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08.06.2016

09:02 Uhr

Amazon in Indien

Bezos schraubt Investitionen auf fünf Milliarden Dollar hoch

Indien ist für den Internetriesen Amazon mittlerweile die am schnellsten wachsende Region. Daher will Konzernchef Jeff Bezos die Investitionen auf dem Subkontinent nun deutlich hochfahren.

Amazon will die Investitionen auf dem Subkontinent auf fünf Milliarden Dollar erhöhen. AFP; Files; Francois Guillot

Amazon-Chef Bezos (rechts) mit Indiens Regierungschef Modi

Amazon will die Investitionen auf dem Subkontinent auf fünf Milliarden Dollar erhöhen.

WashingtonAmazon will in Indien weitere drei Milliarden Dollar investieren. Insgesamt seien in dem Schwellenland damit Investitionen von mehr als fünf Milliarden Dollar geplant, kündigte Amazon-Chef Jeff Bezos am Dienstag bei einem Besuch des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi in den USA an. Die drittgrößte asiatische Volkswirtschaft nach China und Japan sei für den US-Internetkonzern mittlerweile die am schnellsten wachsende Region.

In der indischen Metropole Hyderabad soll Bezos zufolge demnächst das größte Software-Entwicklungszentrum von Amazon außerhalb der USA entstehen. Dies werde für Tausende Menschen Arbeitsplätze und Karrieremöglichkeiten schaffen. Zudem will der weltgrößte Onlinehändler noch in diesem Jahr in Indien Internet-basierte Cloud-Dienste starten.

Aufstieg mit Schattenseiten: Wie funktioniert Amazon?

Wie fing Amazon an?

Jeff Bezos gründete amazon.com im Jahr 1995. Den deutschen Ableger amazon.de gibt es seit 1998. Groß wurde das Unternehmen mit dem Versand von Büchern, Videos und Musik-CDs. Seit dem Jahr 2000 können auch fremde Händler ihre Produkte bei Amazon anbieten. Mittlerweile macht der Konzern mit Sitz in Seattle zwei Drittel seines Umsatzes mit Waren wie Computern, Digitalkameras, Mode oder Lebensmitteln. Amazon ist auch einer der Vorreiter bei elektronischen Büchern sowie Musik- und Video-Downloads. Zweites großes Standbein neben dem Handel sind die Webservices mit dem Cloud Computing.

Wie konnte der Konzern so mächtig werden?

Amazon fährt eine riskante Wachstumsstrategie: Der Konzern lockt die Kunden mit günstigen Preisen sowie einer schnellen und vielfach kostenlosen Lieferung. Zudem investiert er kräftig, in die Versandzentren wie auch in die Entwicklung neuer Technologie. Dieser Wachstumskurs hat jedoch eine Kehrseite: Die Gewinnmargen sind eher dünn. 2012 machte Amazon einen Verlust von 39 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 blieben unterm Strich 274 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) – bei einem Nettoumsatz von 74,45 Milliarden Dollar im Jahr 2013.

Wie relevant ist der deutsche Markt?

Es ist der größte Auslandsmarkt. 2012 setzte Amazon hierzulande 8,7 Milliarden Dollar um, umgerechnet sind das derzeit etwa 6,5 Milliarden Euro. Damit lag Deutschland noch vor Japan mit 7,8 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 6,5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Markt überhaupt ist allerdings Nordamerika mit 34,8 Milliarden Dollar. Amazon wuchs in seiner Heimat zuletzt auch deutlich schneller als im Ausland.

Wie wichtig ist Amazon für Deutschland?

Gemessen am Einzelhandelsumsatz insgesamt ist die Rolle von Amazon überschaubar. Etwa 1,5 Prozent trägt Amazon zum Branchenumsatz von fast 428 Milliarden Euro bei. Das meiste sind jedoch Lebensmittel. Betrachtet man den Online-Handel von Unterhaltungselektronik bis hin zu Büchern, sieht die Sache ganz anders aus: Amazon hält hier fast ein Viertel des Marktes.

Wie ist der Konzern aufgestellt?

In Deutschland unterhält das Unternehmen Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Brieselang und Koblenz. Dort arbeiten nach Auskunft von Amazon etwa 10.000 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter. In Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kommen in jedem dieser Zentren Tausende Saisonkräfte hinzu. Weltweit arbeiteten 124.600 Mitarbeiter (Stand: März 2014) im Unternehmen.

Von

rtr

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