Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.02.2013

11:01 Uhr

All Nippon Airways

Japanische Airline lässt Dreamliner vorerst am Boden

Die Ursache für das Feuer bei einem Dreamliner zu Jahresanfang ist nach wie vor ungeklärt, die Fluggesellschaft All Nippon will deshalb ihre Maschinen am Boden lassen – für Monate. Tausende Flüge wurden gestrichen.

Dreamliner von ANA an einem Flughafen in Tokio: Sicherheitshalber werden die Maschine vorerst nicht genutzt. AFP

Dreamliner von ANA an einem Flughafen in Tokio: Sicherheitshalber werden die Maschine vorerst nicht genutzt.

TokioWegen der immer noch ungeklärten Batterieprobleme lässt die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) ihre 17 Dreamliner bis mindestens Ende Mai am Boden. In den Monaten April und Mai würden 1.714 Flüge gestrichen, teilte die Airline am Montag in Tokio mit. Betroffen seien neben 1.250 Inlandsflügen auch 464 internationale Flüge mit Zielen wie Frankfurt am Main, Seoul und Seattle. Insgesamt habe ANA seit dem von der US-Luftfahrtbehörde FAA verhängten Flugverbot im Januar mehr als 3.600 Flüge annullieren müssen. All Nippon Airways ist Boeings größter Dreamliner-Abnehmer.

Anfang Januar war bei einem Dreamliner der Fluggesellschaft Japan Airlines nach der Landung in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts ein Feuer ausgebrochen. Eine Woche später musste eine weitere Boeing 787 der Gesellschaft All Nippon Airways wegen eines Brands auf einem japanischen Inlandsflug notlanden. Die US-Luftfahrtbehörde verhängte wegen der Zwischenfälle ein weltweites Flugverbot für alle im Einsatz befindlichen 50 Dreamliner.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Boeing stoppte die Auslieferung seines einstigen Prestigeflugzeugs, bis das Problem geklärt ist. Derzeit nimmt der US-Konzern Testflüge vor, bei denen Daten zu den problematischen Lithium-Ionen-Batterien gesammelt werden sollen.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×