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08.12.2014

16:03 Uhr

Amazon trotzt Streik im Weihnachtsgeschäft

„Kein einziges Paket bleibt liegen“

Die Gewerkschaft Verdi nutzt die Hochsaison für einen Streik: Mitten im Weihnachtsgeschäft legen Amazon-Beschäftigte die Arbeit nieder. Das Unternehmen verspricht allerdings, dass Lieferversprechen eingehalten würden.

Verdi versucht seit mehr als einem Jahr, Amazon mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. dpa

Verdi versucht seit mehr als einem Jahr, Amazon mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen.

Bad Hersfeld/DüsseldorfMitten im Weihnachtsgeschäft setzen Beschäftigte des weltgrößten Online-Versandhändlers Amazon mit erneuten Streiks ein Zeichen in dem Dauer-Tarifkonflikt. Bereits in der Nacht zum Montag begannen die Ausstände in Bad Hersfeld. Am größten deutschen Standort beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi im Tagesverlauf 500 Mitarbeiter an dem Streik. Am Nachmittag legten nach Verdi-Angaben auch knapp 200 Beschäftigte in Leipzig die Arbeit bis zum Ende der Spätschicht nieder. Laut Gewerkschaft soll am Dienstag aber wieder normal gearbeitet werden.

Amazon widerspricht den Verdi-Angaben: „Dem Aufruf der Gewerkschaft sind mit Beginn der Frühschicht weniger als 310 Mitarbeiter lediglich am Standort Bad Hersfeld gefolgt“, sagte Konzernsprecherin Anette Nachbar. Die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter arbeite „regulär und sehr engagiert“. Das Unternehmen beschäftigt in bundesweit neun Warenlagern knapp 10 000 Mitarbeiter.

Mit dem Streik glaubt die Gewerkschaft, den Branchenriesen treffen zu können. Amazon teilte aber mit, dass es zu keinen verspäteten Auslieferungen komme und „kein einziges Paket“ liegenbleibe: „Amazon wird sein Lieferversprechen an Kunden einhalten“, sagte Amazon-Sprecherin Nachbar und verwies auf ein europäisches Logistiknetzwerk aus 28 Logistikzentren in sieben Ländern.

Ob in den nächsten Tagen an anderen Standorten zu weiteren Ausständen aufgerufen wird, ließ Verdi offen. Beobachter rechnen bis Weihnachten mit weiteren Streikwellen der Gewerkschaft.

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagte: „Amazon hat es in der Hand, der Forderung der Beschäftigten nach einem Tarifvertrag und existenzsichernden Einkommen sowie würdigen Arbeitsbedingungen entgegenzukommen und diese Streiks zu beenden.“ Solange sich das Unternehmen weigere, werde es weiterhin zu Arbeitsniederlegungen kommen. Mit den Weihnachtsangeboten sei der Arbeitsdruck noch einmal deutlich gestiegen.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Versandhändler zu Tarifgesprächen zu Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das strikt ab und sieht sich selbst als Logistiker. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks.

Die hessische Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke sagte in Bad Hersfeld: „Amazon macht den Kunden derzeit viele Angebote zum Weihnachtsshopping. Die Mitarbeiter hätten auch gern ein Angebot – ein Gesprächsangebot für bessere Arbeitsbedingungen.“

Kommentare (2)

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Herr Daniel Protzek

08.12.2014, 10:51 Uhr

Und genau diese 9000 Mitarbeiter verlieren bald Ihre Arbeit, da es Amazon lieber in ein vollkapitalistisches Land zieht, dessen Bürger sich noch richtig ausbeuten lassen und nicht um ihre Rechte kämpfen, da es der dortige Arbeitsmarkt auch nicht zulässt. Spätestens 2016 gegen die Großteile der Logistikzentren alle nach Polen:
http://goo.gl/99qh2M

Account gelöscht!

08.12.2014, 15:11 Uhr

Streik behindert das Weihnachtsgeschäft

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Und schon wieder hat man dann eine neue Begründung dafür...

dass die Umsätze bei dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft...

doch nicht so hoch ausgefallen sind...wie es die voraus betriebene Propaganda angekündigt hatte.

In der EU ist immer wer oder alles andere schuld für den Desaster der EU ...

aber niemals die unfachmännische EU-Politik oder unfähigen EU-Politiker.

Die EU redet sich immer heraus...

entweder ist der Frühjahr...der Sommer ...der Herbst...oder der Winter schuld...aber nie die falsche Politik der EU und dessen EU-Politiker.

Der Streik ist jetzt dann schuld ?

Wer nicht streikt bekommt nicht mehr Geld...

und hat bald sogar bedarf an hartz4 Zuschüsse...

und die Kassen sind leer...

man beklagt sich schon heute dass die hartz4 Bezieher am deutschen Staat 40 Milliarden Euro kosten...

würde man nicht streiken und nicht für seine rechte kämpfen dann würde der Staat schon längst pleite sein...

weil die Arbeitgeber sich alle Vorteile und rechte heraus nehmen würden...

die Menschen versklaven bis zum geht nicht mehr...

und dann wenn die Menschen verbraucht oder krank werden...

fallen diese Menschen wieder am Staat in die Tasche weil die Arbeitgeber diese verbrauchte Menschen an den Jobcenter abschieben.

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