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18.01.2013

13:57 Uhr

All Nippon Airways

Flugausfälle nach Startverbot für Dreamliner

Nach dem Flugverbot der Luftfahrtbehörden für die Boeing 787 hat All Nippon Airways viele Flüge abgesagt. Der japanischen Airline fehlen Ersatzmaschinen. Eine Fluggesellschaft hat den Dreamliner bereits abbestellt.

Stillgelegter Dreamliner der All Nippon Airways (ANA): Bei der japanischen Fluggesellschaft fallen zahlreiche Flüge aus. Reuters

Stillgelegter Dreamliner der All Nippon Airways (ANA): Bei der japanischen Fluggesellschaft fallen zahlreiche Flüge aus.

TokioWegen fehlender Ersatzmaschinen für den am Boden bleibenden Dreamliner hat die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) allein für das Wochenende Dutzende Flüge abgesagt. Nach dem Zwischenfall vom Mittwoch und dem vorläufigen Flugverbot für das Modell Boeing 787 habe ANA den Flugplan überarbeitet, teilte die Airline am Freitag mit. Derweil trafen vier US-Experten zur Untersuchung eines der defekten Flugzeuge in Japan ein.

Insgesamt 7100 Passagiere seien von dem Ausfall von 44 Inlands- und acht internationalen Flügen betroffen, erklärte ANA. All Nippon Airways war der erste Kunde, an den Boeing das Langstreckenflugzeug auslieferte. Für die inzwischen 17 Dreamliner hat die Fluggesellschaft keinen Ersatz.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Nach der Notlandung einer Boeing 787 in Japan am Mittwoch hatten ANA und Japan Airlines (JAL) ein vorläufiges Flugverbot für all ihre Maschinen dieses Typs angekündigt. Kurz darauf ordnete die US-Luftfahrtbehörde FAA wegen zweier Zwischenfälle mit brennenden Batterien an Bord von Dreamlinern ein vorübergehendes Flugverbot für alle 50 weltweit im Einsatz befindlichen Maschinen an.

Am Freitag trafen vier US-Spezialisten in der südwestjapanischen Stadt Takamatsu ein, wo eines der betroffenen Flugzeuge derzeit steht. Aus der Maschine sei bereits die fragliche Lithium-Ionen-Batterie ausgebaut worden, um sie zu untersuchen, sagte ein Sprecher der japanischen Luftfahrtbehörde. Die Maschine hatte am Mittwoch wegen durch die Batterie verursachter Rauch- und Geruchsentwicklung an Bord notlanden müssen.

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Die japanischen Ermittler veröffentlichten ein Foto der schwarzen, verkohlten Batterie, deren blaue Ummantelung Brandspuren aufweist. Zudem ist der Austritt einer schwarzen Flüssigkeit zu erkennen, die mutmaßlich überkochte.

Boeing baut Lithium-Ionen-Batterien ein, weil sie leichter und leistungsfähiger sind als herkömmliche Nickel-Cadmium-Batterien. Die Entwicklung des aus Leichtmaterial gebauten und damit treibstoffsparenden Dreamliners war als Meilenstein in der Luftfahrt gefeiert worden. Die Lithium-Ionen-Batterien können aber leicht heiß werden und dann Feuer fangen.

Die australische Fluggesellschaft Qantas zog am Freitag entgegen ersten Ankündigungen die Bestellung eines Dreamliners zurück. An der Order von 14 weiteren Maschinen halte die Fluggesellschaft aber fest, hieß es in Sydney. Erste Fluggesellschaften erwägen bereits Schadenersatzforderungen an den US-Flugzeugbauer.

Größte Dreamliner-Flotten (Stand: Ende 2012)

All Nippon Airways

17 Maschinen im Dienst

weitere 49 bestellt

Japan Airlines

7 Maschinen im Dienst

weiter 38 Maschinen bestellt

United Airlines

6 Maschinen im Dienst

weitere 36 Maschinen bestellt

Air India

5 Maschinen im Dienst

weitere 22 Maschinen bestellt

Qatar Airways

5 Maschinen im Dienst

weitere 25 Maschinen bestellt

Ethiopian Airways

4 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

LAN Airlines

3 Maschinen im Dienst

weitere 23 Maschinen bestellt

LOT (Polen)

2 Maschinen im Dienst

weitere 6 Maschinen bestellt

Von

afp

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