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16.04.2015

14:33 Uhr

Amazon

Verdi droht mit Streiks bis Weihnachten

Verdi richtet sich auf einen langen Tarifstreit mit dem Online-Händler Amazon ein. Die Arbeitsniederlegungen könnten bis Weihnachten dauern – und weit darüber hinaus. Doch der Konzern gibt sich weiter hart.

Die Gewerkschaft Verdi richtet sich auf einen langen Arbeitskampf ein. Reuters

Streik im Amazon-Lager Graben

Die Gewerkschaft Verdi richtet sich auf einen langen Arbeitskampf ein.

DüsseldorfDie Gewerkschaft Verdi richtet sich auf einen langen Tarifstreit mit dem Online-Händler Amazon ein. „Das ist keine einfache Auseinandersetzung. Wir bleiben aber weiter dran und setzen unsere Arbeitsniederlegungen fort – auch erneut an Weihnachten, wenn es sein muss“, kündigte Stefanie Nutzenberger, für den Handel zuständiges Verdi-Bundesvorstandsmitglied, am Mittwochabend in Düsseldorf an. „Zwei Jahre sind im Kampf um die Tarifbindung keine lange Zeit“, betonte sie: „Die Beschäftigten brauchen viel Mut und einen langen Atem.“ Beim Möbelriesen Ikea habe Verdi sieben Jahre gebraucht, um die Ziele der Gewerkschaft durchzusetzen.

Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. „Amazon zählt zum Handel“, betonte Nutzenberger: „Sie sind ein Konkurrent des stationären sowie des Versandhandels.“ Der US-Konzern dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird.

Die beliebtesten deutschen Händler

Quelle

Die Beratungsfirma OC&C hat 30.000 Kunden in neun Ländern befragt. Die hier gezeigten Ergebnisse beziehen sich auf Deutschland. Die Kunden wurden unter anderem zu Preisen, Qualität, Service und Markenvertrauen befragt. Maximal waren 100 Punkte zu erreichen, ein Wert von mehr als 75 gilt als „sehr gut“.
Stand der Veröffentlichung: Dezember 2013.

Platz 10

bonprix
Mode
Indexwert: 77,9 (plus 1,9 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 9

Otto
Multisortimenter
Indexwert: 77,9 (minus 0,1 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 8

Globus
Lebensmittel
Indexwert: 78,1 (minus 2,3 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 7

Tchibo
Multisortimenter
Indexwert: 79 (minus 1,0 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 6

Rossmann
Drogerie
Indexwert: 79,6 (plus 0,8 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 5

Müller
Drogerie
Indexwert: 80,0 (plus 2,2 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 4

Thalia
Bücher
Indexwert: 81 (minus 1,4 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 3

Douglas
Drogerie
Indexwert: 81,1 (plus 2,7 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 2

Amazon
Multisortimenter
Indexwert: 82,5 (minus 7,7 Punkte gg. Vorjahr)

Platz 1

dm
Drogerie
Indexwert: 84,2 (minus 1,3 Punkte gg. Vorjahr)

Die Gewerkschaft versucht immer wieder mit Streiks, Amazon zum Einlenken zu zwingen. Der Konzern bleibt aber hart: „Wir zeigen jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann“, sagte eine Amazon-Sprecherin.

Nutzenberger fürchtet auch nicht, dass Amazon angesichts der immer neuen Streiks den deutschen Markt aus dem benachbarten Ausland bedienen könnte: „Amazon braucht die deutschen Standorte“, unterstrich sie. „Es gibt keinen Grund für eine Änderung unserer Strategie.“

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Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr A. Friend

16.04.2015, 16:43 Uhr

Aha, VERDI mal wieder bei der Arbeitsplatzvernichtung.
AMAZON Angestellte die in Latzhose, Sachen aus Regalen in Hallen holen wo sie nur Kollegen begegnen und dann die Sachen in Pakete packen sollen also dem Handel zugeschlagen werden.
Das klingt für mich eher wie ein Lagerarbeiter in einem Logistikbetrieb.

Das dem Handel gleich zu stellen ist eine Beleidigung für die Einzelhandelsangestellten, die täglich vor Ort im Kundenkontakt mit starken Nerven, gut gekleidet und freundlichster Mine sich Allerlei anhören müssen.

Verdi gehts doch nur um die eigene ideologisch geprägte Agenda und nicht um die Mitarbeiter oder gar den Standort Deutschland.

Herr Ingo Ulrich

17.04.2015, 14:29 Uhr

Stand 2014 :
Zwischen 9,75 und 10,69 Euro pro Stunde "verdient" einer bei Amazon !

Also 10,69 € / Std bei 160 Std im Monat = Brutto 1710 € Monatsgehalt

Bei einem Bruttogehalt von 1693,12 € / Monat kann man nach 45 Jahren mit dem Renten-Niveau von 43 % in Zukunft, eine Rente von 755,10 € / Monat rechnen ! Stand der Rentenbewertung + Ertrag 2014 !

Geschätzt erhält man bei Amazon ca. > 5 € Rente mehr im Monat, schönen Lebensabend allerseits!

Entweder ist das Gehalt deutlich zu niedrig, oder das Rentenniveau !!!

Es kann nicht sein, das einer der nie gearbeitet hat, oder Steuern gezahlt hat, ähnliches zur Verfügung steht !

Noch eins, wann zahlt Amazon endlich Steuern in Deutschland ? Ich bezahle mehr, laut einer TV-DoKu !!!

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