdoppelt. 90 Millionen Dollar an Einnahmen standen zu Buche.

Quelle: The Car Trawler Yearbook of Ancillary Revenue

Air Asia

Air Asia bietet seinen Passagieren Wlan für weniger als drei Dollar während des Flugs an, dass für Chatprogramme wie WhatsApp benutzt werden kann.

Jetblue

Jetblue will bald neue Paketangebote vorstellen. Besonders günstig sind dabei Handgepäck-Flüge. So sollen jährlich bis zu 200 Millionen Dollar mehr eingenommen werden.

Ryanair

Billigflieger Ryanair geht davon aus, dass 25 Prozent seiner Kunden Geschäftsreisende sind. So buchen bis zu 9000 Kunden pro Tag das teurere Business-Plus-Paket.

Spirit

Spirit erzielte durch den Verkauf von zugeteilten Sitzplätzen Einnahmen von 76,2 Millionen Dollar, das entspricht im Durchschnitt 5,30 Dollar pro Passagier.

Allegiant

Im vergangenen Jahr steigerte der US-Billigflieger Allegiant seine Einnahmen durch den Verkauf von Dritt-Dienstleistungen (Hotelzimmer, Mietwagen, Hotel Shuttle Service) um 30,1 Prozent.

Volaris

Die mexikanische Billig-Airline Volaris erzielte mehr als 3,5 Millionen Euro durch Mitgliedschaften in seinem „V-Club“. Dieser bietet den Mitgliedern günstigere Flugtarife.

Tigerair

Wer schon mal am Flughafen in Singapur gestrandet ist, wird hierfür sicher Verwendung finden: Tigerair bietet mi seinem „Tigerconnect“-Programm für 18 Dollar eine Sightseeing-Tour durch die Stadt an für Kunden, die länger als acht Stunden auf ihren Anschlussflug warten müssen.

American und US Airways

Die US-Fluglinien setzten im Jahr 2014 287 Milliarden Flugmeilen für Vielflieger ab, 61 Prozent davon wurden an Mitglieder des entsprechenden Programms verkauft.

Virgin Australia

Virgin Australia verkaufte sein Vielflieger-Programm für 295 Millionen Dollar.

Die IAG, Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, will das eigene Angebot statt um 5,2 nun nur noch um 4,9 Prozent steigern. Und Air France-KLM plant für den französischen Teil des Unternehmens sogar ein Minus von 0,5 Prozent bei der Kapazität.

Auch jenseits des großen Teichs, in den USA, dampfen große Fluggesellschaften ihre Wachstumspläne ein. So will Delta die Kapazität im letzten Vierteljahr des versetzten Geschäftsjahres um 2,5 Prozent steigern. In den drei Quartalen zuvor hatte das Plus bei gut vier Prozent gelegen. Damit nicht genug. Delta-Chef Ed Bastian will vier nagelneue Airbus 350-900, die eigentlich im Jahr 2018 in die Flotte kommen sollten, erst 2019 und 2020 abnehmen.

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Das Ziel solcher Maßnahmen: Die Durchschnittserlöse sollen damit stabilisiert werden. Sie sinken bei vielen Fluggesellschaften seit mehreren Quartalen – der Preis für den immer härteren Wettbewerb um die Passagiere.

Die wachsenden Sorgen der Airline-Manager spiegeln sich in der jüngsten Umfrage der Weltluftfahrtorganisation IATA unter den Finanzchefs der Mitgliedsunternehmen wider. „Die Erwartungen hinsichtlich künftiger Fortschritte bei der Profitabilität haben über das Jahr deutlich nachgelassen, weil die Durchschnittserlöse unter einen starken Abwärtsdruck geraten sind“, heißt es im April-Bericht der IATA.

Und auch die Investoren werden zunehmend skeptischer. Die Aktie der Lufthansa hat seit Ende April über acht Prozent an Wert verloren. Bei der IAG beträgt das Minus 4,6 Prozent, bei Air France-KLM sind es minus 7,4 Prozent.

Kommentare (15)

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25.05.2016, 11:04 Uhr

Der Laden mit dem Vogel zahlt keine ordentliche Dividende, wer braucht das ?

Herr Vinci Queri

25.05.2016, 11:21 Uhr

>> 2016 wird ein Spätbucherjahr >>

Falsch, das Jahr 2016 wird ein WENIGERBUCHERJAHR !

Und in Deutschland stellt sich zunehmend die Frage : in welches Land soll denn der Deutsche ( als verhasster, arroganter Oberlehrer ) sich in Europa noch wagen ?

Account gelöscht!

25.05.2016, 11:55 Uhr

 Bayer/Monsanto Artikel geht nicht mehr zu kommentieren, also Jungs, müssen wir hier weiter machen, denn das ist unsere tägliche Pflicht. Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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