Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.05.2016

17:39 Uhr

Aldi Nord

Krach in der Discounter-Familie

Drei Stiftungen wachen über Aldi Nord. Sie tragen christliche Namen – doch im Umfeld des Weltkonzerns ist nichts von Besinnlichkeit zu spüren. Worüber die Gründerfamilie Albrecht jetzt streitet.

Einkaufswagen vor einer Filiale von Aldi Nord. Erben des Gründers der Discounter-Kette streiten vor Gericht. dpa

Aldi Nord

Einkaufswagen vor einer Filiale von Aldi Nord. Erben des Gründers der Discounter-Kette streiten vor Gericht.

SchleswigErben des Gründers einer der größten Discounter-Ketten Deutschlands, Aldi Nord, streiten vor Gericht um Einfluss und viel Geld. Nun hat der sonst zurückgezogen lebende Theo Albrecht junior die Familie seines Bruders öffentlich kritisiert. Nicht involviert in den Streit ist die Familie von Karl Albrecht und Aldi Süd.

Nach dem plötzlichen Tod des Nord-Gründer-Sohns Berthold Albrecht 2012 kämpfen Mitglieder dessen Familienzweigs um möglichst viel Kontrolle in der Jakobusstiftung. Vor dem Verwaltungsgericht Schleswig erstritten sie im Januar zunächst in erster Instanz die Chance auf mehr Einfluss in der Institution – und damit auch in dem Essener Unternehmen.

Das Gericht kippte aus formalen Gründen eine Satzungsänderung aus dem Dezember 2010, die der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Aufsichtsbehörde angenommen hatte. Die Änderung hätte der Seite des verbliebenen Gründer-Sohns Theo Albrecht Junior mehr Mitsprache bei der Besetzung des Stiftungsvorstands eingeräumt – und somit auch bei den Ausgaben der Stiftung. Gemeinsam halten drei Stiftungen mit den christlichen Namen Markus-, Lukas- und Jakobusstiftung 100 Prozent des Kapitals, der Stimmen sowie der Anteile des Handelsriesen mit deutschlandweit etwa zwölf Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2014.

Nun hat sich Theo Albrecht überraschenderweise selbst geäußert, noch bevor das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig über die Zulassung des Antrags auf Berufung in diesem Fall entschieden hat. In der aktuellen Ausgabe des Magazins „Stern“ attackiert der sonst so öffentlichkeitsscheue Milliardär die Familie seines toten Bruders – Witwe Babette und fünf Kinder.

„Ich bin sehr traurig darüber, dass Babette und ihre Kinder das Testament und die Stiftungssatzung ihres Ehemanns nicht akzeptieren wollen und diese bekämpfen“, sagt Theo Albrecht. Der 65-Jährige, einer der reichsten Unternehmer Deutschlands, wolle demnach gegen eine mögliche „Selbstbedienung am Vermögen“ der Stiftung vorgehen.

Die Jakobusstiftung mit Sitz in Nortorf ist laut schleswig-holsteinischem Stiftungsverzeichnis unter anderem für Zuwendungen „für die Sicherung eines angemessenen Lebensunterhaltes“ da. Theo Albrecht teilt nun schriftlich mit: „Der Name Albrecht verpflichtet zu einem bescheidenen Lebensstil.“ Außerdem betont er: „Das Unternehmen steht immer an erster Stelle. Auch unsere Familien müssen sich unterordnen.“ Warum sich Theo Albrecht Junior jetzt öffentlich zu Wort meldet, ist unklar. Das Verhältnis zwischen den Brüdern Theo und Berthold Albrecht galt einst als gut.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×