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06.06.2016

14:25 Uhr

Amazon

Der Onlineriese kämpft mit allen Tricks

VonFlorian Kolf

Mit einer heimlichen Änderung in den Geschäftsbedingungen erschleicht sich der Onlinegigant Amazon Waren, die ihnen der Hersteller nie liefern wollte. Und treibt damit den Fachhändler unwissentlich in den Rechtsbruch.

Ein verlockendes Angebot für Händler. AFP; Files; Francois Guillot

Amazon-Chef Jeff Bezos

Ein verlockendes Angebot für Händler.

DüsseldorfAuf den ersten Blick sieht es wie ein gutes Angebot aus. Amazon will Händlern, die über die Plattform verkaufen und ihre Waren bei Amazon lagern, Produkte einfach selber abkaufen. Und zwar zu dem Preis, den der Händler auch von privaten Käufern verlangt hätte. Der einzige Unterschied, so Amazon, sei die Berechnung der Umsatzsteuer. Der Einzelhändler wird ja jetzt zum Großhändler, weil Amazon die Ware natürlich weiterverkauft.

Doch Händler, die auf diesen Deal eingehen, können in größte Schwierigkeiten geraten. Denn in den meisten Fällen hat ihnen der Hersteller den Weiterverkauf an andere Händler in den Vertriebsbedingungen untersagt. Somit verstoßen sie gegen Vertriebsvereinbarungen, riskieren empfindliche Vertragsstrafen und im härtesten Fall verlieren sie ihre Vertriebsrechte.

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Bald könnte der Onlinegigant Amazon in Berlin Obst, Gemüse und Co. in großem Stil liefern. Das würde manch einen Händler in Schwierigkeiten bringen. Konkurrent Rewe rüstet bereits massiv auf.

Und das Schlimmste: Zahlreiche Händler klagen, dass sie über diese weitreichende Änderung in den Geschäftsbedingungen nicht informiert worden sind. Amazon habe die neue Regelung in Kraft gesetzt, ohne die Partner überhaupt zu fragen. Amazon selber teilt auf Nachfrage mit, das Unternehmen habe dazu eine Meldung im Verkäuferportal Seller Central eingestellt.

Zumindest einige Händler seien gezielt per Mail angeschrieben worden, so Amazon. Aber nur die, mit denen Amazon ein Pilotprogramm aufsetzen will. Dabei will der Plattformbetreiber Waren der Händler aufkaufen und über die französische Plattform amazon.fr verkaufen.

Wie man Schnäppchen im Internet findet

Sparmöglichkeiten miteinander kombinieren

Wer Sparangebote, Cash-Back und Gutscheine clever miteinander kombiniert, kann einen hohen Spareffekt erzielen. Wer viel online einkauft, sollte sich überlegen, ein Paypal-Konto oder eine Kreditkarte zuzulegen. Auch darüber lassen sich zusätzliche Bonus-Punkte sammeln.

Gutscheine nutzen

Außer den großen Handelsplattformen bieten Tipps für Schnäppchen insbesondere die spezialisierten Seiten. Gutscheine und Rabattangebote findet man unter anderem auf:

www.sparwelt.de

www.mydealz.de

www.mein-deal.com

www.urlaubspiraten.de

www.preisjaeger.de

www.groupon.de

www.schnaeppchenfuchs.com

www.dealdoktor.de

www.firefind.de

www.sparblog.com

www.deals.de

www.qipu.de

www.cuponation.de

www.sparheld.de

Den Preisverfall für sich nutzen

Geduld zahlt sich aus. Elektro-Artikel wie Smartphones und Tablets kosten schon wenige Wochen nach ihrer Neuerscheinung deutlich weniger.

Antizyklisch einkaufen

Ein Wintermantel im Sommer? Eine Badehose oder ein Bikini im Winter? Warum nicht. Kaufen Sie antizyklisch, also entgegen der laufenden Saison. Wer nicht unbedingt, die aktuellsten modischen Trends braucht, kann damit viel sparen.

Laufende Verträge kündigen

Ob Handy oder Strom- und Gasanbieter – manchmal kann es sich lohnen, laufende Verträge zu kündigen, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Der Grund: Konkurrenten ködern Neukunden zuweilen mit Sonderkonditionen und Prämien.

„Das sind Wild-West-Methoden“, schimpft ein Fachhändler, der nicht genannt werden will, weil er sonst Probleme mit Amazon befürchtet. „Da macht Amazon das Lager seiner Partner für sich selbst zum Selbstbedienungsgroßhandel“.

Denn die neue Funktion „Kauf meines Lagerbestandes durch Amazon genehmigen“ ist automatisch aktiviert worden. Händler müssen nun aktiv widersprechen, um wieder Rechtssicherheit zu haben. Doch viele wissen noch nicht einmal, dass sie in Gefahr sind.

Amazon bestimme als Marktplatzbetreiber grundsätzlich die Regeln und Marketplace-Händler akzeptierten die Nutzungsbedingungen mit Eröffnung eines Verkäuferkontos, erklärt Annegret Meyer, Leiterin der Rechtsabteilung bei Händlerbund, der rund 50.000 Onlinehändler vertritt. „Sie begeben sich, mit allen Vorteilen, die die Verkaufsplattform bietet, in eine Abhängigkeit vom Giganten Amazon und haben sich regelmäßig mit Amazons bitteren Pillen zu arrangieren“, warnt sie.

Kommentare (6)

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G. Nampf

06.06.2016, 15:29 Uhr

Amazon - wer braucht das schon?

Herr der artograf

06.06.2016, 16:03 Uhr

jeder händler ist selbst schuld wenn er über amazon verkauft - viel zu hohe provisionen und funktioniert das geschäftsmodell wirds von amazon gnadenlos kopiert.

artikel als "verschwunden" melden und selbst dann verkaufen - siehe artikel - das ist nicht nur diebstahl, das ist missbrauch der marktmacht, unlauterer wettbewerb und was sonst noch und sollte mit hohen strafen geahndet werden!

punkt.

p.s.: an das deutsche finanzamt und die deutsche bundesregierung: wie lange wollt ihr euch das noch gefallen lassen dass ein amerikanischer konzern den deutschen einzel- und onlinehandel nicht nur ruiniert sondern dazu auch noch so gut wie keine steuern zahlt?

Herr Rudolf Ott

06.06.2016, 17:01 Uhr

Wer mit amerkianischen Unternehmen Geschäfte macht, muss sich warm anziehen. Deshalb sollte auch TTIP und CETA gekippt werden. Diese Abkommen ebnen den Weg von Wildwest-Methoden in andere Rechtsräume. Das sind die 3,50 €, die Amazon billiger anbietet bei weitem nicht wert. Wie Amazon mit den Gesetzen und dem Recht in nicht- US-amerikanischen Staaten umgeht, der Frage mal bei den Arbeitnehmern von Amazon nach.

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