Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.07.2015

16:20 Uhr

Amazon Prime Day

„Für Amazon-Konkurrenten ist das gar nicht zu kopieren“

VonFlorian Kolf

Amazon bombardierte seine Abo-Kunden am Mittwoch mit Schnäppchen. Für den Online-Riesen dürfte der „Prime Day“ ein Erfolg sein, sagt E-Commerce-Experte Sascha Berens. Und für den Wettbewerb eine echte Herausforderung.

Prime-Kunden in den USA sollen fast den dreifachen Umsatz machen wie normale Amazon-Kunden. Screenshot

„Prime Day“

Prime-Kunden in den USA sollen fast den dreifachen Umsatz machen wie normale Amazon-Kunden.

Herr Berens, hat sich der Prime-Day für Amazon gelohnt?
Es ist für Amazon zumindest eine gelungene Werbeaktion. Der „Prime Day“ ist seit Tagen doch das größte Thema in allen Schnäppchen-Foren im Internet. All die Schnäppchenjäger diskutieren darüber und lauern heute den ganzen Tag auf die neuen Angebote, die alle zehn Minuten aufploppen. Allein für diese Aufmerksamkeit hat es sich für Amazon gelohnt.

Bringt das auch entsprechende zusätzliche Umsätze?
Das dürfte funktionieren, ja. Denn Amazon hat den Tag auch genutzt, um ganz gezielt eigene Produkte in den Markt zu drücken, wie etwa den Kindle. Außerdem haben sie B-Ware, etwa aus Retouren, den ganzen Tag über zu zusätzlichen 15 Prozent Rabatt angeboten.

Explodiert bei Amazon jetzt die Kundenzahl beim Abo-Dienst Prime?
Erstmal auf jeden Fall. Denn jeder, der noch nicht Prime-Kunde war, hat doch jetzt zumindest die kostenlose Mitgliedschaft für 30 Tage beantragt. Wie viel davon langfristig dabei bleiben, muss man abwarten. Aber es werden sicherlich einige hängenbleiben, die den Service bei Prime schätzen gelernt haben.

Wie kann die Konkurrenz darauf reagieren?
Für andere Online-Händler ist das gar nicht zu kopieren. Dafür ist allein schon der logistische Aufwand viel zu groß. Das kann kaum ein Konkurrent leisten. Sicherlich bieten auch andere Händler wie Media Markt oder Conrad Electronics Schnäppchen-Aktionen. Aber keiner hat die Vielfalt des Angebots und zusätzlich noch den Video-Streaming-Dienst unter einem Dach.

Amazon in Zahlen

Umsatz

88,99 Milliarden Dollar (2013: 74,45 Milliarden Dollar)

Ergebnis

241 Millionen Dollar Verlust (2013: 274 Millionen Dollar Gewinn)

Mitarbeiter

Rund 154.100 fest und zeitweise angestellte Beschäftigte. Die Zahl schwankt im Jahresverlauf deutlich mit Ausschlägen vor allem zum Weihnachtsgeschäft.

Märkte

62,33 Prozent der Erlöse machte Amazon 2014 im Heimatmarkt USA (Anteil 2013: 59,8 Prozent). In Deutschland gab es nach Umrechnung in US-Währung einen Jahresumsatz von 11,9 Milliarden Dollar (2013: 10,535 Milliarden Dollar).

Steuern

Amazon stellte 2014 laut Jahresbericht 167 Millionen Dollar für die Einkommensteuer zurück (2013: 161 Millionen Dollar)

Rechnet sich Aufwand bei Amazon Prime?
Die 49 Euro, die Kunden für das Abonnement bezahlen, decken mit Sicherheit nicht die Kosten ab. Allein der Versand, speziell wenn ein Kunde viele Kleinteile bestellt, dürfte schon erheblich teurer sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×