Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.03.2016

08:42 Uhr

Albert Darboven

Kaffee-Dynastie feiert ihr Doppel-Jubiläum

Albert Darboven ist deutschlandweit bekannt, seit er persönlich im Fernsehen für seinen Kaffee warb. Kurz vor seinem 80. Geburtstag steht er noch immer an der Spitze der Firma. Die wiederum feiert ihr 150. Jubiläum.

Kurz vor seinem 80. Geburtstag steht Darboven noch immer an der Spitze der Firma, die seit 150 Jahren besteht. dpa

Albert Darboven

Kurz vor seinem 80. Geburtstag steht Darboven noch immer an der Spitze der Firma, die seit 150 Jahren besteht.

HamburgEs gibt einen alten Werbe-Spot mit Albert („Atti“) Darboven, hoch über der Elbe. Eine attraktive Kellnerin serviert eine Tasse „Idee“-Kaffee, der Kaffeekönig zwinkert ihr verschmitzt zu und spricht vom „Engel in der Bohne“. In diesem kurzen Moment sieht der Zuschauer Darboven, wie er leibt und lebt. Über Jahrzehnte war der Hamburger Gentleman nicht nur der Chef, sondern auch das Fernsehgesicht seiner Firma.

Die Kaffee-Firma Darboven, die „Atti“ in inzwischen vierter Generation leitet, wird gerade 150 Jahre alt. Im kommenden Monat feiert der Chef zudem selbst runden Geburtstag – seinen 80. Für ihn kein großer Grund zum Feiern. „Vielleicht ein Bier am Abend“ – wenn Zeit ist. Denn auf Darbovens Gestüt „Idee“ kommen die Fohlen zur Welt. Und Pferdezucht ist wichtiger als Geburtstag. „Ohne Pferde könnte ich nicht leben“, sagt er. „Ohne Kaffee aber auch nicht.“

Tchibo jagt Nespresso: Kaffeekapsel 4.0

Tchibo jagt Nespresso

Kaffeekapsel 4.0

Der Kaffeeröster Tchibo will dem Parade-Produkt von Nestlé Konkurrenz machen – mit digitaler Steuerung statt Handarbeit, Christian Ulmen statt George Clooney und Plastik statt Aluminium. Kann das gutgehen?

Mit seiner zweiten Ehefrau, einer geborenen Prinzessin von Anhalt, lebt Darboven seit Jahrzehnten unweit seines Gestüts an der Elbe. Er verkörpert für viele den Idealtypus des hanseatischen Kaufmanns. Beim großen Empfang im Rathaus am heutigen Montag spricht deshalb der Bürgermeister höchstpersönlich zum Firmenjubiläum.

Seit mehr als 55 Jahren steht Darboven an der Spitze des Unternehmens. Geboren wurde er als Albert Hopusch in Darmstadt. Sein kinderloser Onkel Arthur Darboven adoptierte ihn 1950 im Alter von 14 Jahren und baute „Atti“ zum Nachfolger in der Familienfirma auf.

Die war damals noch viel kleiner als heute. Bohnenkaffee war ein Luxusartikel, Ersatzkaffee aus Pflanzen noch nicht ganz vom Markt verschwunden. Mächtige Supermarktketten gab es nicht, der Vertrieb lief über rund 300.000 Tante-Emma-Läden.

Welcher Kaffeetyp sind Sie?

Ländervergleich

6,4 Kilogramm Kaffee hat jeder Deutsche im Jahr 2010 verbraucht. Insgesamt gingen also 526.860 Tonnen Kaffeebohnen beziehungsweise gemahlener Kaffee über deutsche Ladentheken. Damit schaffen es deutsche Kaffeetrinker im internationalen Vergleich auf Platz drei hinter Brasilien und den USA. Grund genug für die Redaktion von brandeins Wissen, das Magazin "Kaffee in Zahlen" herauszugeben. Demnach gibt es verschiedene Kaffeetypen, wie beispielsweise den...

Puristen

Der Purist legt wenig wert auf die Kaffeemaschine an sich - oft hat er nicht einmal ein elektrisches Gerät sondern brüht per Hand. Er ist etwas älter und trinkt seinen Kaffee gern schwarz. Einmal am Tag Kaffee genügt dem Puristen. Er trinkt ihn meist morgens oder im Lauf des Vormittags. 16 Prozent der Deutschen gehören zu dieser Kategorie.

Pragmatiker

Der Pragmatiker

17 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland gehören zu den Pragmatikern: Ihnen hilft Kaffee vor allem dabei, morgens schnell wach zu werden. Abends trinken sie daher kaum Kaffee. Die Pragmatiker werden als mittelalt und eher weniger zufrieden mit ihrer Lebenssituation beschrieben.

Zucker und Milch

33 Prozent der Pragmatiker trinken ihren Kaffee am liebsten mit Zucker und Milch, nur 27 Prozent bestehen auf schwarzem Kaffee. Bei 24 Prozent kommt der aus dem Espresso-Vollautomaten. Wer so ein modernes Gerät hat, nutzt es zwar entsprechend häufig, spät abends greifen nur noch 28 Prozent der Pragmatiker zur Kaffeetasse.

Die Anspruchsvollen

Die Anspruchsvollen

Für 19 Prozent der Kaffeetrinker in Deutschland ist Kaffee ein Genussmittel und dementsprechend viel erwarten sie von der Qualität. Die Anspruchsvollen greifen zu jeder Uhrzeit zum schwarzen Wachmacher, etwas mehr als ein Drittel trinkt ihn gern weiß und süß. Spätabends greifen immer noch 50 Prozent der Anspruchsvollen zu Kaffee und 14 Prozent haben zuhause vier oder mehr verschiedene Versionen.

Vollautomaten

Die Anspruchsvollen sind auch die Gruppe, in der die meisten Menschen einen Kaffee-Vollautomaten besitzen. 24 Prozent haben ein solches Gerät statt herkömmlicher Kaffee- oder Padmaschinen. 86 Prozent gaben an, ihren Kaffeewunderautomaten regelmäßig zu benutzen.

Schlemmer

Schlemmer

17 Prozent der Kaffeetrinker mögen es weiß und süß, sie bevorzugen die Milchschaumvarianten wie Latte macchiato und Cappuccino gegenüber klassischem Filterkaffee. Diese sogenannten Schlemmer sind in der Regel junge Frauen. Viele von ihnen haben zuhause eine Pad- oder Kapselkaffeemaschine. 46 Prozent von ihnen schlürfen auch spät abends noch gern einen Milchkaffee.

Variationen

Kaffeevariationen mögen übrigens alle Gruppen gerne: Sowohl Cappuccino und Latte macchiato als auch Eiskaffees und süße Milchkaffees sind überall beliebt. Außer bei der Gruppe der Puristen und der Klassiker trinkt mehr als ein Drittel der unterschiedlichen Kaffeetypen gerne süß und mit Milch.

Klassiker

Klassiker

19 Prozent der Konsumenten gehören zu den Klassikern. Das heißt, sie wollen gute, qualitativ hochwertige Kaffeemaschinen und Kaffees. Variationen mit Macadamia-Aroma und Sojamilchschaum sind dagegen nichts für sie. Zu dieser Gruppe gehören viele ältere Menschen, die eher in kleineren Ortschaften als in den Metropolen leben. Kaffee trinken sie zu jeder Tageszeit, bevorzugt Filterkaffee.

Die Genügsamen

Die Genügsamen

Rund 12 Prozent der Kaffeetrinker zählen zur Gruppe der Genügsamen. Sie achten mehr auf den Preis als auf die Qualität, sie trinken aber auch deutlich weniger als die anderen Gruppen. Außer Haus trinken sie eher selten Kaffee. Zu den Genügsamen gehören überwiegend junge Männer.

Den Start ins Nachkriegsgeschäft verpasste die Firma, weil Arthur Darboven vor der Währungsunion eine Zahlung von 34.000 Reichsmark für eine Rohkaffeequote nicht leisten mochte. Konkurrenten wie Jacobs und Tchibo kamen damals schneller aus den Startlöchern.

Heute ist Darboven der kleinste unter fünf großen Kaffeeherstellern in Deutschland. Doch der Chef kann damit gut leben. Er bewahrte über die Jahrzehnte die Unabhängigkeit und verkaufte das Unternehmen auch dann nicht, als Weltkonzerne wie Nestlé ihm Riesensummen boten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×