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25.01.2007

12:07 Uhr

Alter Name für neue Kaufhaus-Kette

Aus Karstadt Kompakt wird Hertie

Die monatelangen Spekulationen, wie denn die Karstadt-Kompakt-Warenhäuser künftig heißen werden, haben ein Ende. Der Namensfavorit hat sich durchgesetzt.

HB DÜSSELDORF. „Karstadt Kompakt heißt künftig Hertie“, sagte am Donnerstag in Düsseldorf der Vorsitzende der Karstadt-Kompakt-Geschäftsführung, Kay Hafner. Umfragen hätten dem Namen einen hohen Bekanntheitsgrad und erhebliche Sympathiewerte bestätigt, sagte er.

Im Sommer 2005 hatten die britische Immobiliengruppe Dawnay Day und der auf Einzelhandel spezialisierte britische Sanierer Hilco insgesamt 74 kleinere Warenhäuser von Karstadt-Quelle übernommen. Die Käufer haben die Häuser seitdem unter dem alten Namen „Karstadt“ fortgeführt. Allerdings war schon bei der Übernahme vereinbart worden, dass Karstadt Kompakt sich bis spätestens 2008 umbenennen muss, um von den verbliebenen, großen Karstadt-Warenhäusern unterscheidbar zu sein.

Mit dem Kauf der kleinen Warenhäuser hatten die Investoren auch die Rechte an dem alten Warenhaus-Namen „Hertie“ übernommen. Dieser war durch die Übernahme von Hertie an Karstadt-Quelle gefallen.

Hertie geht auf den jüdischen Unternehmer Oskar Tietz zurück, der 1882 in Gera sein erstes Geschäft eröffnete. Im Zuge der so genannten „Arisierung“ während der Nazi-Herrschaft musste Tietz seine Kaufhäuser abgeben und den Namen ändern. Abgeleitet aus dem Namen seines Onkels Hermann Tietz entstand damals „Hertie.“ 1994 wurde Hertie vollständig von Karstadt übernommen.

Karstadt Kompakt will wachsen

Dawnay Day will seine Karstadt-Kompakt-Warenhäuser als Basis für weitere Zukäufe in Deutschland nutzen. Das hatte der Direktor der Londoner Firma, Luke Bridgeman, im Gespräch mit dem Handelsblatt Anfang Januar angekündigt. In erster Linie ziele er auf „Kaufhäuser in ähnlicher Größe“ ab, sagte Bridgeman. Dawnay Day besitzt inzwischen gut 85 Prozent der Anteile an Karstadt Kompakt.

Bridgeman hatte angekündigt, dass die Warenhäuser nicht nur einen neuen Namen erhalten sollten. Ab Frühjahr sollen die Verkaufsflächen auch von den Lieferanten, beispielsweise Lekkerland, bewirtschaftet werden. Dieses Modell, wonach ein Kaufhaus als „Vermieter von Marken“ auftrete, sei in Großbritannien an der Tagesordnung.

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