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14.12.2015

13:57 Uhr

Airport-Konzern übernimmt Regionalflughäfen

Start frei für Fraport in Griechenland

VonGerd Höhler

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist längst ein globaler Airport-Konzern. Jetzt endlich klappt es mit dem Einstieg bei griechischen Regionalflughäfen. Doch vor Ort wartet viel Arbeit auf Fraport.

Fraport wird die Flughäfen zusammen mit dem griechischen Partner Copelouzos 40 Jahre lang betreiben. Imago

Flughafen Rhodos

Fraport wird die Flughäfen zusammen mit dem griechischen Partner Copelouzos 40 Jahre lang betreiben.

AthenLange wurde gerungen, mehrfach schien der Deal auf der Kippe zu stehen, aber jetzt ist alles in trockenen Tüchern: Der Flughafenbetreiber Fraport und sein griechischer Partner Slentel übernehmen für 40 Jahre den Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen. Am Montag wurden die Verträge mit der griechischen Privatisierungsbehörde HRADF in Athen unterzeichnet.

Slentel gehört zur Copelouzos-Gruppe, die vor allem im Energiesektor sowie der Immobilienbranche aktiv ist und bereits eine Minderheitsbeteiligung am Athener Flughafen hält. Fraport und Copelouzos sind auch Partner des Northern Capital Gateway-Konsortiums, das den Flughafen Pulkowo in St. Petersburg managt.

An welchen Flughäfen Fraport beteiligt ist

Bulgarien

Airports Burgas und Varna: Fraport hält 60 Prozent an der deutsch-bulgarischen Gesellschaft Fraport Twin Star Airport Management. Die Verträge haben eine Laufzeit von 35 Jahren.

China

Xi'an Xianyang International Airport: Fraport hält 24,5 Prozent. Der Konzern ist der erste ausländische Flughafenbetreiber, der sich an einem nicht börsennotierten Flughafen in China engagiert.

Deutschland

Flughafen Hannover-Langenhagen: Fraport hält seit 2001 an dem Airport 30 Prozent der Anteile, die anderen 70 Prozent teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen.

Griechenland

14 Regionalflughäfen: Es galt bereits als ausgemacht, dass Fraport den Betrieb von 14 Regionalflughäfen übernimmt. Die neue griechische Regierung stellte das Vorhaben zunächst infrage, im Dezember 2015 wurden dann aber die Verträge für das 1,23-Milliarden-Euro-Investment unterschrieben

Indien

Delhi International Airport: Fraport ist seit 2006 für 30 Jahre mit zehn Prozent an dem Betrieb des Flughafens in der indischen Hauptstadt beteiligt.

Peru

Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, Lima: Fraport hält 70 Prozent der Anteile und ist langfristig im Rahmen eines Konzessionsvertrags engagiert.

Russland

Pulkovo Airport St. Petersburg: Fraport ist an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt. Der Anteil beträgt 35,5 Prozent.

Senegal

Aéroport Blaise Diagne, Dakar, im Bau: Die Fraport-Beteiligung Daport betreibt den Flughafen nach Fertigstellung für 22 Jahre.

Slowenien

Aerodrom Ljubljana: Fraport hält 97,99 Prozent an dem Flughafen in Slowenien.

Türkei

Antalya Airport: Im Rahmen des Joint Ventures ICF Airports betreibt Fraport mit der türkischen IC Holding den Flughafen von Antalya. Fraport hält mit 51 Prozent die Mehrheit.

Das deutsch-griechische Konsortium lässt sich die Konzession für den Betrieb der 14 Hellas-Airports 1,234 Milliarden Euro kosten. Außerdem zahlt die Firmengruppe eine jährliche Abgabe von anfangs 22,9 Millionen Euro an den Staat. Bis 2020 wollen Fraport und Slentel 330 Millionen Euro in die Erneuerung und den Ausbau der Flughäfen investieren. In den Folgejahren sind weitere Investitionen in Instandhaltung und Kapazitätserweiterungen geplant.

Das ist eine gute Nachricht für Griechenland-Reisende, die bisher auf Ferieninseln wie Samos, Santorin oder Kos mit rudimentären Abfertigungseinrichtungen vorlieb nehmen mussten. Auf anderen Inseln wie Korfu oder Mykonos platzen die Terminals während der Hochsaison aus allen Nähten.

Neben den genannten Inseln gehören auch die Festlands-Flughäfen im nordgriechischen Thessaloniki, in Aktio und Kavala sowie die Insel-Airports Chania auf Kreta, Kefalonia, Lesbos, Rhodos, Skiathos und Zakynthos zu dem Paket. Das Konsortium wird das Management der Flughäfen voraussichtlich im Herbst 2016 übernehmen. Dann wird auch die Konzessionsgebühr von 1,234 Milliarden Euro fällig.

Mit der Unterschrift der Betreiberverträge ist die erste große Privatisierung unter der Regierung des Links-Premier Alexis Tsipras unter Dach und Fach. Fraport und Slentel hatten sich bereits im Herbst 2014 im Bieterverfahren gegen die Mitbewerber Vinci sowie Corporation America durchgesetzt und unter der damaligen konservativ-sozialdemokratischen Regierung den Zuschlag bekommen. Mit dem Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza Ende Januar 2015 geriet das Projekt aber ins Stocken.

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