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02.10.2015

15:36 Uhr

„Amazon Pantry“

Amazon wird Schritt für Schritt zum Online-Supermarkt

VonChristoph Kapalschinski

Amazon bietet einen neuen Service für alltägliche Produkte an. Damit macht der US-Konzern den Supermärkten schrittweise immer stärker Konkurrenz. Der nächste Schritt ist offenbar schon in Vorbereitung.

Der Online-Riese bietet seit Freitag seinen Dienst „Amazon Pantry“ an. obs

Lebensmittel von Amazon

Der Online-Riese bietet seit Freitag seinen Dienst „Amazon Pantry“ an.

HamburgDer Online-Versender Amazon macht sich scheibchenweise zum Konkurrenten des Lebensmitteleinzelhandels. Am Freitag kündigte der US-Konzern einen neuen Service in Deutschland an. Dabei bekommen die Kunden ihre Einkäufe an Lebensmitteln und Drogerieartikeln in einem Paket geliefert – bis zu 20 Kilogramm. Frische Lebensmittel sind jedoch weiterhin nicht dabei.

Vorteil für die Kunden: Sie zahlen nur einmal für den Versand, nämlich knapp fünf Euro, und erhalten alles in einem Paket. Allerdings müssen sie dafür sogenannte Prime-Kunden sein, also für eine Jahresmitgliedschaft 49 Euro zahlen. Die Ankündigung bedeute nicht, dass das Sortiment erweitert werde, sagte eine Sprecherin dem Handelsblatt.

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Einfach per Klick Lebensmittel bestellen und bequem nach Hause liefern zu lassen, das verspricht der Online-Lebensmittelhandel. Doch eine Studie zeigt: Das System ist noch verbesserungsbedürftig.

Die Konkurrenz auf dem Feld nimmt zu. So hat die Drogeriekette dm erst vor wenigen Wochen einen Online-Shop gestartet und im Zuge dessen viele Preise gesenkt. Auch bei dem Angebot wird Porto fällig.

Solche Kosten und die Wartezeit bis zur Lieferung machen den Versand von Lebensmitteln und Drogerieartikeln bislang zum Nischengeschäft. Nur 1,2 Prozent der Kategorie wird bislang laut den Konsumforschern von der GfK online verkauft – über alle anderen Bereiche sind es 15,3 Prozent. Bis 2025 prognostizieren die Experten lediglich einen Online-Anteil von 4,9 Prozent des gesamten Umsatzes im Lebensmittelhandel.

Dennoch experimentieren fast alle in der Branche mit solchen Diensten. Der Lieferservice Emmas Enkel, der auch stationäre Läden betreibt, will nach dem Einstieg von Metro etwa in Berlin und im Ruhrgebiet expandieren. Auch Rewe und Tengelmann arbeiten mit Online-Angeboten – richtig in Schwung kommen sie bislang aber nicht. Amazon soll ebenfalls an einem Frische-Angebot in Ballungsräumen wie München arbeiten. In den USA versorgt der Konzern bereits eine Regionen mit seinem Dienst „Fresh“.

In Deutschland will Amazon laut einem Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ vom Freitag in Kürze gekühlte Lebensmittel, darunter Convenience-Food wie Sandwiches und Salate, anbieten. Dabei sollen Kunden aus kleinen Lagern in Innenstadtlage innerhalb von ein bis zwei Stunden beliefert werden. Vorbild sei Birmingham, wo der Dienst „Amazon Prime Now“ vor wenigen Tagen gestartet ist: Dort liefere Amazon am selben Tag etwa 60 gekühlte und tiefgekühlte Produkte, dazu mehrere Tausend viel nachgefragte Produkte wie Videospiele, Getränke, Computerkabel und Drogerieartikel. Dabei setze der Konzern auf mobile Bestellungen per App.

Das Fachmedium schreibt weiter, in München baue Amazon bereits zwei City-Lager. In sieben weiteren Städten, darunter Hamburg und Berlin, sei der Konzern auf Standortsuche. Zudem liefen Gespräche mit Lieferanten für Obst und Gemüse.

An anderer Stelle verknappt Amazon derweil sein Angebot: Der Konzern teilte mit, die Video-Streaming-Geräte von Apple und Google nicht mehr vertreiben zu wollen – auch nicht über seinen Marketplace, den Dritte beliefern. Auf diesen Geräten können die Amazon-eigenen Streaming-Dienste nicht genutzt werden.

Ein Sprecher von Amazon bestätigte, der Verkaufsstopp für die Konkurrenz-Geräte gelte auch in Deutschland. „Es ist wichtig, dass die Medienplayer, die wir für die Wiedergabe von Streaming-Angeboten verkaufen, kompatibel zu Prime Video sind, um Verwirrung bei Kunden zu vermeiden“, teilte er auf Anfrage mit. Allerdings: Einige der Geräte, die Amazon im Sortiment lässt, weil sie auch den konzerneigenen Dienst abspielen, sind deutlich teurer als die ausgelisteten Produkte – etwa Microsofts Spielekonsole Xbox und Sonys Playstation.

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