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16.02.2016

16:13 Uhr

Aleppo-Seife

Handel mit Luxus-Seife aus Syrien geht weiter

Die Lage in Aleppo hat sich dramatisch zugespitzt. Doch die Menschen der syrischen Millionenstadt lassen sich von den täglichen Bombardements nicht unterkriegen. Das Leben geht weiter – auch die Seifen-Produktion.

Die Luxusseife aus dem Bürgerkriegsland wird trotz der Bombardements weiterhin in Aleppo produziert. dpa

Aleppo-Seife

Die Luxusseife aus dem Bürgerkriegsland wird trotz der Bombardements weiterhin in Aleppo produziert.

NürnbergEs sind nur noch wenige. Aber für diejenigen, die bis heute durchgehalten haben, ist es offensichtlich ein einträgliches Geschäft: Trotz Bombenhagels und Belagerung produzieren bis heute ein paar wenige Familien in der bürgerkriegserschütterten syrischen Millionenstadt Aleppo eine luxuriöse Bio-Naturseife - überwiegend für den deutschen Markt, berichtet der in Deutschland lebende Syrer Bassam Al Machout.

Zusammen mit seinem Bruder präsentiert er die nach jahrhundertealtem syrischen Rezept hergestellte Aleppo-Seife derzeit auf der Nürnberger Naturkosmetikmesse Vivaness. Jahr für Jahr setzt er über die in Stuttgart sitzende Importfirma Zhenobya rund 70 Tonnen der grünlich-grauen Seifenblöcke auf dem deutschen Markt ab - im eigenen Online-Shop ebenso wie in Naturkostläden, Reformhäusern, Apotheken und luxuriösen Parfümerien.

Die vielen Namen der Extremistenmiliz IS

Isil

Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ und ist vor allem im Englischen noch häufig zu hören. Sie kommt der Übersetzung des arabischen Namens recht nahe. Dort ist vom Islamischen Staat im Irak und „al-Scham“ die Rede, also Großsyrien unter den Omajaden und später den Abbasiden.

Isis

Die Kurzform von „Islamischer Staat im Irak und Syrien“.

Isig

Diese Abkürzung benutzt die Bundesanwaltschaft in ihren Pressemitteilungen. Sie steht für den „Islamischen Staat im Irak und Großsyrien“.

IS

So nennt sich die Organisation selbst seit der Ausrufung ihres Kalifats 2014. Die Abkürzung steht für „Islamischer Staat“. Kritiker lehnen diese Bezeichnung ab, weil sie den Anspruch der Miliz untermauere, einen echten Staat – und noch dazu einen islamischen – geschaffen zu haben. Manche sprechen deshalb vom „sogenannten Islamischen Staat“.

Daesch oder Daisch

Als Alternative ist in den vergangenen Monaten vermehrt die Bezeichnung Daesch oder Daisch in Mode gekommen. Dies ist die arabische Abkürzung für die Bezeichnung „Islamischer Staat im Irak und al-Scham“ (Al Daula al-Islamija fi al-Irak wa al-Scham). In den Ohren von Muttersprachlern klingt sie despektierlich, der IS selbst lehnt sie ab. Das ist ein Grund mehr für Gegner der Extremisten, sie zu verwenden.

Klar wirke es angesichts der jüngsten Schreckensnachrichten über die immer heftiger werdenden Kämpfe in der Region Aleppo auf den ersten Blick etwas befremdlich, wenn man jetzt mit Aleppo-Seife hausieren gehe, räumt Al Machout ein. „Aber für uns Syrer ist das ein Zeichen: Das Leben in Syrien geht weiter. Ich möchte die Leute, die in ihrem Land bleiben statt zu fliehen, unterstützen“, betont der mit einer Schwäbin verheiratete Syrer.

Trotzdem: Der jahrelange Bürgerkrieg macht für Al Machout und seinen Bruder das Geschäft mit der Aleppo-Seife immer schwieriger: „Die Seifenproduktion ist auf 15 Prozent der früheren Menge geschrumpft“, berichtet er an seinem Messestand. Den letzten Container mit rund 20 Tonnen Aleppo-Seife hat er letzten Sommer via Hamburger Hafen erhalten. Inzwischen hat er auch schon mal Seife einfliegen lassen. „Das waren aber nur 170 Kilo.“

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