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17.01.2013

16:46 Uhr

Alter Standort

Mehr Personal für Flughafen Berlin-Tegel geplant

Solange der neue Hauptstadtflughafen nicht in Betrieb ist, muss der Standort Tegel noch einmal zeigen, wie leistungsfähig er ist. Mehr Personal soll die Grenze des Machbaren weiter ausdehnen.

Architektur der 1970er: Im Berliner Flughafen Tegel geht es beschaulich zu, dabei passieren rund 18 Millionen Fluggäste jährlich den Airport. dpa

Architektur der 1970er: Im Berliner Flughafen Tegel geht es beschaulich zu, dabei passieren rund 18 Millionen Fluggäste jährlich den Airport.

BerlinDer stark ausgelastete Flughafen Berlin-Tegel soll mit mehr Mitarbeitern verstärkt werden, um das Angebot bis zur Eröffnung des künftigen Hauptstadt-Airports zu verbessern. „Es ist klar, dass wir weiteres Personal nach Tegel bringen werden“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Damit solle die Situation für Passagiere und Fluggesellschaften entspannt werden. Außerdem werde daran gearbeitet, welche weiteren Ertüchtigungsmaßnahmen sinnvoll seien. Geplant sind Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe, wie schon am Mittwoch mitgeteilt wurde.

Die Schlüsselfiguren des Flughafenbaus

Rainer Schwarz

Der ehemalige Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung war monatelang unter Beschuss. Er soll den Aufsichtsrat zu spät und unvollständig über die Riesenprobleme mit der Gebäudetechnik informiert haben. Mitte Januar musste Schwarz gehen.

Horst Amann

Der Technikchef und erfahrene Planungsmanager wurde im August als Retter des Projekts aus Frankfurt nach Berlin geholt. Er versprach die Flughafeneröffnung im Oktober 2013, konnte das aber nicht halten.

Klaus Wowereit

Der regierende Bürgermeister von Berlin ist nach massiven Attacken als Chef des Flughafen-Aufsichtsrats zurückgetreten. Im Aufsichtsrat sitzt er jedoch nach wie vor. Die Opposition aus Grünen, Linken und Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus hatte einen Misstrauensantrag wegen des Flughafen-Desasters gegen Wowereit eingebracht, der jedoch scheiterte.

Matthias Platzeck

Der brandenburgische Ministerpräsident war zuerst Stellvertreter Wowereits im Aufsichtsrat und folgte ihm Mitte Januar als Chefaufseher. Angesichts der schwierigen Lage stellte Platzeck im brandenburgischen Landtag die Vertrauensfrage.

Peter Ramsauer

Der Bundesverkehrsminister hat in der Krise die Rolle des drängenden Aufklärers eingenommen. Im Ministerium richtete er eine Sonderkommission ein. Ramsauer verlangte massiv die Ablösung des ehemaligen Flughafenchefs Schwarz.

Rainer Bomba

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ist Ramsauers Mann im Aufsichtsrat. Die Entscheidungen zu den Terminverschiebungen trug er ebenso mit wie die Erhöhung des Kostenrahmens um 1,2 Milliarden Euro.

Der Betrieb in Tegel, den viele Geschäftsreisende nutzen, stößt zeitweise an die Kapazitätsgrenzen. Der 1974 eröffnete Flughafen war für sechs Millionen Reisende konzipiert worden. Im vergangenen Jahr wurden dort mehr als 18 Millionen Passagiere abgefertigt.

Zahlen und Fakten zum Hauptstadtflughafen BER

Gesamtkosten

voraussichtlich 4,3 Milliarden Euro (2012)

Gesamtmehrbelastung

1,2 Milliarden Euro

Verschiebungsbedingte Baumehrkosten

67 Millionen Euro

Bisherige Baumehrkosten

276 Millionen Euro

Mindereinnahmen durch Verschiebung der Eröffnung

230 Millionen Euro

Risikovorsorge

322 Millionen Euro

Lärmschutz

305 Millionen Euro

Startkapazität des neuen Flughafens

27 Millionen Passagiere

Fläche

1.470 Hektar (etwa 2.000 Fußballfelder)

Finanzierung

Bislang sind 3,36 Milliarden Euro gesichert, davon rund 2,4 Milliarden Euro aus Krediten, 430 Millionen Euro vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg, 531 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Betreiber.

Wegen der ungewissen Eröffnung des Großflughafens muss der Airport nun länger die Hauptlast des Berliner Luftverkehrs bewältigen. Deswegen fordern Fluggesellschaften wie die Lufthansa ausreichend Personal, damit etwa bei der Gepäckabfertigung ein akzeptabler Komfort gewährleistet ist.

Der neue Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzende, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), hat Verbesserungen zugesagt. „Das ist ein Stück mehr als nur betriebsfähig, sondern es muss auch so sein, dass ankommende oder abfliegende Gäste das Gefühl haben, dass sie ein Stück Visitenkarte hier wahrnehmen.“ Es werde aber bei einer „angespannten Situation“ bleiben, hatte Platzeck am Mittwoch gesagt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Nachwuchs

17.01.2013, 20:05 Uhr

Mehr Personal? Tegel ist nie gem. den Plänen ausgebaut worden. Die Politiker und Manager wollten dies wohl nicht. Wo ist der 2. Turm? Hier wurde wir in Schönefeld vorsätzlich mit Absicht versagt. Hauptsache Boni stimmten.

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