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08.09.2016

16:07 Uhr

Amazon und Alibaba

Zalando vertreibt Eigenmarken über Konkurrenten

Mehr als 10.000 Produkte bietet der Online-Modehändler Zalando unter Eigenmarken an. Die gibt es nicht nur im eigenen Shop zu kaufen: Für weitere Verbreitung setzt der Konzern auch auf Konkurrenzportale wie Amazon.

Seit 2010 hat Zalando 17 eigene Modemarken im Angebot, die es nicht nur im eigenen Shop zu kaufen gibt. Reuters

Zalando-Label

Seit 2010 hat Zalando 17 eigene Modemarken im Angebot, die es nicht nur im eigenen Shop zu kaufen gibt.

BerlinEuropas größter Online-Modehändler Zalando kooperiert für die Expansion seiner Eigenmarken mit der Konkurrenz. Sowohl über den weltgrößten Versandhändler Amazon.com als auch den britischen Online-Anbieter Asos würden hauseigene Kreationen vertrieben, sagte der Chef der Zalando-Tochter Zlabels, Jan Wilmking, in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Auch mit Tmall, einer Tochter des chinesischen Alibaba-Konzerns, arbeite man zusammen. „Wir wollen die Marken außerhalb von Zalando stärken“, begründete Wilmking den Vorstoß. „Deshalb haben wir angefangen, sie auch auf anderen Plattformen zu verkaufen.“ Vorläufig bleibt das auf wenige Länder beschränkt: Amazon etwa bietet die Produkte auf seiner US-Seite an.

Zlabels entwickelt seit 2010 von Berlin aus 17 eigene Modemarken wie Anna Field, Kiomi oder Pier One – insgesamt mehr als 10.000 Produkte pro Saison, von Schals bis Schuhen. „Unser Anteil am Gesamtumsatz von Zalando liegt bei zehn bis 20 Prozent“, sagte Wilmking. Knapp drei Milliarden Euro setzte das im MDax gelistete Mutterunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt um. „Wir wollen parallel zu Zalando wachsen“, betonte er. „Das bedeutet 20 bis 25 Prozent Umsatzplus pro Jahr.“

Die Marken von Zlabels seien ein wichtiger Bestandteil von Zalando, „vor allem in den Einstiegspreislagen“. Zalando selbst hat etwa 1500 fremde Marken im Programm – von Adidas bis Hugo Boss. Die Gefahr, dieses Geschäft durch hauseigene Labels zu beschädigen, sieht Wilmking nicht: „Wir haben das Potenzial, unsere Marken größer und stärker zu machen. Die Chance überwiegt das Risiko, dass wir durch Kannibalisierung weniger attraktiv werden.“

Durch Kooperationen mit anderen Plattformen sieht Zlabels die Chance, neue Märkte zu erobern. In Europa zählt Zalando bereits Millionen Kunden. „Wir sind inzwischen mit unserer Marke Anna Field im US-Angebot von Amazon vertreten und testen gerade, wie wir das Ganze auch in Europa umsetzen können“, sagte der Manager. „Das Gleiche machen wir mit mehreren Marken auch in China, dort sind wir auf Tmall aktiv.“

Um die Kooperationen zu fördern, baut Zlabels eine eigene technologische und logistische Infrastruktur auf. „Um auf anderen Kanälen zu verkaufen, müssen wir unsere Produkte selber verwalten“, sagte Wilmking. „Dafür brauchen wir eine eigene Lagerhaltung, und diese bauen wir gerade in Peine bei Hannover mit knapp 45.000 Quadratmetern auf.“

Von

rtr

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