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06.07.2012

09:12 Uhr

Airport-Desaster

Air Berlin kämpft mit starkem Passagierrückgang

Der Flughafen Berlin-Tegel platzt aus allen Nähten und das bekommt Air Berlin zu spüren. Die Passagierzahlen sind stark zurückgegangen. Doch das ist nicht das einzige Problem der Fluggesellschaft.

Air Berlin hat fünf Prozent weniger Passagiere befördert. AFP

Air Berlin hat fünf Prozent weniger Passagiere befördert.

FrankfurtDie kurzfristig abgesagte Eröffnung des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg hat bei Air Berlin zu einem Passagierrückgang geführt. Im Juni beförderte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft rund 3,3 Millionen Fluggäste und damit fünf Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie die Lufthansa-Konkurrentin am Freitag mitteilte.

Die Auslastung sank um einen Prozentpunkt auf 79 Prozent. Der Passagierrückgang sei auf die kurzfristig angekündigte Rückverlagerung des Berliner Flugverkehrs vom zukünftigen Flughafen Berlin-Brandenburg zurück nach Berlin-Tegel und die damit verbundenen Flugplanänderungen zurückzuführen.

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn hatte wegen der überraschenden Verschiebung des Eröffnungstermins für den neuen Flughafen wiederholt Schadenersatz von der Betreibergesellschaft gefordert. Statt Anfang Juni dieses Jahres soll der neue Airport nun am 17. März des nächsten Jahres in Betrieb gehen.

Der Flughafen Tegel hat nach Ansicht von Air Berlin seine Kapazitätsgrenze bereits überschritten. Für den Kunden werde dort ein bestenfalls befriedigendes Ergebnis erreicht, erklärte Konzernchef Hartmut Mehdorn Ende Juni nach dem ersten Ferienwochenende in der Hauptstadt. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.“


Das Air-Berlin-Sparprogramm

„Shape & Size“

Das Sparprogramm soll bis spätestens 2013 das Betriebsergebnis (Ebit) um 200 Millionen Euro erhöhen.

Kleineres Streckennetz

Unrentable Strecken sollen aufgegeben werden, die Flotte soll von 170 auf 152 Flugzeuge verkleinert werden.

Ausbau der Drehkreuze

Die Drehkreuze Berlin, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien sollen ausgebaut werden. Mit Beitritt zum Bündnis Oneworld im Frühjahr 2012 sollen sie Verteilerfunktion für Passagiere von Partner-Airlines übernehmen.

Erhöhung der Nebeneinkünfte

Die Nebeneinkünfte sollen aus Zuschlägen für einzelne Leistungen und Preisanhebungen für einige Strecken erhöht werden.

Bessere Abläufe

Bessere Betriebsabläufe, neues Standortkonzept für Flugzeuge und Crews stehen ebenfalls auf dem Plan. So soll es gelingen, mit zehn Prozent weniger Maschinen nur vier Prozent weniger Flugleistung anzubieten.

Modernisierung

Die Vertriebskanäle werden modernisiert. Künftig sollen mehr Tickets über Internet-Reiseportale verkauft werden.

Einsparungen

In der Verwaltung, beim Einkauf und in der Flugabwicklung sollen die Kosten gesenkt werden.

Allein Air Berlin habe am erste Ferienwochenende 94.000 Reisende in Tegel verzeichnet. Alle Beteiligten stünden vor höchsten Herausforderungen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hatte ihr Angebot in Erwartung des neuen Flughafens ausgebaut und wickelt die zusätzlichen Verbindungen nun über Berlin-Tegel ab.

Air Berlin hat aber nicht nur mit den Problemen an seinem Drehkreuz zu kämpfen. Unter anderem machen der Fluggesellschaft hohe Treibstoffkosten sowie der Einbruch der Nachfrage nach Flügen in die von politischen Unruhen betroffenen nordafrikanischen Tourismusländern wie Tunesien und Ägypten zu schaffen.

Kommentare (13)

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Peter

06.07.2012, 09:52 Uhr

Herr Mehdorn hat es ja schon sehr gut geschafft, die Bahn an die Wand zu fahren. Nun ist halt Air Berlin dran. Ich fliege nach diversen negativen Erfahrungen auf jeden Fall nicht mehr mit Air Berlin.

Udo

06.07.2012, 10:13 Uhr

Wir sind in den letzten Jahren mit verschiedenen Airlines nach Bangkok geflogen.Air Berlin hatte den mit Abstand den schlechtesten Service an Bord.Teilweise war das Verhalten des Bordpersonals schon Unverschämt zu nennen.Nie mehr Air Berlin.

rehmes

06.07.2012, 10:15 Uhr

der umsatzrückgang kommt allein durch die preiserhöhungen,bin sonst nur mit air berlin nach malaga 12 x pro jahr geflogen.jetzt nur noch mit ryanair.alle anderen argumente sind totaler
blödsinn.mehdorn wird auch air berlin schaffen,genau wie die bahn.viel glùck .

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