Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.09.2016

16:13 Uhr

Amazon Echo

Wie man ins Internet hineinruft...

Amazon will den vernetzten Lautsprecher Echo zur Schaltzentrale im vernetzten Zuhause machen. Mit dem Gerät kann der Kunde Musik hören, die Heizung regulieren oder im Internet bestellen. Nun kommt Echo nach Deutschland.

Der sprachgesteuerte Assistent von Amazon soll bald auch in Deutschland vertrieben werden. dpa

Amazon Echo

Der sprachgesteuerte Assistent von Amazon soll bald auch in Deutschland vertrieben werden.

LondonAmazon wird seinen smarten Lautsprecher Echo auch in Europa als persönlichen digitalen Alltagsassistenten im Haushalt etablieren. In „diesem Herbst“ soll der vernetzte Lautsprecher mit Sprachsteuerung in Deutschland erstmals außerhalb des englischsprachigen Raums auf den Markt kommen, kündigte Amazon-Manager David Limp in London an. Außerdem werde das Amazon-Gerät dann auch in Großbritannien verfügbar sein. Der Online-Händler will den Lautsprecher zur zentralen Anlaufstelle bei der Steuerung des vernetzten Heims machen.

Echo wurde vor zwei Jahren in den USA eingeführt. Er ist mit der Spracherkennungstechnologie Alexa von Amazon ausgestattet, die mit Lösungen wie Google Now, Siri von Apple und Cortana von Microsoft konkurriert. Dank offener Schnittstellen kann der Lautsprecher nicht nur auf Zuruf Musik abspielen, sondern auch verschiedenste Aufgaben erledigen: Etwa einen Wecker stellen, eine Einkaufsliste ergänzen, ein Taxi rufen oder alle möglichen Fragen mit Hilfe von Internet-Quellen wie der Wikipedia beantworten.

Echo kann außerdem zur Kontrolle des Smarthome genutzt werden und beispielsweise die Beleuchtung steuern oder das Garagentor öffnen. Zum Geschäftsmodell gehört auch, dass per Sprachbefehl Waren bei Amazon bestellt werden können.

Internethandel: Die Angst vor Amazons Allmacht

Internethandel

Premium Die Angst vor Amazons Allmacht

Amazon verwöhnt seine Kunden, andere Händler macht es abhängig.  Denn über „Marketplace“ machen viele kleine Online-Anbieter einen Großteil ihres Umsatzes. Das nutzt der Konzern aus – mit stets derselben Methode.

Unter den Partner zum Start in Deutschland sind die Taxi-App „MyTaxi“, die Musikdienste Spotify und TuneIn, der Heizungs-Vernetzer Tado, die Rezepte-Portale Chefkoch.de und Kitchen Stories sowie Medien wie „Bild“, „Tagesschau.de“, n-tv und „Spiegel Online“.

Mit Echo und Alexa habe man drei fundamentale Trends im modernen Computing zusammengeführt, sagte Limp. Das seien maschinelles Lernen, Cloud-Computing und die Steuerung per Sprache. Bei der Spracherkennung habe Amazon die Herausforderung bewältigt, die Spracheingaben auch richtig zu verstehen, wenn der Lautsprecher mit seinen sieben Mikrofonen in einer lauten Umgebung aufgestellt wird oder laut Musik abspielt.

Außerdem habe man große Fortschritte in der Interpretation natürlicher Sprache gemacht, betonte Limp. Wenn man Alexa etwa die Frage stelle: „Wann spielen die Spurs das nächste Mal?“, sei das System inzwischen in der Lage zu verstehen, dass es dabei um den Fußballverein Tottenham Hotspurs in der britischen Premier League gehe.

Limp ging auch auf Datenschutzbedenken gegenüber Echo ein, weil das Gerät ständig auf die Eingabe des Aufwach-Worts „Alexa“ hört. Zum einen verfüge der Lautsprecher über einen Knopf, mit dem man die Mikrofone abstellen könne. Wenn der Lautsprecher auf eine Spracheingabe warte, werde dies mit einem blauen Licht deutlich signalisiert. Die Anwender könnten sich außerdem im Web alle aufgezeichneten Spracheingaben anhören und auf Wunsch komplett löschen.

Die Lebensgeschichte von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Die Biografie

Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Darin finden sich auch bemerkenswerte Geschichten über die Person Jeff Bezos.

Die Rinderfarm

Ironischerweise ist eine der wichtigsten Internet-Ikonen auf einem Bauernhof aufgewachsen – um genau zu sein auf einer Rinderfarm in Cotulla, Texas. Dort half der kleine Jeff schon als Vierjähriger tatkräftig mit, auch beim Ställe ausmisten.

Die perfekte Kindheit

Jahre später urteilte Jeff Bezos, dass seine Erfahrungen auf der Ranch zu seiner erfolgreichen Unternehmerkarriere maßgeblich beigetragen hätten. Das Reparieren von Traktoren und das Kastrieren von Rindern entsprach seiner Vorstellung von einer „idyllischen Kindheit“. Seine Mutter stand ihm stets bei. Jeff habe dort gelernt, dass es keine Probleme ohne Lösungen gebe.

Dem leiblichen Vater nie begegnet

Bezos hat seinen Vater nie kennengelernt. Der Teenager verließ die junge Mutter, als Jeff anderthalb war. Er existierte im Leben des Jungen gar nicht.

Der „richtige“ Vater

Der Nachname Bezos stammt laut Jeffs eigener Aussage vom „richtigem“ Vater. Und den hätte es ohne Fidel Castro wohl nie gegeben. Denn als er 1959 an die Macht kam, schickten viele kubanische Eltern ihre Kinder in die Staaten. So auch Miguel Bezos (vom spanischen besos: „Küsse“). Miguel setzte sich mit großer Ausdauer durch, machte einen Uni-Abschluss und wurde Erdölingenieur.

Die Sturheit

Jeff Bezos war ein unglaublich stures Kind. Mit drei Jahren quängelte er so lange herum, bis er das Gitterbett endlich verlassen durfte - ungeachtet der Sicherheitsbedenken seiner Mutter. Trotz seiner außergewöhnlichen Konzentrationsfähigkeit wurde Jeff so auch zum Schrecken seiner Lehrer. Sie mussten ihm mal mitsamt Stuhl und Tisch im Klassenraum umsetzen.

Frühes Interesse an Technik

Seine Mutter und vor allem der Großvater erweckten und förderten Jeffs großes Interesse an Technik und Basteln. Sie schenkten ihm entsprechendes Spielzeug und Baukästen. Dennoch war sein erster Karrierewunsch (mit sechs Jahren), Archäologe zu werden.

Hochbegabt

Als die Familie nach Houston umzog, war Jeff im späten Kindergartenalter. Die Eltern schrieben ihn für Fördermaßnahmen für hochbegabte Kinder ein. Dafür musste er zwar 20 Meilen hin und zurück fahren, aber es lohnte sich.

Der Bücherwurm

Dass Amazon mit dem Verkauf von Büchern groß wurde, ist weit mehr als ein Zufall. Jeff Bezos ist seit der Kindheit ein Büchernarr. Er nahm mit Feuereifer an Literatur-Schülerwettbewerben teil und las mit seinen ebenfalls lesebegeisterten Mitschülern um die Wette.

Einsamer Nerd

Bezos war wie viele Nerds des 20. Jahrhunderts eher ein Einzelgänger, der viel las und viel Zeit vor dem Computer verbrachte. Seine Lehrer notierten damals, dass er „nicht besonders führungsbegabt“ sei. Auch rein körperlich wirkte er wie ein Nerd: Jeff brachte nicht einmal das Mindestgewicht für die Football-Mannschaft auf die Waage.

Erster Job bei McDonalds

Als seine Eltern erneut umzogen – diesmal nach Florida – war Jeff 13 Jahre alt. Hier übernahm er seinen ersten Sommerjob. Und das ausgerechnet bei McDonalds. Doch der Teenager gab sich mit dem Burgerwenden nicht zufrieden und entwickelte Verbesserungsvorschläge, mit denen die Abläufe in dem Laden tatsächlich verbessert wurden.

Uschi - die erste Freundin

In seinem ersten Jahr auf der Junior-Highschool lernte Jeff seine langjährige Freundin Ursula „Uschi“ Werner kennen. Sie träumten von einer gemeinsamen Firma und schufen diese tatsächlich auch in frühen Teenagerjahren. Werbeflyer begeisterten junge Schüler für einen sehr besonderen Nachhilfeunterricht. Die Beziehung endete wie so viele andere Highschool-Liebschaften in der Collegezeit.

Der Weltraum als Lebenstraum

Auf dem College setzte Bezos nebenbei seinen Kindheitstraum – übrigens inspiriert vom Großvater – in die Tat um. Seinen Abschluss machte er in Elektrotechnik und Informatik und auch die ersten Berufsschritte unternahm Bezos in anderen Bereichen – allen voran bei IBM. Aber seinen Traum, der heute in Blue Origin mündet, den hatte er, seitdem er fünf Jahre alt war.

In Deutschland soll der Echo-Lautsprecher rund 180 Euro kosten und zunächst eingeschränkt auf Einladung vertrieben werden. Kunden von Amazons Abo-Service Prime bekämen 50 Euro Rabatt. In Großbritannien wird das Gerät für 149 Pfund frei verfügbar sein. In der aktuellen Version wurde der Prozessor für die Spracherkennung erneuert, das bisher nur schwarze Gerät gibt es jetzt auch in Weiß.

Amazon baute sein Geräte-Angebot in den vergangenen Jahren immer weiter aus. Auf die E-Book-Reader der Marke Kindle folgten Tablets, eine Fernseh-Box und 2014 auch ein Smartphone. Das Fire Phone erwies sich allerdings als ein teurer Flop und wurde wieder eingestellt. Vor wenigen Wochen brachte Amazon zuletzt seine „Dash-Buttons“ nach Deutschland, mit dem Amazon-Kunden ausgewählte Markenprodukte auf Knopfdruck bestellen können.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×