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14.04.2017

16:07 Uhr

Alitalia

Einigung in letzter Minute wendet Pleite ab

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia ist vorerst gerettet. Die Airline hat massiv durch Billigflieger gelitten und plant daher ein massives Sparprogramm und Stellenstreichungen. Nun gab es einen Kompromiss.

Der durch die italienische Regierung vermittelte Kompromiss sieht eine Reduzierung der Stellenstreichungen und geringere Kürzungen der Gehälter vor. Reuters

Alitalia

Der durch die italienische Regierung vermittelte Kompromiss sieht eine Reduzierung der Stellenstreichungen und geringere Kürzungen der Gehälter vor.

RomDie Pleite der schwer angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia ist in letzter Minute abgewendet worden. Management und Gewerkschaften erzielten am Freitagmorgen nach stundenlangen Verhandlungen eine Einigung, die der Airline eine finanzielle Atempause verschaffen soll.

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise. Mitte März hatte das Management einen Rettungsplan vorgestellt. Er sieht ein drastisches Sparprogramm vor, der die einstige Staatsfluglinie binnen zwei Jahren wieder in die Gewinnzone bringen soll. Die Gewerkschaften riefen angesichts der vorgesehenen Stellenstreichungen und Kürzungen der Gehälter des Flugpersonals mehrfach zu Streiks auf.

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Für 24 Stunden haben Mitarbeiter von Alitalia die Arbeit niedergelegt. Die italienische Airline kündigte zuvor Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro an. Auch Jobs sollen gestrichen werden.

Der Kompromiss, der durch die italienische Regierung vermittelt wurde, sieht nun laut Nachrichtenagentur Ansa vor, dass die Gehälter um durchschnittlich 8 statt 30 Prozent gekürzt und 980 statt fast 1400 der 12.500 Beschäftigten entlassen werden. In der kommenden Woche sollen die Mitarbeiter noch über den ausgehandelten Kompromiss in einem Referendum abstimmen. „Das ist die bestmögliche Lösung angesichts der Krise des Unternehmens“, sagte der Minister für Wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, dem Radiosender Rai.

Alitalias Anteilseigner, darunter die Banken UniCredit und Intesa Sanpaolo, hatten damit gedroht, die Umschuldung von Verbindlichkeiten der Fluglinie zu blockieren, sollte es keinen Sanierungsplan geben.

Die Fluggesellschaft hat vor allem mit Billigfliegern zu kämpfen, die in den vergangenen Jahren massiv auf den italienischen Markt gedrängt waren. Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die arabische Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi sollte den Neustart bringen. Doch die Beteiligung erwies sich für die Araber bislang als teures Zuschussgeschäft – ähnlich wie ihre Beteiligung an Air Berlin.

Von

dpa

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