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04.07.2017

11:10 Uhr

Albrecht-Familie

Theo Albrecht bangt um Milliardeninvestition von Aldi Nord

VonFlorian Kolf

Aldi Nord will mit dem Projekt „Aniko“ seine Filialen modernisieren. Dafür nimmt der Discounter mehr als fünf Milliarden Euro in die Hand. Doch ein Streit im Albrecht-Clan könnte das Vorhaben noch bremsen.

Heller, freundlicher, großzügiger - so sollen Filialen von Aldi Nord nach den Modernisierungen von den Kunden wahrgenommen werden. dpa

Aldi-Markt der Zukunft

Heller, freundlicher, großzügiger - so sollen Filialen von Aldi Nord nach den Modernisierungen von den Kunden wahrgenommen werden.

EssenIm Familienstreit wirbt Aldi-Erbe Theo Albrecht jetzt auch persönlich für die geplanten Milliardeninvestitionen des Discountriesen. „Aniko ist eine der bedeutendsten unternehmerischen Entscheidungen in der Geschichte von Aldi-Nord“, erklärte Theo Albrecht junior, Sohn des Unternehmensgründers, der Deutschen Presse-Agentur. Unter diesem Code-Namen läuft intern ein Projekt, mit dem für 5,2 Milliarden Euro europaweit die Filialen von Aldi Nord umgebaut werden sollen. Nach dem Vorbild einer Test-Filiale in Herten sollen die Märkte heller, freundlicher und auch ein Stück weit großzügiger werden.

Doch ein Streit innerhalb der Eigentümerfamilie bremst zurzeit das Vorhaben. Denn die Milliardeninvestitionen müssen noch eine wichtige Hürde nehmen. Der Discounter ist im Besitz von drei Stiftungen, die den Plänen einstimmig zustimmen müssen. Doch es fehlt bislang grünes Licht von der Jakobus-Stiftung, in der die Witwe des Gründersohns Berthold Albrecht und ihre Kinder das Sagen haben. Deshalb befürchtet die Seite von Theo Albrecht, dass die Pläne in die seit über einem Jahr andauernden Auseinandersetzungen zwischen den zerstrittenen Familienstämmen – auf der einen Seite Theo Albrecht junior, auf der anderen Seite Babette Albrecht und ihre Kinder – hineingezogen werden könnten.

Aldi Nord: Der Familienkrach eskaliert

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Die Aldi-Eigentümerfamilie Albrecht galt lange als mindestens ebenso verschwiegen wie reich. Doch nach dem Tod des Gründer-Sohns Berthold Albrecht entbrennt ein Kampf um die Macht bei Aldi Nord.

Der Rechtsanwalt von Babette Albrecht, Andreas Urban, wies den Vorwurf, den Konzern zu bremsen, allerdings entschieden zurück. „Der Vorstand der Jakobus-Stiftung trifft seine Entscheidungen entsprechend seiner Verantwortung für das Ihm anvertraute Vermögen und im Einklang mit den bestehenden rechtlichen Vorgaben dann, wenn alle für die Entscheidungsfindung notwendigen Informationen vollständig vorliegen", teilte Urban mit.  Dies sei jedoch derzeit noch nicht der Fall. „Wir können nicht auf Basis unvollständiger Informationen entscheiden. Es geht ja um viel Geld.“

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Kampf um die Macht in der Jakobus-Stiftung, in die Gründersohn Berthold seinen Teil der Unternehmensanteile eingebracht hat. Vor seinem Tod hatte Berthold die Satzung der Stiftung so geändert, dass seine Erben nicht mehr über die Auszahlungen entscheiden konnten. Seine Witwe und ihre Töchter hatten das vor Gericht in erster Instanz erfolgreich angefochten. Deshalb stellen sie nun zusammen mit Anwalt Urban den Vorstand und können zumindest vorläufig in der Jakobus-Stiftung alle Entscheidungen fällen.

Für die weitere gerichtliche Auseinandersetzung vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig gibt es noch keine Termine. Strittig ist unter anderem, ob der damals schon schwer kranke Berthold zum Zeitpunkt der Satzungsänderung geschäftsfähig war.

Das Projekt Aniko läuft bei Aldi Nord schon seit gut zwei Jahren. Der Vorstand der Jakobus-Stiftung war aber offenbar erst vor kurzem in Details der Milliardeninvestitionen einbezogen worden. Die Kernfrage der Diskussion zwischen den Parteien ist, mit welchen Prioritäten, in welchen Ländern und in welchen zeitlichen Rhythmen vorgegangen wird. Strittig ist Familienkreisen zufolge auch, ob es ein differenziertes Konzept für die verschiedenen  Länder gibt. Zuletzt war Aldi Nord beispielsweise in Dänemark in Probleme geraten und hat dort mehr als 30 Filialen geschlossen.

Kommentare (1)

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Frau Lana Ebsel

04.07.2017, 11:55 Uhr

Niemand braucht einen "Edel"-Aldi. Für diese Art der Abzocke gibt es schon mehrere andere Laden-Ketten. Das wäre der nur der Anfang vom Ende oder ein letztes Aufbäumen vor dem Untergang.

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