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25.11.2015

09:24 Uhr

Amazon-Chef und der Weltraumtourismus

Männer und ihre Raketen

VonBritta Weddeling

Elon Musk, Richard Branson und Jeff Bezos: Drei Milliardäre wollen beim privaten Weltraumtourismus der Erste sein. Mit dem erfolgreichen Test der Rakete „New Shepard“ setzt sich Amazon-Chef Bezos beim Run an die Spitze.

Raumfahrt-Revolution

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San FranciscoZu den Pop-Songs von Abba mit dem Hightech-Auto durch rote Kraterlandschaften flitzen, Kartoffeln in der Weltraumstation ziehen und per Satellit nach Hause telefonieren – so oder so ähnlich wie im Film „Der Marsianer“, der derzeit in den Kinos brilliert, muss er aussehen, der Traum vom Leben auf dem Mars.

Bislang gehörten solche Szenarien ins Science-Fiction-Genre. Seit kurzer Zeit ist das anders. Denn nun beschäftigen sich auch Menschen mit der Kolonialisierung des Mars, die ausreichend Geld haben, um intergalaktische Phantasien in Realität zu verwandeln, allen voran die Tech-Milliardäre aus dem Silicon Valley.

Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Die Legende

Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Die besten Zitate von Bezos finden sich auch darin und folgen nun.

Über das Landleben

„Wenn man eines beim Landleben lernt, dann ist es, sich auf sich selbst zu verlassen. Die Leute dort machen alles selbst. Und diese Eigenständigkeit kann man lernen.“

Über seine Beziehung zu Frauen

„Ich bin nicht der Typ, bei dem Frauen eine halbe Stunde nach dem Kennenlernen sagen: 'Wow, der ist klasse.' Ich bin eher albern und nicht ... also jedenfalls nicht so, dass irgendeine Frau über mich sagen würde: 'Oh mein Gott, genau so einen habe ich gesucht.'"

Über seinen ersten Job bei McDonalds

„Heute heben sich die Pommes selbst aus der Friteuse – und das, glauben Sie mir, ist ein echter technischer Fortschritt.“

(Bezos jobbte mit 13 Jahren in den Sommerferien für die Fast-Food-Kette und machte umgehend Vorschläge zur Optimierung der Abläufe)

Über seinen leiblichen Vater, den er nicht kannte

„Die einzigen Male, die er überhaupt Thema wird, sind die, wenn ich beim Arzt nach meiner Krankengeschichte gefragt werde. Dann kreuze ich eben 'unbekannt' an.“

Über Sturheit

„Wenn etwas kaputt ist, machen wir es heil. Um etwas Neues durchzusetzen, muss man stur und zielstrebig sein, auch wenn es andere vielleicht unvernünftig finden.“

Zur Begeisterung für den Weltraum

„Der einzige Grund, aus dem ich mich für das All interessierte, besteht darin, dass mich die NASA inspirierte, als ich fünf Jahre alt war.“

Zur Wende im Lebenslauf

„Zu den wichtigsten Dingen, die mich Princeton lehrte, zählt die Einsicht, dass ich nicht klug genug bin, ein Physiker zu sein.“

(Auf der Universität änderte Bezos seine Fachrichtung und machte den Abschluss in Elektrotechnik und Informatik)

Amazon-Chef Jeff Bezos legte nun einen wichtigen Schritt auf dem Weg dorthin zurück. Der 51-Jährige testete mit seinem Raumfahrtunternehmen Blue Origin in der Wüste von West-Texas erfolgreich den Flug einer wiederverwendbaren Trägerrakete.

Die Idee dahinter zeigt ein Video, das Blue Origin auf der Webseite veröffentlichte. Untermalt von schleppenden Gitarren-Riffs startete die Rakete namens „New Shepard“, benannt nach Alan Shepard, dem ersten Amerikaner im All, im Morgengrauen des Montags (Ortszeit), durcheilt die Luft und tritt in die Atmosphäre ein.

Elf Minuten nach dem Start landet sie wieder, in einem beeindruckenden Manöver, abgebremst vom eigenen Triebwerk. Die unbemannte Raumkapsel, in der Touristen irgendwann für vier Minuten ins All fliegen sollen, gleitet am Fallschirm zur Erde. Bezos, in verspiegelter Sonnenbrille und Cowboyhut, lässt den Champagnerkorken knallen.

Seit die US-Regierung die Budgets staatlicher Raumfahrt-Programme zusammengestrichen hat und Cape Canaveral zunehmend verwaist, liefern sich die Milliardäre ein Rennen um private Weltraum-Abenteuer. Neben Bezos investiert auch Paypal-Gründer Elon Musk, Chef des Elektro-Autoherstellers Tesla, in die Idee. Der geborene Südafrikaner träumt von einer extra-terrestrischen Kolonie, in der 80.000 Menschen überleben sollen, falls die Erde nach nach einem Atomkrieg oder Meteoriteneinschlag unbewohnbar wird.

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