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15.01.2016

16:59 Uhr

Amazon

Online-Handelsriese mischt im Seefracht-Geschäft mit

Amazon China hat von der US-Seefrachtbehörde eine Lizenz als Seefracht-Dienstleister erhalten. Das dürfte vor allem für chinesische Unternehmen interessant sein. US-Firmen haben hingegen keinen Grund zur Freude.

Amazon hat mit der Lizenz zwar nicht das Recht, eigene Frachter auf See zu schicken, erworben. Jedoch darf das Unternehmen anderswo Ladekapazitäten kaufen und so auch für andere Firmen den Warentransport abwickeln. Reuters

Amazon in Koblenz

Amazon hat mit der Lizenz zwar nicht das Recht, eigene Frachter auf See zu schicken, erworben. Jedoch darf das Unternehmen anderswo Ladekapazitäten kaufen und so auch für andere Firmen den Warentransport abwickeln.

New YorkDer Online-Handelsriese Amazon steigt ins Seefracht-Geschäft ein. Amazon China, die chinesische Zweigstelle des US-Unternehmens, erhielt von der US-Seefrachtbehörde eine Lizenz als Seefracht-Dienstleister, wie aus einem Dokument der Behörde hervorgeht. Demnach hat Amazon China sich die Lizenz auf den Namen „Beijing Century JOYO Courier Service“ ausstellen lassen.

Damit erwarb Amazon zwar nicht das Recht, eigene Frachter auf See zu schicken, darf jedoch anderswo Ladekapazitäten kaufen und so auch für andere Unternehmen den Warentransport abwickeln.

Das sind Amazons nächste Projekte

Einkaufsliste per Knopfdruck

Unter Amazon Dash versteht der Internetkonzern eine Art Einkaufsliste auf Knopfdruck. Die kleinen Aufkleber mit Taste können die Kunden einfach im Haus an das Waschmittel oder an das Hundefutter kleben - und wenn die Packung leer ist, per Knopfdruck schnell bei Amazon eine neue bestellen. Bisher ist der Service nur für Kunden des Premiumdienstes Amazon Prime in den USA erhältlich - für 4,99 US-Dollar je Button.

Marktplatz für Selbstgemachtes (1)

Mit "Amazon Handmade" macht der Online-Händler Anbietern wie Etsy oder DaWanda Konkurrenz. Auf dem Marktplatz will Amazon Künstler und Bastler versammeln, die individualisierbare Produkte verkaufen: Selbstgeschneiderte Kleider und Taschen, Schmuck, Armbänder, Möbel. Die Plattform befindet sich in den USA noch im Aufbau. Wer dort verkaufen will, kann sich jetzt schon bewerben.

Marktplatz für Selbstgemachtes (2)

Allerdings kostet ein professioneller Verkäufer-Account knapp 40 Dollar im Monat, und Amazon will bei jeder Bestellung zwölf Prozent Provision einstreichen. Bei anderen Plattformen sind diese Konditionen weitaus günstiger für die Verkäufer - allerdings erreichen sie dort wahrscheinlich nicht so viele Kunden. Ob und wann Amazon Handmade auch nach Deutschland kommen soll, ist nicht bekannt.

Plattform für Handwerker

Über seine Plattform "Amazon Home Service" vernetzt der Online-Händler in den USA Techniker, Handwerker und Trainer mit seinen Kunden in den Großstädten. Wer bei Amazon einen neuen Fernseher kauft, kann also gleich einen Techniker beauftragen, der den Fernseher anschließt und einrichtet. Auch Yoga-Stunden und Gitarren-Lehrer lassen sich über die Plattform buchen. Bis zum Jahresende will Amazons einen Service in 30 amerikanischen Großstädten anbieten.

Ein Lkw voller Schätze

In der Amazon-Heimatstadt Seattle fährt seit diesem Sommer der "Treasure Truck" - ein Lkw, vollgeladen mit Sonderangeboten. Kunden können die Waren auf dem Truck per App bestellen und direkt liefern lassen - zum Beispiel ein Surfboard für den Preis von 99 Dollar anstatt den üblichen 499 Dollar.

Musik-Streaming

Prime Music ist der Musik-Streamingdienst von Amazon, eine Konkurrenz zu Spotify oder Apple. Wer Mitglied beim Amazon Premiumdienst Prime ist, kann den Service in den USA und auch in Großbritannien ohne Zusatzkosten nutzen. Allerdings verfügt Amazon bisher nur über eine Bibliothek von etwa einer Millionen Songs.

Eigene Serien, Filme und Video-Spiele (1)

Amazon begnügt sich schon lange nicht mehr, Medien zu verkaufen - der Online-Händler produziert sie mittlerweile auch selbst. Über seinen Streamingdienst zum Beispiel veröffentlichte Amazon gerade die erste Folge der Serie "The Man in the High Castle".

Eigene Serien, Filme und Video-Spiele (2)

Darin geht es um die Frage: Wie würde die Welt aussehen, wenn die Nazis den zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Auch einen eigenen Kinofilm mit dem Titel "Elvis & Nixon" produziert Amazon gerade. Was danach kommt? Wahrscheinlich ein eigenes Videospiel. Laut Medienberichten hat Amazon Entwickler von bekannten Spielen wie World of Warcraft oder Halo verpflichtet.

Dem US-Branchendienst FlexPort zufolge dürfte das neue Angebot von Amazon vor allem für chinesische Unternehmen interessant sein. Diese freuten sich darüber, auf diesem Wege Zugang zur großen Datenbank der US-Kunden von Amazon zu erhalten.

US-Unternehmen dürften das Angebot laut FlexPort dagegen weniger enthusiastisch annehmen. Überließen diese Amazon den Transport ihrer Produkte, habe der Onlinehändler gleichzeitig Zugriff auf die Namen der Produzenten und die von Importeuren gezahlten Preise. Diese Daten seien „zu vertraulich“, um sie der Konkurrenz zu überlassen, schlussfolgerte FlexPort.

Von

afp

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