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12.08.2015

14:28 Uhr

Alibaba enttäuscht Anleger

Bloß ein Drittel mehr Gewinn – was für eine Enttäuschung!

28 Prozent Wachstum beim Umsatz, 30 Prozent beim Gewinn – der chinesische Online-Riese Alibaba bleibt in Superlativ-Dimensionen. Doch solche Zahlen reichen nicht mehr – die Anleger strafen den Amazon-Konkurrenten ab.

Der Alibaba-Gründer ist nur Superlative gewöhnt. AFP

Jack Ma

Der Alibaba-Gründer ist nur Superlative gewöhnt.

PekingDer chinesische Amazon-Rivale Alibaba wächst nach dem Rekord-Börsengang so langsam wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Der Umsatz legte im abgelaufenen Quartal bis Ende Juni um 28 Prozent auf 3,27 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit wurden die Analystenerwartungen verfehlt. Der Wert aller Waren, die Alibaba in den vergangenen drei Monaten auf seinen Internetportalen verkaufte, stieg um 34 Prozent.

Der bereinigte Nettogewinn kletterte um 30 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Unbereinigt kletterte der Gewinn sogar um 148 Prozent auf 4,97 Milliarden Dollar. Dies lag aber vor allem an der Entkonsolidierung der Filmtochter Alibaba Pictures.

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Der Online-Riese Alibaba steigt für gut vier Milliarden Euro bei der Elektronikkette Suning ein. Es ist der größte Zukauf für Konzernchef Jack Ma. Alibaba-Kunden sollen vor allem von kürzeren Lieferzeiten profitieren.

Der Umsatz wurde geschwächt von einer Maßnahme der Regierung in Peking, die den Online-Verkauf von Lottoscheinen verboten hat. Damit hatte Alibaba gutes Geld verdient. Ohne die Einschnitte aus den Lotterieverkäufen wäre der Umsatz um 36 Prozent gewachsen, erklärte der Konzern.

Das verlangsamte Wachstum erklärt sich aber auch mit der höheren Marktsättigung in den chinesischen Großstädten und der allgemein flauen Wirtschaftslage in der Volksrepublik. Außerdem setzt Alibaba stärker auf mobile Dienste, mit denen das Unternehmen weniger Werbeeinnahmen erzielt als bei Desktopangeboten.

„Online-Shopping hat in den größeren Städten in China bereits die Sättigung erreicht“, sagt Li Muzhi, Analyst bei Arete. „Alibaba muss in neue Bereiche investieren, um nach neuen Wachstumswegen zu suchen.“

Alibaba-Aktien haben dieses Jahr bislang 26 Prozent an Wert verloren. Nach den Quartalszahlen büßten sie an der Wall Street vorbörslich knapp sieben Prozent ein. Die Anleger waren auch durch einen am Mittwoch angekündigten Aktienrückkauf nicht zu besänftigen. Der Konzern will in den kommenden zwei Jahren Anteilscheine für insgesamt vier Milliarden Dollar zurückkaufen.

Fakten zu Alibaba

Gründer

Jack Ma

Gründungsjahr

1999

Unternehmenssitz

Hangzhou, Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang

Geschichte

Alibaba.com startete als Onlineportal für Unternehmen. Sie sollten dort zum Beispiel Büromaterial in Massen bestellen können. 2003 kam der Ebay-Klon Taobao hinzu, eine Auktionsplattform, die Alibaba auch bei Privatkunden bekannt machte. Im September 2014 erfolgte der Börsengang in New York.

Anteilseigner

2005 stieg Yahoo mit einem Anteil von 40 Prozent bei Alibaba ein. Derzeit hält der US-Konzern noch rund 20 Prozent an dem Unternehmen. Auch der japanische Internetkonzern Softbank zählte mit 35 Prozent zu einem wichtigen Anteilseigner von Alibaba. verkaufte aber im Juni 2016 ein Aktienpaket im Wert von mindestens 7,9 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro). Alibaba kaufe selbst Anteile im Wert von zwei Milliarden Dollar zurück, ein weiterer Teil im Wert von 500 Millionen Dollar gingen an einen „großen Staatsfonds“.

Alibaba-Gründer Jack Ma ist an Superlative gewöhnt: Der Börsengang des Unternehmens im September 2014 schaffte mit einem Emissionsvolumen von 25 Milliarden Dollar – Weltrekord. Ma hat Großes vor: Das bewies er schon 2003 als er die US-Auktionsplattform Ebay herausforderte – mit Taobao. Drei Jahre später knickte Ebay ein und zog sich 2006 aus China zurück.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Behrends

12.08.2015, 15:47 Uhr

NUUUUUUR "28 Prozent Wachstum beim Umsatz, 30 Prozent beim Gewinn" !!!

Welche Sorgen haben die Analysten denn ? Welches andere Unternehmen auf dieser Welt erzielt denn ein solches Wachstum nach 3 Jahren ?

Irgendwie sind diese Börsenheinis und Analysten doch ziemlich krank oder gierig!

Das Umsatz- und Gewinnwachstum soll ihnen im Hals steckenbleiben bis wir diesen ausgemachten Schrott nicht mehr lesen müssen ...

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