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11.06.2014

12:13 Uhr

Aktie bricht ein

Lufthansa verschluckt sich am eigenen Ehrgeiz

Das Geschäft in Europa und Nordamerika macht der Lufthansa die Gewinnziele kaputt. Die Fluggesellschaft muss den mittelfristigen Ausblick deutlich reduzieren. Die Aktie bricht um fast 15 Prozent ein.

Eine Boeing 747-8 der Lufthansa bei der Landung: Die Airline muss ihren Gewinnausblick reduzieren. dpa

Eine Boeing 747-8 der Lufthansa bei der Landung: Die Airline muss ihren Gewinnausblick reduzieren.

FrankfurtDie Lufthansa hat wegen schwacher Geschäfte in den Kernmärkten Europa und Nordamerika ihre Gewinnziele dramatisch zusammengestrichen. Für dieses und das kommende Jahr wurden die Prognosen in einer Pflichtmitteilung an die Börse vom Mittwoch deutlich um bis zu einem Drittel zurückgenommen.

Die Lufthansa-Aktie stürzte danach um bis zu 14,5 Prozent auf 17,03 Euro ab. Das ist der größte Tagesverlust seit etwa fünf Jahren. Damit ging etwa die Hälfte des Dax-Verlustes auf das Konto dieses Wertes. Im Sog der Lufthansa verloren die British-Airways-Mutter IAG 4,8 Prozent und Air France-KLM 6,2 Prozent.

Der Gewinnwarnung zufolge soll der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2014 nur noch rund 1 Milliarde Euro betragen. Bislang waren 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro angekündigt worden. Für 2015 geht der Vorstand „bei stabilen Rahmenbedingungen“ noch von 2 Milliarden Euro aus, obwohl mit dem Ende des Sparprogramms „Score“ bislang 2,65 Milliarden angepeilt worden waren.

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Vor nicht einmal sechs Wochen hat sich Christoph Franz bei der Lufthansa verabschiedet. Jetzt entpuppt er sich als Josef Ackermann der Lufthansa. Denn sein Nachfolger muss das Gewinnziel kassieren – die Aktionäre büßen.

Für die schwachen Zahlen musste Finanzchefin Simone Menne geradestehen, während der im Mai angetretene neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiterhin daran festhält, seine strategischen Planungen im Juli vorzustellen. Die nun revidierten Ziele stammten noch von seinem Ende April ausgeschiedenen Vorgänger Christoph Franz. Spohr habe die Ziele nun so gesteckt, dass er damit kein Risiko eingehe, meinte Analyst Jürgen Pieper von der Privatbank Metzler.

Es handele sich um eine strukturelle Krise und nicht um kurzfristige Entwicklungen, sagte Menne. Die Überkapazitäten vor allem auf den Nordatlantikverbindungen führten zu einem deutlichen Preisverfall vor allem im bislang lukrativen Segment der spät buchenden Geschäftskunden, die nunmehr eine weit größere Auswahl vorfänden.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.06.2014, 14:14 Uhr

Genau,alle schauen immer nur auf diesen P-DAX,dabei zählt für uns alte Hasen nur der K-DAX.....

Account gelöscht!

11.06.2014, 14:30 Uhr

" In Europa leide man unter den zunehmenden Direktverkehren auch der Billigflieger..." Das ist ja nicht nur der Preiswettbewerb, sondern auch die Reisezeit und -bequemlichtkeit bei sog. Billigfliegern. Nämlich ohne umsteigen zu müssen und das ganze Sicherheitsprozedere zwei Mal durchmachen zu müssen.

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