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12.08.2014

11:35 Uhr

Als Gewinnbringer

Airlines entdecken Meilen-Programme

Angesichts der mageren Gewinne im Fluggeschäft sind manche Airlines erfinderisch darin, neue Erlösquellen zu erschließen. Doch so neu ist das nicht: American Airlines und Air Berlin verdienen Millionen mit Bonusmeilen.

Airlines entdecken derzeit Meilen-Programme als Gewinnbringer. Air Berlin verdient bereits lange an Bonusmeilen. dpa

Airlines entdecken derzeit Meilen-Programme als Gewinnbringer. Air Berlin verdient bereits lange an Bonusmeilen.

Berlin/FrankfurtAngesichts des harten Wettbewerbs und hauchdünner Renditen im Kerngeschäft entdecken Fluggesellschaften den Wert ihrer Vielfliegerprogramme. Punkte-Clubs wie Miles & More der Lufthansa sind sichere Gewinnbringer und bergen die Daten von Millionen dauerfliegenden Gutverdienern. Eigentlich ein gefundenes Fressen für jede Marketing-Abteilung, doch zieren sich die Fluglinien häufig noch, ihre Datenschätze auch zu heben. Stattdessen arbeiten sie daran, die Programme durch ein Mehr an Selbstständigkeit gewinnträchtiger zu machen. Der Druck auf die Fluglinien ist groß: Nach Berechnungen des Branchenverbands Iata fallen die Ticketpreise dieses Jahr um 3,5 Prozent. Die durchschnittliche Gewinnmarge dürfte bei 2,4 Prozent liegen.

Meilen-Pionier ist American Airlines. Die Fluglinie legte 1981 unter dem Namen AAdvantage das weltweit erste Programm auf. Ziel war und ist es, Fluggäste an sich zu binden, indem ihnen ab einem bestimmten Meilen-Kontostand Freiflüge angeboten werden. Seitdem tat sich viel: Die Flugpunkte sind mittlerweile zur eigenen Währung geworden, die von den Airlines an Mietwagenfirmen, Hotels oder Kreditkartenunternehmen verkauft werden. So hat etwa die US-Fluggesellschaft Delta mit dem Verkauf ihrer Meilen von 2011 bis 2013 von American Express 675 Millionen Dollar eingenommen, wie Analystin Nadejda Popova von der Marktforschungsfirma Euromonitor schätzt.

Angesichts der mageren Gewinne im Kerngeschäft mit Flügen sind manche Airlines erfinderisch darin, neue Erlösquellen zu erschließen. Vor zwei Jahren versilberte die angeschlagene Air Berlin ihr Miles & More-Pendant Topbonus für 185 Millionen Euro an die arabische Fluglinie Etihad. Die Summe entspricht etwa dem damaligen Börsenwert von Air Berlin insgesamt. Voriges Jahr brachte die brasilianische Fluglinie Gol ihr Treueprogramm an die Börse und senkte mit den Erlösen die Schulden.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Letzteres wird Experten zufolge Schule machen. Eine Abspaltung mit anschließendem Sprung an den Aktienmarkt hilft Fluggesellschaften dabei, den Wert des Geschäfts zu ermitteln. Zudem ist ein solcher Schritt nach Aussage von Jonathan Wober, Chef-Finanzanalyst der Airline-Beratung Capa, sinnvoll, da die Programme dann aus eigener Kraft Gewinne erwirtschaften müssen, welches dazu führe, neue Erlösquellen zu erschließen.

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