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17.12.2013

08:47 Uhr

Aktionen an zwei Standorten

Zweiter Streiktag bei Amazon

Nach Tag eins mit einer Rekordbeteiligung setzen die Amazon-Beschäftigten ihre Streiks am Dienstag an zwei Standorten fort. Der Online-Versandhändler versichert aber: Die Geschenke kommen pünktlich zu Heiligabend an.

Streik

Amazon: Geschenke sollen pünktlich ankommen

Streik: Amazon: Geschenke sollen pünktlich ankommen

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Leipzig/Bad HersfeldDie Beschäftigten des Online-Versandhändlers Amazon haben ihre Streiks an den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld am Dienstag fortgesetzt. Die Gewerkschaft Verdi rechnet in Leipzig mit einer Beteiligung von mindestens 500 Mitarbeitern, wie Streikleiter Thomas Schneider am Morgen sagte. Bis Freitag - vier Tage vor Heiligabend - wollen die Leipziger weiter die Arbeit niederlegen, um den Druck auf den Branchenriesen zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu erhöhen.

Im hessischen Bad Hersfeld soll die Aktion bis einschließlich Mittwoch fortgesetzt werden. Dann werde in einer neuen Streikversammlung entschieden, wie es ab Donnerstag weitergeht. „Bisher ist das noch offen“, sagte Verdi-Sprecherin Mechthild Middeke.

Wo Pakete am Wunschtermin kommen

Deutsche Post DHL

Die Deutsche Post will künftig allen Paketempfängern den Lieferzeitpunkt auf vier Stunden genau mitteilen. Kunden erhalten am Vortag der Zustellung eine E-Mail, in der das Zeitfenster genannt wird. Dafür gibt der Absender des Pakets, zum Beispiel ein Onlineshop die E-Mail-Adresse des Empfängers an DHL weiter. Über das Portal Paket.de können Empfänger auch Wunschtag und Wunschort für die Lieferung festlegen, müssen sich hierfür allerdings registrieren. DHL bietet Versendern außerdem kostenpflichtig an, Pakete per Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit zu liefern. Bei den Selbstbedienungs-Packstationen des Konzerns können Kunden rund um die Uhr ihre Lieferungen abholen.

GLS

Der Paketlieferant kann den Zustellzeitpunkt für Empfänger zwischen einer und vier Stunden eingrenzen - je nachdem, wie dicht besiedelt das Liefergebiet ist. Meist kann das Unternehmen nach eigenen Angaben den Liefertermin auf zwei Stunden genau vorhersagen. Das Angebot ist für den Versender kostenfrei. Kann ein Paket weder dem Empfänger direkt zugestellt, noch einem Nachbarn übergeben werden, geht es zur Abholung durch den Kunden in einen Paketshop.

DPD

DPD bietet Versendern die kostenpflichtige Möglichkeit, ein Zeitfenster für Paketlieferungen festzulegen. Dieses Zeitfenster beläuft sich nach Angaben des Unternehmens „auf bis zu drei Stunden“, soll aber künftig nur noch 30 Minuten betragen. Empfänger werden am Zustelltag per SMS oder E-Mail über den erwartbaren Zustellzeitpunkt informiert. Alternativ bietet DPD Empfängern an, sich Pakete in einen DPD-Paketshop in der Nähe schicken zu lassen anstatt an die eigene Adresse.

UPS

Der Paketdienst UPS nennt Empfängern bei Standardsendungen kein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung. Die Zustellung erfolgt demnach "üblicherweise zwischen 09.00 und 17.00 Uhr (und manchmal später) an Privathaushalte". Bis zu drei Zustellversuche würden unternommen, Wochenenden und Feiertage sind bei der Zustellung ausgeschlossen. Als Service können Versender die Expresszustellung vor einer bestimmten Uhrzeit hinzu buchen, wie etwa vor 09.00 Uhr oder vor 10.30 Uhr, ebenso wie teils auch die Samstagszustellung.

Hermes

Der Zustelldienst des Versandhändlers Otto will Empfängern ab kommendem Jahr auf ein bis zwei Stunden genau mitteilen, wann sie beliefert werden. Auch will das Unternehmen künftig verstärkt nach Feierabend liefern, wie Hermes-Chef Hanjo Schneider dem "Handelsblatt" im Februar sagte. Bislang liefert Hermes nach eigenen Angaben von montags bis samstags zwischen acht und 20.00 Uhr. Ein bestimmtes Zeitfenster für die Lieferung ist nach Firmenangaben bislang nicht möglich. Auch Hermes leitet Sendungen auf Wunsch der Empfänger in Paketshops weiter.

Ziel des Ausstands ist ein Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon lehnt dies ab und orientiert sich an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche.

Zu Beginn der neuerlichen Streikaktionen am Montag hatte die Gewerkschaft eine Rekordbeteiligung von 1800 Beschäftigten an den drei Standorten Leipzog, Bad Hersfeld und Graben bei Augsburg gemeldet. Amazon sprach von 1115 Streikenden und erklärte, dass es keinerlei Verzögerung bei der Zustellung gegeben habe. „Unsere Kunden können sich selbstverständlich weiterhin auf die rechtzeitige Zustellung ihrer Weihnachtsgeschenke verlassen“, sagte eine Sprecherin.

Von

dpa

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